Realität versus Antworten Berliner Bäder Betriebe

Vorab möchte ich mich bedanken für das unermüdliche Engagement von Frau Dr. Hiller, Partei Die Linke.

 

Nur eines der Beispiele zu dieser Schwimmhalle

 

 

 

Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus zum Thema Öffnungszeiten der Berliner Bäder und Nutzung der Wasserfläche.

 

Schon bei der ersten Antwort wird jedem Kunden klar, da schreibt jemand, der die Realität nicht zu kennen scheint. Sicher gab es einige unvorhergesehenen „Ereignisse“.

 

 

Zumindest, wenn man mal davon absieht, dass die maroden Zustände der Schwimmhallen auch entstehen konnten, weil Fehlentscheidungen bei Finanzierung durch den Senat getroffen wurden und werden. Außerdem ist mir bis heute nicht erklärbar, wer welche Investitionen entscheidet.

 

 

 

Beispiel: Wellenbad Spreewaldplatz im Herbst 2014. 140.000 Euro, ein Tropfen auf den heißen Stein. Es ist so, als bringt man an ein neues Siphon am Wasserhahn an weil das Wasser nicht mehr fließt. Ursache aber sind die Rohre... Ich glaube, so versteht man, was es bedeutet, hier ein paar Euro und dort ein paar zu investieren ohne dass es nachhaltige Verbesserungen gibt.

 

 

Nach der Sanierung für über 16 Millionen Euro rosten ein Jahr nach Eröffnung im Kombibad  Gropiusstadt Duschpaneelen, Startblöcke. Der Blinden Leitstreifen ist unvollständig. Folgeschäden werden weitere Kosten entstehen lassen. Wer verantwortet das? Es muss doch eine Abnahme gegeben haben, Genehmigungen lesen

 

Das Stadtbad Schöneberg hat bereits die Probleme, die durch mangelhafte Sanierung entstanden sind. Immer wieder Schließungen, Sperrungen von Teilbereichen. Wer hat die undichten Fliesen abgenommen? Warum wurde das erst bemerkt, als die ausführende Firma konkurs war? Wer hat entschieden an wen Aufträge vergeben wurden? 

 

Wie kam die merkwürdige Gestaltung der Föhne in der Schwimmhalle Finckensteinallee zustande? Es sieht so aus, als seien die Münzeinwurfkästen nachträglich eingebaut worden weil die Föhne sonst kostenlos wären. Erst spart man am Föhn um dann höhere Kosten durch nachträgliche Einbauten zu haben? 

Ablagen wurden nicht gewünscht (um im Bad Sachen abzulegen), aber jetzt schafft man einen "schicken" Kaffeeautomaten an? 

 

 

 

Hier ein kleiner Überblick der Schließungen, Sperrungen und sonstigen Einschränkungen aufgrund Personalmangel, der absolut nichts zu tun hat mit „unvorhergesehenen Ereignissen“ Das sind nur die ausgefallenen Betriebsstunden in den Osterferien. Zur Erinnerung: 14 Tage.

 

 

 

Ausfälle Februar

Ein interessantes Beispiel ist die Sperrung des sogenannten Funbereich im Stadtbad Schöneberg. Der wirkliche Grund war Personalmangel

 

 

Für das Stadtbad Märkisches Viertel wurden gerade ab 18.04.2016 62 Betriebsstunden gekürzt. Übersicht klick

Im Stadtbad Wilmersdorf II findet kein öffentliches schwimmen Sonntags statt, auch wenn die Homepage der Berliner Bäder Betriebe das suggeriert.

 

Im Stadtbad Tiergarten wird immer wieder eine Bahn für die Öffentlichkeit außerplanmäßig gesperrt.

 

 

Lange Rede, kurzer Sinn: viele Hundert ausgefallene Betriebsstunden sind wohl kein „unvorhergesehenes Ereignis“

 

 

 

Zum Beispiel war es am 04.04. nur mit sehr langen Anfahrten möglich für Schwimmer aus dem Südwesten ein geöffnetes Bad zu finden. Der „Teamtag“in der Schwimmhalle Finckensteinallee musste unbedingt an einem Montag sein. Montags ist das Bad die einzige Option in einem sehr weiten Umkreis. Merkwürdig auch die sich nun in kurzer Abfolge widerholenden Teamtage wie zum Beispiel im Stadtbad Wilmersdorf I. Am 29.02 und jetzt am 25.04. Komplettschließungen.

