Das neue Personal

Personalverstärkung: wer setzt die Prioritäten?

Das ist der Titel einer Kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus von Frau Dr. Hiller, Partei Die Linke.

 

Die für mich als Kundin wichtigste Frage

FAB: Fachangestellte für Bäderbetriebe.

Das heißt nichts anderes, als dass zum Beispiel Schwimmmeister oder Rettungskräfte nicht eingestellt werden.

Der Beruf des Schwimmmeisters ist in der Ausbildung früher etwas weniger umfangreich gewesen. Allerdings habe langjährige Schwimmmeister längst oft die erforderlichen 'Scheine' nachgeholt und können zudem mit ihrer langjährigen Praxis aufwarten.

Das gleiche gilt zum Beispiel für so manchen Rettungsschwimmer, der seit Jahrzehnten, ob nun saisonal oder in Teilzeit oder ähnliches am Beckenrand Dienst macht. Wie viele von denen haben die erforderlichen Weiterqualifikationen und werden jetzt trotzdem nicht eingestellt?

 

Vom Verband Deutscher Schwimmmeister wurde vor kurzem die Zahl 2500 ausgegeben. 25000 Mitarbeiter fehlen in deutschen Bädern.

In Berlin halte ich die Personalnot und die Einstellung von so wenig Mitarbeitern für den Beckenrand für Hausgemacht.

Zum Einen natürlich die von mir oft genug als verfehlt dargestellte Personalentwicklung im operativen Bereich.

Hier nur kurz: wie viele gehen dieses Jahr in Altersrente oder sind in Altersteilzeit gegangen? 

Ich jedenfalls weiß von 6 mit Sicherheit.

Zum Anderen, wenn man 'nur' FAB einstellt statt den langjährigen, erfahrenen Leuten, die an Beckenrändern arbeiten, eine Perspektive zu bieten, die uns Kunden zu gute kommt, dann ist das schlicht ohne Weitsicht meiner Meinung nach. 

Wenig Einstellungen heißt nichts anderes als immer wieder "außerplanmäßige" Schließungen.

 

Kassierer müssen so eingestellt und eingesetzt werden, dass es Sinn macht. In Schul-Kurs- und Vereinsbädern zwei Kassierer einzusetzen während in Freibädern bei 30 Grad nur eine Kasse öffnet, ist sinnentleert. Und das habe ich selbst erlebt. Warum ich das erwähne? Weil das Kassensystem meiner Ansicht nach dringend umgestellt gehört. 

Erstens muss es endlich die Möglichkeit geben, online Tickets zu kaufen. Der große Teil der Stammschwimmer hat Sammelkarten oder Jahreskarten. Wer gern spontan schwimmen will, muss sowieso erstmal schauen wo es ein geöffnetes Bad gibt.

Ich frage mich, warum man 2016 noch immer kein Handyticket eingeführt hat?

Für alles andere kann man Automaten aufstellen. Und in Kernzeiten könnte man zum Beispiel eine Servicestation mit Personal ausstatten, das auch noch Karten verkauft.

Zur Erinnerung: 25 neue Mitarbeiter im operativen Bereich werden zusätzlich finanziert. 10 sollten sowieso eingestellt werden laut Aussage von Frau Siering, damals alleinige Vorständin,  im Sportausschuss am 29.01.2016 

 

 

Aha und wofür braucht es dann  Teamtage die Teams festigen sollen?

Diese Antwort zeigt doch deutlich, wohin die Personalentwicklung will. Mitarbeiter, die flexibel eingesetzt werden, wo grade Bedarf ist.

Mal davon abgesehen, wer entscheidet diesen "Bedarf", der schließlich in allen Bädern ist?

Nach welchen Kriterien? Nach Sternen, Temperaturen oder Beliebtheit anhand Öffnungszeit-Besucherzahl?

Um es mal mit meinen Laien Worten zu sagen: kennt eigentlich jeder FAB jedes Bad und seine Tücken? Die Wege? Ich halte es für Kontraproduktiv Mitarbeiter in allen Bädern einsetzen zu wollen. Jedes Bad ist anders und es braucht Mitarbeiter, die 'ihr' Bad kennen und im Fall der Fälle schnell, effektiv und teamfähig handeln können. Wie soll ein ständiger neuer Kollege das bewerkstelligen bei aller fachlicher Kompetenz?

 

Wofür braucht es in der Verwaltung eigentlich mehrere Bädermanager und nicht nur in einer Dienststelle einen Mitarbeiter?

Bädermanager, frühere Regionalleiter, fahren die Dienstpläne in die Bäder. Nein, ich mache keine Witze. Das gehört zu ihren Aufgaben. Jeder Bädermanager will natürlich 'seine' Bäder öffnen. Ihnen übergeordnet muss also eine Person entscheiden, in welchem Bad der Mangel behoben werden soll. Nur eine Zahl. Nach Einschätzung vieler Fachleute fehlen etwa 75-120 Mitarbeiter um den operativen Bereich in Berliner Bädern so auszurüsten, dass Bäder Kundenfreundliche, zuverlässige Öffnungszeiten aufweisen.

Und nun sind schon sieben eingestellt um Bedarf zu decken...

 

 

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