Hört endlich auf euch und uns was vorzumachen

Alle Bäder erhalten - Zuschüsse erhöht - zusätzliches Personal finanziert

 

 

 

Kommentar zur Situation der Bäder in Berlin

 

 

 

 

 

'Die' Politik beteuert seit Jahren, dass alle Bäder in Berlin erhalten bleiben sollen. Es wird kolportiert, dass mehr Wasserfläche entstehen soll durch den Bau der Multifunktionsbäder in Mariendorf und in Pankow.

 

In Mariendorf wird ein Bad mit 3 Schwimmbecken, einer Sprungrube, einem Nichtschwimmerbecken geschlossen und dafür ein Bad mit was genau gebaut? Eine Ausschreibung finde ich bisher nicht. 

 

Fehlende Transparenz

Mangelnde Kontrolle

 

Marode Bäder

Fehlende Bürgerbeteiligung

Mangelnde Kommunikation

Desaströse Personalsituation

und das sind nur einige Punkte an denen es seit Jahren krankt.

 

Die Berliner Bäder Betriebe, werden mit Anfragen zu geschlossen Bädern, zu Wasserflächen, Betriebszeiten und vielem mehr seitens sehr engagierter Abgeordneter  phasenweise regelrecht überschwemmt. Die Antworten sind immer die gleichen.

Sofern geantwortet werden kann. 

Wenn den (verschiedenen) Koalitionen unsere Bäder so wichtig sind, muss endlich ein Kontrollgremium her, das seinem Namen gerecht wird.

Und die Wahrheit darf nicht länger in verschwurbelten Formulierungen ertränkt werden. "Notfall Bausubstanz" um nur eine zu nennen.

Die Evaluation des Bäderkonzepts, welches vor knapp 3 Jahren mit großem Getöse nach langen Querelen vorgestellt wurde, ist nur dann sinnvoll, wenn eine Kehrtwende eingeleitet wird.

 

Nicht alle Bäder können erhalten werden

 

Das muss endlich auch im Senat ankommen und vor allem den Berlinern auch ehrlich gesagt werden.

Wer von denen, die sich als Stammkunden jeden Tag mit der Realität konfrontiert sehen, glaubt denn das noch, wenn die Politik den Satz "wir wollen alle Bäder erhalten" vor sich her trägt?

"Technische Gründe" müssen immer öfter für Schließungen herhalten. Die "Betriebsbedingungen" sind schon fast amüsant, jeder weiß, Personalnot und Fehlentscheidungen sind Ursache der Schließungen. Da können die Berliner Bäder Betriebe noch so oft behaupten, wie 90 Prozentig Wasserzeiten erfüllt werden. Für wen auch immer, jedenfalls nicht für Schwimmer, die außerhalb von Kursen ihrem Sport nachgehen wollen.

 

Die nächsten, geplanten Teilsanierungen betreffen unter anderem das Wellenbad Spreewaldplarz und das Stadtbad Tiergarten.

 

Wer entscheidet das?

 

Keine Frage, das Wellenbad Spreewaldplatz ist unter den Warmbädern, die von den Berliner Bäder Betrieben zu Sternebädern erklärt wurden, das einzige, das mehr bietet als das, was in anderen Kommunen Freizeitbad genannt wird. Allerdings ist das Bad völlig veraltet, die 1980 er Jahre lassen grüssen. Da helfen auch ein paar LED Birnen und hier und da Sanierungen der Technik nicht.

Wer das Stadtbad Tiergarten kennt, weiß, wie sehr es in die Jahre gekommen ist. Uralte Räume die Neukunden abschrecken.

 

Neubau vor Abriss

 

Oh, ja, ich liebe unsere schrulligen Berliner Bäder. Alle, jedes hat diesen Charme, mit dem ich aufgewachsen bin und deshalb ist es nicht leicht, loszulassen.

Das aber ist dringend geboten. Leider auch von den beiden Bädern, an denen ich ganz persönlich am meisten hänge. Das Kombibad Mariendorf und das Stadtbad Tempelhof. Tausende schöne Schwimmkilometer, jede Kachel kenne ich mit Namen und wehe, meine Stammkabine oder mein Stammspind ist besetzt.

Beide Bäder sind trotzdem nicht zu retten. Eine Sanierung, wie die in den Kombibädern Spandau Süd, 13 Millionen und Gropiusstadt, in dem völlig widersinnig über 16 Millionen Euro verbraten wurden. Eine wahnsinnige Summe, um giftgrüne Unisex Kabinen in völlig wirrer Gangführung zu gelb befliesten Duschen mit anthrazit schwarzen, glitschigen Bodenfliesen. Duschen, in denen Haken so plaziert sind, dass der geneigte Schwimmbeckennutzer freien Blick auf freie Hintern bekommt. 

Kaum eröffnet, gammelt jetzt das Edelstahl. Es ist stickig bis hin zu Kopfschmerzen bei längerem Aufenthalt. 