Interessant, dass bei manchen Bädern für diese Evakuierungs und Löschübungen- die übrigens neu eingeführt wurden- 16 Stunden wie z.B. Finckensteinallee, in anderen, z.B. Spandau Nord, nur 5 Stunden geschlossen werden muß.

 

 

 

Wo waren denn da die „Zeitarbeiter“? Ach, stimmt. In Sternebädern waren welche eingesetzt.

 

 

 

Ausfälle im Monat März

In der Schwimmhalle Anton Saefkow Platz mehrere Wochenenden massive Kürzungen.

 

Zum Beispiel in der Woche 18. bis 24.01.2016

15 Stunden ausgefallen

29.02. bis 06.03.2016

22,5 Stunden ausgefallen

07.03. bis 13.03.2016

19,5 Stunden ausgefallen.

 

Das sind nur die ausgefallenen Stunden, die ich mitbekommen habe.

Ganz leise geht es auch bei den Berliner Bäder Betrieben:

in der Schwimmhalle wurden je 1 Stunden am Freitag und am Samstag gekürzt. Außer den Stammgästen merkt es ja keiner.

 

 

 

 

 

 

 

Zu Antwort 3: Gegebenenfalls mit Leiharbeitern? Dann mal kurz ins Stadtbad Charlottenburg geschaut. Dort ist das wohl eher die Regel als die Ausnahme. Also wenn überhaupt geöffnet werden kann.

 

Ein weiterer Grund, warum einige Bäder auffallend häufig und andere so gut wie gar nicht schließen außerplanmäßig: die Verwaltung hat sich offensichtlich bestimmte Bäder als „vorrangig“ ausgewählt. Dazu gehören zum Beispiel : die Stadtbäder Schöneberg und Lankwitz. Die Schwimmhallen Buch, Kaulsdorf zum Beispiel scheinen egal. Ein sinnvoller Umgang, gerecht verteilt über die Bezirke mit den Öffnungen herrscht sowieso nicht.

 

 

 

 

In Schul-Kurs und Vereinsbäder soll es also möglich sein, weniger Personal einzusetzen? Wie erklärt sich dann, dass es zum Beispiel ein Bad gibt, welches keine Öffentlichkeit zulässt, personell aber von den Berliner Bäder Betrieben ausgestattet wird? Personalkosten- keine Einnahmen.

 

 


Zu Antwort 4: Hochspannend. Badleiter können also Personal „anfordern“ im Krankheitsfall? Wie funktioniert das an Wochenenden? Ich könnte aus März drei Beispiele nennen, in denen die Personaldisposition weder „Ersatz“ beschaffen konnte noch überhaupt zu erreichen war. Ich nenne die Bäder nicht, weil in Unterbesetzung geöffnet wurde. Anderenfalls hätten die Verantwortlichen im Bad von der Verwaltung Ärger bekommen..einfach mal mit der Gewerkschaft sprechen. 

Zu Antworten 7 und 9:

Einsparungen zu Lasten der Kunden der Schwimmhalle Anton Saefkow Platz.

 

Selbstverständlich soll dort Personal weggespart werden. Siehe oben, Antwort 4 versus Realität. Die Antwort steht ja da: das SSE ist der Verwaltung wichtiger. Besonders Kundenunfreundlich im Moment. Die Schwimmhalle Ernst Thälmann Park auf die man ausweichen könnte befindet sich seit 04.04. bis 29.05.2016 in „technischer Schließzeit“. 

Zu Antwort 6: Soll man lachen oder schreien? Wie effizient mehr Mitarbeiter in der Verwaltung sind, sieht man zum Beispiel am Kurssystem. Wie viele waren vorher zuständig? Und die Zeiten stimmten im Kursprogramm? Wie viele sind jetzt zuständig und warum werden die Kurszeiten weiter falsch geführt? Ein Beispiel: Kurse für 18 Uhr finden um 14.45 Uhr statt. Ein 18 Uhr Kurs würde mit der Belegung durch Vereine kollidieren. 

Zur Anfrage im Ganzen klick


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