Mini  Playlist für das letzte Sommer Wochenende

Als Jugendliche fand ich Reggae blöd. Alles Hippies und Kiffer. Und mit Drogen hatte ich nichts am Hut. Zumindest dachte ich das. Jung, bockig, engstirnig eben.

In meinem Kopf musste es klar bleiben, um das Chaos darin im Griff zu behalten.

Irgendwann hörte ich zum ersten mal Dancehall Reggae und Ragga. Von da war es nicht mehr weit, zurück zu den Wurzeln des Reggae.

Und dann war ich echt wütend. Ich hatte oft mit Nazi Skins zu tun. Das lag ja in der Natur der Sache. Warst du nicht Massenkonform, galt man als Linke. Und die wurden gejagt - und oft genug verprügelt. Immer von einer Überzahl. Feige.

 

Die Sharp Skins der 1960 er Jahre hörten Ragga, Ska und Reggae. Sie identifizierten sich als Arbeiter (in England) trugen in den 1960 er Jahren Kleidung wie sie später von den Nazis okkupiert wurde und bis heute damit in Verbindung gebracht wird.

Doc Martens, die Lonsdale oder Ben Shermann und Fred Perry  Kleidung waren ein Zeichen dieser Sharp Skins. 

 

Ich habe dann, aus eben jener Trotzigkeit der Jugend heraus, demonstrativ diese Kleidung getragen. Jeder kannte mich und wo ich politisch stehe. Natürlich gab es damit noch mehr Ärger, aber das war mir schon immer egal. Rote Schnürsenkel in den Docs waren deutliches Zeichen für Anti Nazis. Auf die Nase gab es dennoch, von links und rechts.

Ich war irgendwie stolz auf meinen Dickkopf. Das habe ich so lange durchgezogen, bis auch der letzte, so meinte ich als damals noch Weltverbesserin, kapiert haben muss, dass Kleidung nichts sagt über die Gesinnung.

 

Heute denke ich anders. So traurig ich es finde, dass die beschriebenen Klamotten den Nazis zugeordnet werden. Ändern kann ich es nicht. Naja, außerdem kehre ich doch immer wieder zu Nietengürtel und schwarz zurück. Zumindest trage ich schwarz, bis sie was noch dunkleres erfinden. Schwarz ist bunt genug.

 

Prince Buster, einer der Größten im Ska und Rocksteady ist gestern getorben. Heute also eine Erinnerung an einen Teil meiner 1980 er Jahre.

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