Die Aussagen des Bäderchefs vom Interview Tag unter der Lupe

Einheitliche Öffnungszeiten, keine Erhöhung und Vereinfachung der Preise

 

So könnte man die Interview Antworten interpretieren.

 

Kommentar zum Tagesspiegel Interview

 

"Schwimmen bis der Arzt kommt"

 

Herr Scholz- Fleischmann hatte am 12.08.2016 einen Tag für Interviews anberaumt.

Viele Fragen, viele Antworten. 

 

Alles in allem, das will ich vorweg nehmen, sind viele  Antworten nicht so konkret, wie ich- und möglicherweise die meisten Stammkunden- mir das gewünscht hätte.

Dennoch.

 

Da ist ein anderer Ton zu lesen als bisher.

"Auch die Öffnungszeiten wollen wir vereinheitlichen"

Luftsprung, als ich das las. Und dann "Von 6.30 Uhr bis 8 Uhr, ab 8 Uhr die Schulen und ab 14 Uhr die Vereine"

 

Bruchlandung

Schul-Kurs- und Vereinsbäder, bis auf die beiden Hallen, die der Öffentlichkeit nicht zugängig sind, werden schon genau so geöffnet für die jeweiligen Nutzergruppen.

Welche Schwimmhallen sind also damit gemeint? Das macht mich skeptisch. Noch mehr

Schul- Kurs und Vereinsbäder?

 

Andererseits. Wenn dann wirklich die Kurse dort stattfinden würden und es endlich Zuverlässigkeit in den anderen Bädern gibt, dass man schwimmen- nicht baden- kann, würde ich  auch Wege in Kauf nehmen.

Wenn allerdings weiter Kurse die früheren, auf Schwimmsport ausgerichteten Bäder mit 50 Meter Becken belegt sind von allen möglichen Gruppen, dann war das dieses Jahr meine letzte Premiumkarte.

Ich teste ab Herbst das FEZ. Da habe ich defintiv Sportbahnen und die Fahrt ist für mich als Tempelhoferin nicht weiter als seit zwei Jahren von April bis September. 

 

Herr Scholz-Fleischmann gibt den Tipp, ins Lochow zu gehen, wenn ich die Erwähnung  richtig verstehe.

Sommerbad Wilmersdorf lesen

Sorry, das ist mit Sicherheit eines der Freibäder, in denen man am ehesten sportlich schwimmen kann, aber ab spätestens 13 Uhr ist das unmöglich. Wie in jedem Freibad.

Mal davon abgesehen, dass ein Freibad nur wenige Monate im Jahr geöffnet hat.

Eine "Sortierung" erfolgt auf den drei Bahnen auch nicht. Solange das nicht endlich eingeführt wird, ist die Aussage "schwimmen bis der Arzt kommt" ein lustiger Gimmick. Mehr nicht.

Morgens, halb zehn im Freibad lesen

Herr Scholz- Fleischmann hat, und das finde ich ein echtes Novum, unsere Bademeister als "Mitarbeiter, die sich mit dem Bad identifizieren" dargestellt. Da klingt endlich die Wertschätzung durch, die so dringend nötig ist.

Die Aussage "wir schicken keinen aus Marzahn nach Zehlendorf" allerdings ist de facto falsch.

Warum sehe ich dann Bademeister aus, sagen wir mal, Reinickendorf am Hüttenweg. (Das dient nur der Veranschaulichung) Selbstverständlich tingeln die Mitarbeiter, sofern der Arbeitsvertrag keinen Arbeitsort ausweist. Hier ein Beispiel lesen

"Wir erfüllen die Wasserzeiten zu 94%"

 

Das ist eine völlig andere Aussage, als "Öffnungszeit zu 96% zuverlässig"

So eine Aussage suggeriert dem Vollzahler, er könne zu 96% davon ausgehen, geöffnete Bäder zu finden.

Tatsächliche Ausfälle der Betriebsstundem im vorläufigen Überblick 1. Halbjahr 2016 klick

 

Die Frage wer die "Wasserzeiten nutzt" wurde nicht gestellt. Schade.

