Anfrage "Chaos bei Öffnungszeiten" Dr Gabriele Hiller

"Chaos bei den Öffnungszeiten- wollen die Berliner Bäderbetriebe die Nutzerinnen und Nutzer verprellen"

 

 

 

 

Kommentar zu den Antworten der Berliner Bäderbetriebe

Zu 1: Wie erklären BBB „die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit“ in Hinsicht auf Schließung von Bädern und mangelnde Ausweichmöglichkeit unter einer halben Stunde einfache Fahrtzeit? 

Im Übrigen ist es z.B. bei Schließung von Normalbädern keine Ausweichmöglichkeit, wenn die Berliner Bäderbetriebe ein Sternebad angeben.

Ersteres hat 27-28 Grad, kostet den Normalpreis. Das Zweite hat gute 30 Grad, kostet Zuschlag.

 

Eine Schließung, z.B. der Schwimmhalle Buch

bedeutet schlicht und ergreifend, dass Einnahmen komplett wegfallen. Besucher z.B. dieser Schwimmhalle haben keine Ausweichmöglichkeit.

 

Besucher, die verprellt werden und das wiederholt, bleiben weg.

 

Das Stadtbad Tiergarten war nicht „technisch bedingt“ geschlossen, sondern die BBB haben die „technische Wartung“ bewußt in die Ferien verlegt. In den Ferien muss man kein Schulschwimmen anbieten, die BBB gehen fast immer genau diesen Weg. Die Öffentlichkeit ist dabei nicht von Bedeutung.

 

Stadtbad Tempelhof

Die Notwendigkeit der Erneuerung der Duschen (Damen) war seit August bekannt, Leiter BBB Bau und Technik auf der Versammlung des Sportausschusses der BVV Tempelhof Schöneberg. Das Problem mit den Legionellen bereits zum Zeitpunkt der Schließung am 11.07.2015.

Es wurde schlicht nicht rechtzeitig saniert. „Die verspätete Sanierung tut uns leid“ Leiter Betrieb Bäder auf der BVV Sportausschuss Versammlung. Klick

 

Zu 2: Das Stadtbad Charlottenburg schloss am 4. Sonntag im Oktober ebenfalls um 14 Uhr. Übrigens auch am 4. Sonntag im November und an weiteren Sonntagen an denen die Schwimmhalle geöffnet sein soll, wie die Antwort suggerieren könnte. Übrigens, die Öffnungszeiten an Wochenenden wurden ab Dezember verkürzt. 

 

Zu 3: Siehe 2. Die Wartung war geplant so terminiert.

 

Zu 4: In welchen Bädern wurde das Personal (von) der Schwimmhalle Hüttenweg am 31.10. und 01.11. eingesetzt?

 

 

Zu 5: WIE wird sicher gestellt, dass eine Wartung erfolgt? Schriftliche Dokumentation sollte vorgelegt werden.

 

Zu 6: In welchen Bädern wurde das Personal (von) der Schwimmhalle Buch eingesetzt? Ist es nicht so, dass Mitarbeiter krank waren?

 

Zu 7: „Trotz“ Erkrankung von Mitarbeitern...Die BBB haben eine Verpflichtung zur Daseinsvorsorge. Es ist aus meiner Sicht eine Frechheit, zu betonen, dass man immerhin geöffnet hatte. So klingt die Antwort für mich. Im übrigen ist der Ein Schicht Betrieb ja nun nichts wirklich 'besonderes'. Er wurde u.a. im Stadtbad Mitte durch gekürzte Öffnung an nachweisbaren Tagen durchgeführt, im Kombibad Mariendorf Sonntags und weiteren Bädern. Einziger Grund, man 'spart' Personal.

 

Zu 8: Aushänge in Bädern? Wann genau werden die in welcher Form der Öffentlichkeit sichtbar? Wenn die Bäder bereits geschlossen sind in Form eines handschriftlichen Zettels. Die Badleiter vor Ort, die eine wesentlich aktuellere Angabe via Internet verbreiten könnten, haben keinen Zugriff auf die Homepage Einträge.

