Selbstbewußte Forderungen brauchen starke Kontrollmechanismen

Im Plenum am 09.06.2016 war auch der Sport und damit die Berliner Bäder ein Thema

 

Ein Punkt, der für mich nicht nachvollziehbar ist, war die Aussage „ Gebührenfreie Überlassung der Schwimmhallen an Förderungsfähige Vereine.

Deren Mitgliedsbeiträge würden so niedrig gehalten.“

 

Kommentar

 

Was ich für absolut Erwähnenswert halte, ist die Tatsache, dass die Mitglieder aller Parteien im Sportausschuss des Abgeordnetenhaus sich mehr engagieren, als so mancher glauben mag. So unterschiedlich die Auffassungen sind und damit die Umsetzungen, finde ich das richtig gut.

 

Wie sagte Tim Zeelen (CDU) in einem Tweet an mich (in etwa, ist schon ein paar Tage her): Selbstbewußte Forderung der Politik.

 

Ich glaube, dass Mitglieder des Sportausschusses wesentlich mehr Kontrollmöglichkeiten haben müssten.

Die bisherigen Möglichkeiten bestehen darin, die Berliner Bäder Betriebe aufzufordern, wie z.B. bei der vor kurzem erfolgten Finanzierungszusage von 25 weiteren Vollzeitstellen, Bericht zu erstatten, wie das umgesetzt werden soll.

Eine andere Möglichkeit der Kontrolle sind auch sogenannte Kleine Anfragen.

 

Das Problem: wer kontrolliert die Antworten auf Realitätsgehalt?

Mir ist klar, dass es neben Bädern in Berlin noch weitere Probleme gibt. Es kann also nicht Aufgabe der Politiker sein, diese Kontrollen durchzuführen.

Es gibt einen Senator, einen Staatssekretär für Sport.

Sport hat viele Facetten und niemand kann das alles überblicken.

 

 

Ich finde, Berlin braucht 

einen Staatsekretär für Bäder. Dort sollten Kontrollmechanismen eingesetzt werden, die unter anderem den Antworten der Berliner Bäder Betriebe nachgehen.

Ich unterstelle keinesfalls, dass dort jemand mit Absicht etwas darstellt, was man leicht widerlegen kann. Ich unterstelle allerdings, dass verschwurbelte Antworten mit schicken Zahlen keinem Schwimmer, keinem Bad und keinem 'Bademeister' helfen.

Ein Staatssekretär Bäder müsste Termine setzen, die Berliner Bäder dazu zwingen, in einem bestimmten Zeitrahmen die von Politik geforderten Aufgaben umzusetzen.

 

Es muss endlich sichtbar werden, dass sich etwas verbessert. Schön reden und mit Zahlen und Tabellen um mich werfen kann ich auch. Sie müssen nachprüfbar, realistisch sein und vor allem Stand halten bei Realitätscheck.

 

 


Nur eins von vielen Beispielen

Es gibt viele Beispiele, die einem Realitätscheck der Gründe und Angaben hinterfragt, nicht standhalten können.

Weitere Stichpunkte:

Besucherzahlen Erhebungen müssen realistisch sein. Betriebsstunde- Besucherzahl. Ein geschlossenes Bad wird nicht beliebt.

 

Nutzergruppen Erhebungen müssen realistisch sein. Ermittlung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Und die muss differenziert erhoben werden, je nachdem, ob schwimmen möglich ist, ob es Kursteilnehmer sind oder Sauna Gänger und so weiter.

 

 

Stichwort Schwimmhalle Hüttenweg.

Im Bäderkonzept 2025 als Mischbad, damit 50 Prozent öffentliche und 50 Prozent nicht öffentliche Nutzung, vorgesehen.

Realität: das Bad ist seit Dezember 2015 Schul-Kurs- und Vereinsbad.

Begründung der Berliner Bäder Betriebe: es wurde von der Öffentlichkeit zu wenig genutzt.

Das macht mich wütend.

Montag, Dienstag und Freitag Frühschwimmen, Mittwochs und Samstag, gesamt 13,5 Stunden nachmittags und Sonntags von 9 Uhr bis 18 Uhr war es für die Öffentlichkeit zugängig.

 

Berufstätige können nicht alle am Nachmittag schwimmen oder morgens zwischen 6 und 8 Uhr. Außerdem sind von diesen wenigen Stunden immer wieder welche wegen Personalmangel ausgefallen. 



Was mich deshalb besonders ärgert, sind Äußerungen, die ich bei meiner Recherche zu Vereinen anders wahrnehme. Da gibt es, geringe, aber vorhandene, Nutzungsgebühr für Mitglieder die Schwimmhallen nutzen. Extra Beiträge für Leistungsgruppen und Mitgliedsbeiträge, die sich eben nicht niedrig anhören wenn man alles zusammen rechnet.