Hier die Nutzergruppen in den Bezirken klick

 

Die Frage bleibt: zu welchem Ergebnis kommn die Berliner Bäder Betriebe in Punkto geöffnete Bäder für Schwimmer?

 

"Tarife vereinfachen und einen zwei Stunden Tarif einführen"

 

Da kann ich nur sagen: danke.

Dann sieht man endlich, wie lange der durchschnittliche Kunde wirklich im Bad ist.

Außerdem ist ein zwei Stunden Tarif, noch dazu wie Herr Scholz-Fleischmann sagte, "mit der Möglichkeit nachzuzahlen, absolut angemessen. Fast alle, die ich kenne, müssen sich in ihrem Sport einschränken, wenn sie das Pech haben außerhalb des SSE und zu anderen Zeiten als abends, zu schwimmen. Bis dato sind es in allen Bädern 65 Minuten Kurzzeittarif und im SSE 90 Minuten. 


"Vereine schwimmen kostenlos"

 

Und wenn das so bleibt, werden Bäder teurer werden müssen

 

Nutzungsgebühr für alle lesen

"Wir würden nur Liegewiesen hergeben, die für den Betrieb nicht notwendig sind"

 

Ich schrieb es bereits. Kein Grashalm ist "für den Betrieb eines Freibad notwendig" hier mehr lesen

 

 

 

Zum Tagesspiegel Artikel klick

 

 

Aus der BZ "Warum ein Bäder Boss nur das Seepferdchen braucht"

 

"Früher wurde für Sportschwimmer gebaut. Heute ind die Generation 55 plus und Familien die größten Nutzergruppen. Sie wollen Rutschen und Aqua Fit"

 

so eine der Antworten in der BZ

 

Wer? Die Familien oder die 55 plus Generation?

 

Das ist, freundlich ausgedrückt, an der Realität in Berliner Schwimmbädern vorbei.

Zu den Zeiten, zu denen ich schwimme, bin ich mit  jetzt 52 Jahren die jüngste in der Bahn. Da ist der knapp 70 jährige Herr, der mindestens 2 km Bahnen zieht und das 5 Mal die Woche. Da ist die 63 jährige Dame, die täglich 2 km schwimmt. Da ist die 64 jährige, die 4 Mal pro Woche ihre 1,5 km Bahnen schwimmt und so weiter.

Da sind die vielen über 65 jährigen, die 4 Mal in der Woche, langsam, auch plaudernd, im Schwimmbad sind um für ihre Gesundheit was zu tun. Gesundheitsvorsorge = Daseinsvorsorge.

Keiner von denen will Aqua Fit oder Rutschen.

Wenn Familien gemeint sind, die einmal pro Monat in ein Bad wollen, gern öfter und herzlich willkommen. Es gibt doch "auf Familien ausgerichtete Bäder" mit dem angeblich gewünschten "wärmeren Schwimmbecken".

 

Im Bäderkonzept gibt es die in der Tabelle dargestellten Öffentlichkeitsbäder. Das meint, ohne Schulen und Vereine. Im Stadtbad Wilmersdorf sind Vereine, das SSE oft genug geschlossen wegen Wettkämpfen. Alle Warmbäder bleiben davon frei

 

Warum sollen die auf 50 Meter Bahnen paddeln und rutschen? 

Seit 2014 werden 50 Meter Bahnen mit Aqua Fit Kursen belegt, so dass der normale Kunde nicht mal mehr eine ganze Bahn hat.

 

Merkwürdig an denen, die "warmes Wasser wollen" laut des angeblichen Resultat einer Umfrage, dass dieses Klientel kein Problem hat in Freibädern mit 22 Grad herum zu toben. Und das nicht nur bei 30 Grad zur Abkühlung. Da sind die alten Damen über 70, die es "erfrischend" finden, bei 15 Grad Außentemperatur im Sommerbad Mariendorf zu planschen. Da ist der alte Herr, der seit 40 Jahren dort seine10 Bahnen täglich schwimmt und das Kombibad Mariendorf mit 26 Grad zu "warm" findet.

Vielleicht wäre Transparenz bei Umfragen genau so hilfreich wie Transparenz in der Bäder Politik in Berlin...

