Planlos oder Absicht?

Was genau ist eine Schließung wegen Wartung und wer plant so?

 

Einige Bäder werden Monatelang geschlossen und als Grund wird angegeben "wegen Wartung und Reparatur". Beispiele Kombibad Seestrasse, Schwimmhalle Kaulsdorf, Stadtbad Spandau und viele weitere.

Jetzt also die Schwimmhalle Kaulsdorf. In dieser 

angeblichen Wartungszeit, was passiert da, frag ich mich und wie ich viele meiner Follower und deren Tweets lesen ebenfalls.

Klar, die Schließungen von Schwimmbädern, sind gar keine echten Schließungen. Sie sind für die Öffentlichkeit, also die Vollzahler geschlossen. Schulen, Vereine und Kurse mit einer limitierten Nutzerzahl und begrenzter Zeit, dürfen weiter in die Schwimmhallen.

Noch deutlich kann man nicht zeigen, dass die Schwimmhalle geöffnet ist, außer wieder einmal für die Öffentlichkeit. Dieses Bad ist binnen 1 Woche drei Mal geschlossen.

Und das ist noch wenig.

 

Die Schwimmhalle Kaulsdorf war seit dem 17.05. für die Öffentlichkeit nicht zugängig, hatte nach Wieder Öffnung gekürzte Zeiten und wird im Januar erneut ausfallen.

Warum wurden "Arbeiten an der Lüftung" nicht von Mai 2016 bis Oktober durchgeführt? 

 

Ähnliches gilt für die Schwimmhalle Helene Weigel Platz, wenn auch zum Glück kürzer.

Montags ist die Halle bis 12 Uhr geschlossen, aber notwendige Arbeiten müssen an einem anderen Tag durchgeführt werden. Was soll das?

Das Stadtbad Tiergarten war Wochenlang

geschlossen wegen Legionellen, kommuniziert in Salamitaktik, immer nur das, was sowieso schon durch Aushänge am Bad bekannt war, für eine größere Öffentlichkeit. Haben die Berliner Bäder Betriebe noch immer nicht verstanden, dass die treuesten Kunden immer mehrere Bäder nutzen? Weil das Bad in der Nähe längst so nicht mehr existiert, zu warm ist, zu teuer oder gar nicht geöffnet. Das Bad war von Anfang August bis Anfang September zu. Die Schließung zur "technischen Wartung und Reparatur" erfolgte dann in den Herbstferien, im Oktober. War es unmöglich, diese Wartung und Reparaturen während der Wochenlangen Schließung durchzuführen? Offensichtlich ja. Oder nennt man das Planungsinkompetenz?

 

 

 

Diese Fragen entstehen, weil Kunden mittlerweile mißtrauisch sind. Die Glaubwürdigkeit der Kommunikation hat seit Herbst 2015 massiv gelitten. Waren Kunden schon vorher verärgert, über zu späte, teilweise gar keine Hinweise, über die Ignoranz bei Beschwerden, ist es seit vergangenem Jahr ein ausgewachsenes Mißtrauen.

Woran das liegt?

Wenn Kunden Augen- und Ohrenzeugen werden, in den Bädern, wie aus vielen Mails und Hinweisen hervor geht, von offensichtlicher Lügerei bei Schließungs Begründungen, dann verwundert das nicht.

Dachte ich zuerst, es war ein einzigartiger Zufall, dass ich Zeugin war, wie aus einer "Schließung wegen Erkrankung eines Mitarbeiters"  im Aushang am Bad auf der Homepage eine Schließung aus "technischen Gründen" wurde, wurde ich eines besseren belehrt.

Ein "Einlassstopp aufgrund hohen Besucheraufkommen"  stellte sich als Personal in ein Freibad abgezogen heraus. 

 

Was ist eigentlich der Grund, dass die Berliner Bäder Betriebe keine Kundenfreundliche Kommunikation und Planung auf die Beine stellen? Man kann Kunden erklären, warum was und vor allem wann eine Schließung erfolgt. Man kann Kunden erklären, warum während einer Monatelangen Schließung notwendige Arbeiten nicht durchgeführt wurden (Stichwort Ersatzteile).In ganzen, verständlichen Sätzen. Mit "Betriebsbedingt" und anderen lapidaren (angeblichen) Phrasen Kunden abzuspeisen ist angesichts des öffentlichen Auftrags zur Daseinsvorsorge eine Unverschämtheit.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Blindschleiche (Freitag, 25 November 2016 21:52)

    Vielen Dank dafür. Ich bin seit diesem Sommer wirklich eine Stufe jenseits von verärgert über das Krisenmanagement und die Kundenkommunikation der BBB. Ein vom Senat reichlich bezuschusstes und offensichtlich unfähiges Management. Die Schwimmmeister und Bädermitarbeiter seien hier ausgenommen, die können dafür nichts. Ich bin einfach nur wahnsinnig enttäuscht und sauer, dass die hervorragende Bäderstruktur der Bundeshauptstadt mit schlechtem Personalmanagement über Jahre so heruntergewirtschaftet werden konnte. Vom zuständigen Senatsressort fühle ich mich hier auch nur veräppelt. Und wenn ich mir hier durchlese, wie die zuständigen Senatoren Strukturen zulassen, die Vereine ungehindert und kostenlos mehrere Bahnen in mehreren Bädern (oder gleich ganze Bäder, ist ja einfacher) blockieren für 1-5 Mitglieder, die teils von den Vereinen Geld abgeknöpft bekommen haben, könnte ich, Verzeihung, im Strahl k*tzen.
    Da bleibt nur weiter Lobby bilden, Krach machen, Druck machen. Bin endgültig durch mit Verständnis haben. Es ist gut und richtig, dass viele Journalisten und Politiker hier mitlesen. Ich wünsche mir von Ihnen, den Beschwichtigungen des jeweiligen Bäderchefs und Bädersprechers hier deutlich entgegenzutreten! Es sind unsere Steuergelder und unsere Gesundheit!