 

Um es nochmal deutlich zu machen, ich finde Schwimmvereine sind, neben Schwimmlehrern der Berliner Bäder Betriebe, der Ort, an dem man am besten schwimmen lernen kann. Man kann ständig seine Technik verbessern, hat Menschen um sich herum, die die gleichen Interessen haben.

 

Ich bin aber nicht bereit, zu akzeptieren, dass diese Gebührenfreie Nutzung dazu führt, dass, sobald es möglich ist, Wasserfläche geblockt wird und dann leer bleibt.

 

 

Ich habe viele Stunden damit zugebracht, die Nutzer zu zählen. Vor sogenannten Schul- und Vereinsbädern, aber auch vor Mischbädern.

Konkrete Beispiele

 

Eine 25 Meter Schwimmhalle wird von durchschnittlich 4- 15 Vereinsmitgliedern genutzt. Das heißt, für diese geringe Anzahl Nutzer wird die gesamte Halle in der Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt.

 

Eine 50 Meter Schwimmhalle wird auf 4 Bahnen gesperrt für die Öffentlichkeit und ich habe mehrfach weniger als 10 Nutzer gezählt. Zeitgleich nutzt der gleiche Verein ein 25 Meter Bad und dort bietet sich das gleiche Bild.

 

 

Ich bin auch nicht bereit, hinzunehmen, dass Vereine Ausflüge machen von den Mitgliedsbeiträgen während die geblockte Wasserfläche leer und für die Öffentlichkeit gesperrt bleibt.

 

Solche Fahrten gehören zur Vereinskultur und ich empfinde sie auch als einen der Vorteile im Verein Mitglied zu sein.

 

 

 

 

 

 

Nur muss dann die Wasserfläche frei gegeben werden.

 

In Kommunen, die Nutzungsgebühr erheben, hat man das Problem leerer, von Vereinen geblockter Wasserflächen nicht.

 

Um den Vereinssport zu erhalten und zu fördern, muss man andere Wege gehen.

 

Es gibt ein System, in dem der Berliner Senat den Berliner Bäder Bäder Betrieben die Einnahmen, die nicht generiert werden bei Vereinsnutzung, zahlt.

Nur nebenbei: das gleiche Bild bietet sich während des sogenannten Schulschwimmen. Ich habe mehrfach in unterschiedlichen Bädern über einen Zeitraum von 2 Stunden keinen Schüler Schwimmhallen betreten sehen. Ein Blick durch manches Panoramafenster der Bäder zeigte klar leere Wasserflächen.


Diese Mittel könnte man anders einsetzen.

 

Zunächst muss ganz klar eine Definition Bahnen Auslastung erfolgen.

 

Hier braucht es natürlich Unterschiede.

Es gibt Breitensport, bei dem Bahnen mindestens so ausgelastet werden dürfen wie beim öffentlichen schwimmen.

 

Es gibt Mastersschwimmen, bei dem die Bahnen weniger ausgelastet sein dürfen, um zu ermöglichen, dass Vereinsmitglieder vernünftig trainieren können.

 

Eine Gebühr je Bahn und Stunde oder, wie in einigen Kommunen üblich 45 Minuten. Differenziert, ob es sich um 25 oder 50 Meter Bahnen handelt.

 

 

Statt angebliche Nutzungen zu zahlen, die in der behaupteten Form nicht erfolgen, könnte der Senat,in einem wirtschaftlich für Vereine akzeptablen Zahlmodus die tatsächliche Nutzung erstatten.

Über eine technische Einlasskontrolle und nicht, wie oft üblich, Strichlisten, die manipulierbar sind, wird kontrolliert werden können, wie die Auslastung der reservierten Bahnen tatsächlich war.

 

Jede Auslastung, die wie in der Reservierung angegeben, wird voll erstattet. Alle anderen nicht.

Man könnte ein System installieren, dass Vereine auch insofern fördert, dass für eine Mehrauslastung weitere Bahnen zur Verfügung gestellt werden oder, wenn es weiter immer weniger Gesamtwasserfläche geben sollte, in Form von finanziellen Zuwendungen.

 

Vereine in Berlin haben eine starke Lobby.

Das ist mir klar.

 

Das Scheinargument „Das war schon immer so“ ist längst überholt.

Es gibt das „war schon immer so“ Berlin seit vielen Jahren nicht mehr.

 

Eigentlich fehlt nur noch, dass Vereine Unterorganisationen bilden und geblockte Bahnen weitergeben. So nach dem Motto XY gehört aber zum Verein.

Das wäre jedenfalls ein Mittel um der Diskussion um Nutzungsgebühren entgegen zu treten.

 

Ist aber nur eine Fantasie von mir......

 

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