Das Kombibad Mariendorf hat nie die Aufmerksamkeit erhalten, die es verdient hätte. Verdient, weil die Badleitung dort trotz mangelnder Grundsanierung ein Bad für Kunden bereit hält, bei dem man sich nur wundern kann. 40 Jahre alt und über die Maßen gepflegt, im Gegensatz übrigens zu dem erwähnten Bad in Tiergarten.

Eine Sanierung würde 15 Millionen Euro und mehr kosten, deshalb will der Senat (Legislatur 2011-2016) dass dort neu gebaut wird.

Das Stadtbad Tempelhof wird mit Sicherheit in Mitleidenschaft gezogen, wenn hinter dem Bad der erste Spatenstich für Wohnungen erfolgt. Das Bad wurde 1964 eröffnet. Auch hier fehlte es all die Jahre an Aufmerksamkeit seitens der Verwaltung. Extremst gepflegt, aber eben unwichtig.

 

 

Alles in allem müssen mindestens diese Bäder vom Netz

Stadtbad Tiergarten

Stadtbad Tempelhof

Stadtbad Charlottenburg Neue Halle

Sport und Lehrschwimmhalle Schöneberg

Schwimmhalle Baumschulenweg

Kombibad Mariendorf

Kombibad Seestrasse

Wellenbad Spreewaldplatz

Stadtbad Lankwitz

 

Außerdem müssen Schul- und Vereinsbäder  den Vereinen übergeben werden. Vereine können Fachangestellte für Bäderbetriebe einstellen um gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Das Personal gehört in Bäder, die von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Man kann mit Vereinen ein Nutzungsrecht, für Schulschwimmen, in dem Personal der Berliner Bäder Betriebe genauso wie heute vor Ort die Aufsicht führt, vereinbaren in entsprechenden Verträgen. By the way, warum sind die heutigen Verträge so geheim, die mit Vereinen geschlossen sind?

So jedenfalls, wie bisher, geht es unter keinen Umständen weiter. Oder ist geplant, die 60 Millionen Euro teuren Multifunktionsbäder zu ähnlich großen Teilen wie heute schon die angeblichen Öffentlichkeitsbäder den Vereinen zur Verfügung zu stellen?

 

Das Wichtige: erst muss neu gebaut werden.

Ja, ich werde zu denen gehören, die sagen "ich bin doch zufrieden" "Mir reicht das was da ist".

Ich bin davon überzeugt, viele hängen an unseren in die Jahre gekommenen Bädern.

Aber, mal ehrlich. Wenn erst neu gebaut wird, werden wir nach Eröffnung noch eine Weile sagen "das war aber früher besser" und "nee, hier fehlt ja das und das". Aber nach einiger Zeit wird das neue Bad das neue Zuhause für Stammschwimmer. Man wird wehmütig sagen "weißte noch" und zugeben, dass die "neuen Duschen" doch prima sind und "die schicken Farben" und der tolle Beckenrand ohne Kletterarien. Und, die Neukunden werden endlich gern kommen wollen.

 

Gebaut werden müssen Funktionsbäder

 

Für Schwimmer, für Schwimmunterricht, für Vereine und auch für Kurse.

 

Diese Funktionsbäder gibt es von unterschiedlichen Anbietern und die Kosten sind genauso überschaubar wie die Bauzeit. Und genau darauf kommt es an. Funktionelle Becken, in denen alle Platz finden. Kurse getrennt von Schwimmern. Solche Funktionsbäder können zum Beispiel in einem Becken mit unterschiedlichen Temperaturen ausgestattet werden. So haben Warmbader und Schwimmer Platz.

 

Wenn die Politik das richtig kommuniziert, zum Beispiel indem endlich mal die Berliner Bäder Betriebe samt verantwortlichen Politikern zu Veranstaltungen einladen. 

Es gibt doch Premiumkunden. Von diesen liegen sämtliche Daten vor. Man könnte sie einladen, zu Diskussionen und Vorträgen. 

Dafür braucht es endlich Transparenz.

Es braucht einen Beirat aus zu wählenden Kunden und Nutzern der Berliner Bäder Betriebe. 

 

Ich bin sicher, wenn erst geredet wird, Fehler und Vorgehen transparent gemacht und  neu gebaut wird, versteht jeder, dass leider einige Bäder vom Netz müssen.

 

Was momentan passiert, versteht niemand mehr. Ich behaupte, selbst die engagiertesten Politiker, die alles versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen, sind  oft genug verzweifelt angesichts der heutigen Situation und der offensichtlichen Ignoranz.

 

Tabula rasa. Alles andere ist Schönfärberei auf Kosten der Berliner Schwimmer, Wassersportler und der Bäder Landschaft unserer Stadt.

 

 

Die Antwort oben im Bild stammt aus dieser Anfrage, könnte aber auch in zig anderen so gelesen werden

 

Rückblick 2016

Laie macht sich Gedanken zur Bäder Politik

Die Homepage der Berliner Bäder Betriebe - Provinzattitüde ohne Infogehalt

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