 

Bitte, findet endlich eine ehrliche Begründung. Die lautet: mit Schwimmern allein ist kein Geld zu verdienen. Das ist so. Aber dieses Gerede, was Berliner Schwimmbad Kunden angeblich wollen, nervt.

Wer nur bis zur eigenen Nutzertür schaut, dreht sich im Kreis lesen

 

 

Geht mal auf die Straße und fragt. Wetten, jeder Vierte in Berlin sagt "Öh, nö. Die Schwimmbäder sind mir zu ranzig und das kalte Wasser." Nachfrage: "Wann waren sie zuletzt im Schwimmbad" Antwort "Igitt, ich geh doch nicht schwimmen."

Weitere Nachfrage "Würden sie gehen, wenn es wärmer wäre" Nein.

Denn das sind Leute, die baden wollen und bei 7,50 Euro Eintritt lieber 5 Euro drauf legen und in Thermen fahren, um dort auf dem Wasser rum zu liegen. Mit Thermen konkurrieren zu wollen als Unternehmen der öffentlichen Hand ist nicht Zukunftsweisend. Es vergrätzt die Stammkunden und die neuen werden, sobald diese Badetempel alt werden, in 5, 6, 10 Jahren, abwandern.

Erst muss man die Stammkunden zu halten versuchen, um dann neue zu gewinnen.

Das Gegenteil passiert. Leider.

Das Ergebnis meiner Umfrage unter mittlerweile wahrscheinlich wird Anfang November vorliegen. Die Tendenz ist aber jetzt schon deutlich.

 

Die Berliner Bäder Betriebe können keine Konkurrenz sein für privat betriebene Thermen.

Daseinsvorsorge.

Wer soll denn die Saunen und neuen Einrichtungen betreiben? Ein kommunaler Bäder Betrieb, der nie mit Privat Unternehmen mithalten kann.

Heute sind es Meerjungfrauen, morgen wieder was Neues.

 

Mit dem Bummelzug in die Multioptionsgesellschaft. Was vor Jahren in Kommunen gebaut wurde und heute vielerorts marode ist klick

Badetempel statt Daseinsvorsorge lesen

 

 

Artikel in der BZ lesen

Mir ist völlig klar, dass viele sich jetzt fragen, warum ich trotzdem weiter die Hoffnung habe, dass es besser wird.

 

Der gesamte Tenor der Antworten ist der Grund.

Da ist von "überarbeiten" des Bäderkonzept die Rede. Herr Scholz-Fleischmann sagt, woran gearbeitet wird und das sind viele Dinge, die zementiert schienen.

Herr Scholz-Fleischmann negiert nicht zukünftige, mögliche Probleme im Bezug auf Wohnungsbau auf Freibad Wiesen. Er artikuliert eine deutliche Wertschätzung des operativen Bereich. Er formuliert, dass ein Leitbild von unten nach oben mitgetragen werden muss. Er hat sich beworben und er hat Erfahrung mit den Tücken kommunaler Strukturen. 

 

Mein Vertrauensvorschuß gilt.

Die Hallenbad Saison 2016/17 beginnt am 05.09.2016.

 

Dann wird sich zeigen, ob das Vertrauen gerechtfertigt ist oder ob alles bleibt, wie es war. Natürlich geht nicht alles sofort zu ändern. 

Ich persönlich werde das an den Öffnungszeiten, sprich, Betriebsstunden pro Bad messen und die Nutzergruppen Gerechtigkeit anhand von Belegungen in allen Bädern.

Spätestens zur Sommer Saison 2017 wird sich zeigen, ob es neue Tarife, das online Ticket, Bahnen Belegungspläne, mehr geöffnete Schwimmhallen bei schlechtem Wetter gibt.

 

Und wenn dann endlich, nach Jahren der Verdrängung des Schwimmsports als Breitensport, Schwimmer wieder eine Wasserfläche vorfinden, in der von unseren Bademeistern, mit Rückhalt des Unternehmens, geregelt wird, wer in diese Sportbahnen gehört- wird es endlich wieder für viele  heißen "Die vielseitigste Bäder Landschaft in Deutschland schwimmt allen voran"

 

 

Laien Gedanken zur Bäder Politik lesen

 

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