 

Die E Mail Informationen funktionieren nur teilweise. Oft sehr viel später als eine Schließung bekannt ist. Manchmal kommt gar keine Information. In einigen Fällen kommt sie zeitnah.

Das E Mail Informationssystem ist am Wochenende nicht möglich. Die Bäder müssen Schließungen der Verwaltung melden, diese gibt sie weiter an den entsprechenden Mitarbeiter der die Homepage betreut und der gibt die Info in das E Mail Informationssystem und die Hotline weiter. Manchmal rufen Mitarbeiter vor Ort in der Hotline an und geben so eine Information weiter. Auch die Hotline Mitarbeiter können die Homepage nicht auf den neuesten Stand bringen, ebenso wenig das E Mail Infosystem.

Das Stadtbad Schöneberg z.B hatte schließen müssen. Informiert wurden Besucher mit dem erwähnten Zettel an der Tür des Bades.

 

 

Zu 9: Entwicklung der Besucherzahlen? Es ist die Konsequenz, dass diese Zahlen sich verringern, je öfter Bäder außerplanmäßig geschlossen und eingeschränkt sind.

Ich muss gestehen, dass ich die Antwort nicht verstehe. Die Frage zielte auf die mittlerweile regelmäßigen außerplanmäßigen Schließungen ab und nicht auf „die Lage des Unternehmens“. Die „Lage“ ist schief, das ist doch wohl jedem klar.

 

Zu 10: Das Budget für Leiharbeiter ist ausgeschöpft. Das ist bekannt, schließlich hat man die (meisten) bereits während die Sommersaison noch in vollem Gange war, entlassen aus diesem Grund.

Die Frage, die sich mir stellt, handelt es sich bei dem Budget für Personal vor Ort und Verwaltung um ein Budget oder gibt es dafür zwei unterschiedliche? Diese Frage stelle ich mir als Laie weil es seit Entlassung der Leiharbeiter zu mehreren Einstellungen in der Verwaltung gekommen ist.

 

 

Zu 11: „Es ist nicht möglich, auf unvorhergesehene Ereignisse...“

Doch.

Rechtzeitig sanieren. Den Personalabbau stoppen und einstellen. Und dafür die nötigen Finanzmittel zur Verfügung stellen.

Möglicherweise könnte es hilfreich sein, dem Sportausschuss des Abgeordnetenhaus nicht in mehreren Sitzungen in Folge fern zu bleiben.

 

 

Muss sich einspielen“?

 

Vielleicht bin ich nicht intelligent genug, um darunter etwas anderes zu verstehen als: Die Öffentlichkeit muss sich daran gewöhnen, dass es zu immer mehr und noch regelmäßigeren Schließungen kommen wird aufgrund der Unterfinanzierung im Bereich Mitarbeiter in den Bädern und dem Ausbau der Verwaltung.

Unter „kurzfristig“ verstehen die Berliner Bäderbetriebe die Regelmäßigkeit der Schließungen bestimmter Bäder. Teilweise über Monate, Wochen und mehrere Tage, Wochenenden über längere Zeiträume.

Kurzfristig“ ist es, wenn z.B. eine Verunreinigung passiert, die vorkommen kann und wirklich unvorhergesehen ist.

 

Damit bin ich (wieder einmal) bei der negativen Wirtschaftlichkeitsprognose und behaupte zum wiederholten Mal, so wie auch im Termin mit dem zuständigen Senator Henkel, die ist entweder Absicht oder Unfähigkeit. Letzteres würde und könnte ich mir nicht anmaßen zu unterstellen. Ich bin ja Branchenfremd und nur eine Nutzerin der Einrichtungen der Berliner Bäderbetriebe.

 

Danke an Frau Dr. Gabriele Hiller, Abgeordnete Partei Die Linke,  für ihre Hartnäckigkeit und dass sie solche Antworten aushält. Mir platzt der Kragen, wenn ich das lese.

 

Hier geht es zur Dokumentation Kleine Anfragen aktuell des Abgeordnetenhaus Berlin klick

 

 

 

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