Fällt das System aus, soll der Premiumkunde Schlange stehen

27.06.2016

 

Morgens 10 Uhr vor einem Berliner Freibad

Servicequalität Fehlanzeige

Sicherheitsmitarbeiter wird unverschämt

 

 

Als ich ankam, gegen 9.30 Uhr, ich hatte die Hoffnung, das Bad würde vor 10 Uhr öffnen, standen dort bereits etwa 50 Kunden. Viele mit kleinen Kindern in der Sonne und auf Nachfrage, bekam ich zu hören, dass einige bereits seit 9 Uhr dort waren. Sie hatten ebenfalls gehofft, das Bad würde, wie im letzten Jahr bei Hitze noch möglich, schon früher öffnen.

 

 

Ich kam ins Gespräch mit einer älteren Kundin „Seit 40 Jahren gehe ich hier her, aber so was wie die letzten beiden Jahre habe ich noch nie erlebt. Beschweren nützt ja nix.“

Ich habe ihr Mut gemacht und gesagt, sie soll dem Senator schreiben und dem neuen Vorstandsvorsitzenden, Herrn Scholz-Fleischmann und habe ihr die Postadressen gegeben.

 

Die Schlange der Wartenden wurde immer länger und hinter mir stand ein Mann meines Alters und lamentierte „Die haben doch Überschüsse erwirtschaftet, aber typisch Beamte eben“

Natürlich wollte ich das auf unseren 'Bademeistern' nicht sitzen lassen und habe versucht, ihm zu erklären, dass die Zahlen leider nicht aussagen, wie es wirklich steht um die Berliner Bäder Betriebe.

Der Mann ließ das nicht gelten mit dem 'Argument' „In der Morgenpost stand das aber und natürlich ist der neue Chef nur wieder ein Beamter“.

 

Völlig sinnlos, da weiter zu diskutieren.

Das ist exakt das, was dabei raus kommt, wenn Pressemitteilungen glauben machen, dass alles gut sei und man den Mitarbeitern im operativen Bereich einen faulen Lenz nachsagt.

 

Um kurz vor 10 Uhr reichte die Schlange bis zur nächsten Ampel.

Keine Minute vor 10 Uhr öffneten Security Mitarbeiter das Tor zum Bad.

 

In diesem Bad gibt es eine Kasse und mehrere Drehkreuze.

Für Inhaber der Premiumkarte oder von Mehrfach- und Sammelkarten heißt das, dass sie durchgehen können an einem dafür vorgesehenen Drehkreuz.

 

Ein Drehkreuz reagierte nicht auf Mehrfachkarten. Der Security Mann sagte „Dann sind die abgelaufen“

Die Einwände der Kunden, dass, wie zum Beispiel eine Frau sagte, sie die Karte gerade erst erworben hätte, ignorierte er und forderte die Kunden auf, sich an der Kasse anzustellen.

Einige Kunden hatten, wie ich, eine Premiumkarte. Auch die funktionierten nicht.

Seine Aussage, in einem unverschämten Ton „Die sind dann wohl ungültig“.

Ein Mann versuchte ihm zu erklären, dass man das Gültigkeitsdatum auf den Premiumkarten ablesen kann. Die Antwort des Security Mitarbeiters: „Sie müssen sich genau wie alle anderen an der Kasse anstellen“

 

In der Zwischenzeit waren die ersten Kunden mit Kind und Kegel mit Tageseintrittskarten an den Drehkreuzen und der Security Mitarbeiter ließ sie durch den Durchgang, der geöffnet wurde neben den Drehkreuzen.

 

Meine Premiumkarte funktionierte ebenfalls nicht und die Anzeige zeigte „Durchgang frei“ aber das Drehkreuz bewegte sich nicht.

Zwischenzeitlich war ein Kunde weg gegangen, tobend. Mit Recht.

Der Security Mann war immer noch der Meinung, die Karten seien ungültig.

Ich zeigte ihm die Rückseite der Premiumkarte, auf der das Datum der Gültigkeit deutlich zu lesen ist. Das interessierte ihn überhaupt nicht.

 

Man stelle sich das vor. Da stehen Leute eine Stunde in der Sonne, haben über 500 Euro/ ermäßigt über 300 Euro bezahlt und sollen sich an die mittlerweile bis hinter die Ampel angewachsene Schlange anstellen?

 

Ich war das erste Mal kurz davor, an der Kasse eines Schwimmbads einen Wutanfall zu kriegen. Das äußert sich bei mir so, dass ich ganz ruhig und leise werde.

Ich habe ihm gesagt, ich gehe jetzt hier durch, egal ob das System funktioniert oder nicht. Mein Handy, um die Polizei anzurufen falls er mich daran gehindert hätte, war Griffbereit. Ich war wirklich auf 180.

Ich hätte es drauf ankommen lassen. Der Mann ist entweder von den Berliner Bäder Betrieben überhaupt nicht informiert worden über diese Art Probleme, die immer wieder an Kassen der Berliner Bäder auftauchen.

 

 

Zum Glück funktionierte dann eines der Drehkreuze noch.

 

Der restliche Aufenthalt war nicht wirklich erfreulich. Das Wasser war toll, aber keine Aufsicht, die direkt am Beckenrand saß, scheint sich hier dafür zu interessieren, dass auch hier, in einem Fall links, etwa 2 Meter von zwei Aufsichtspersonen entfernt, vom Beckenrand gesprungen wird.

 

Nach 1000 Metern war Schluß, obwohl gezählte 27 Leute im Becken waren. Ich hatte keine Lust auf das Risiko eines Unfalls mit springenden Kindern und Jugendlichen. Die sprangen mittlerweile vom Kopfende vor die Gäste im Wasser

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