Bäderchef löst erste Zusage ein

02.02.2017

 

Sportbahnen werden angegeben

 

Im ersten Gespräch mit dem Bäderchef, Herrn Scholz-Fleischmann, hatte ich gefragt, ob es möglich ist, Sportbahnen zum einen vorzuhalten und auf der Homepage auszuweisen. Natürlich auch in Bädern die Schilder wieder aufzustellen und zu sortieren. Er sagte, das müsse sich einrichten lassen. Ok, das war keine Zusage, aber ich will den jetzigen Schritt einfach positiv interpretieren.

 

Sportbahnen werden jetzt auf der Homepage ausgewiesen.

 

Ein Großer Schritt für die Berliner Bäder Betriebe

 

Das klingt erstmal ziemlich hoch gegriffen, guckt man aber die ständigen Rückschritte an in der Realität in Bädern - erinnert sich überhaupt noch jemand daran, dass es mal Sportbäder gab? Jetzt müssen noch die Beschilderungen und  exakte Zeitangaben folgen.

Vor allem aber die Sortierung.

Tabelle mit den derzeitigen Angaben aller Bäder.

Lane rules

 

-Schwimmen in waagerechter Haltung

-der Kopf ist im Wasser

-rechts schwimmen, Kreisverkehr

-kein Brustschwimmen, es sei denn man ist Marco  Koch oder Adam Peaty oder schwimmt ohne  Grätsche

-nur sportliches Rückenschwimmen, keine  Propellerarme

-beim überholen grade machen

-kein überholen 2 M vor der Wende

-Pausen nur einzeln ohne Wandblockade

-Bahn ist Bahn, kein quer kreuzen der Bahn

Sortierung

 

-alle Kopf oben raus

-alle Dauer Mitte Schwimmer  raus

-alle Wandblockierer raus

-rücksichtslose Überholer raus

-alle Querpaddler raus

-spielende Kinder raus

-Quertaucher raus

-an der Seite stehende raus

 

 


Unterschied Sportbahn - Schnellschwimmerbahn

 

Es gibt sie tatsächlich. In den wenigsten Bädern, aber sie existieren. Beschilderte Schnellschwimmerbahnen.

Wer da so glaubt, schnell zu schwimmen, ist echt unglaublich. Ich käme bei meinem jetzigen Tempo niemals auf die Idee, mich in die Schnellschwimmerbahn zu begeben. Halten sich Leute, die für 1000 Meter mehr als 15 Minuten brauchen für die nächsten Olympiasieger?

Sportbahn

Tempo hat keine Relevanz - Rücksicht zählt

 

Ich bin in den letzten zwei Jahren immer defensiver geschwommen und dadurch langsamer geworden. Mein linkes Auge erblindet und weil es zu viele rücksichtslose Leute im Wasser gibt, kann ich mich nicht darauf verlassen, dass zum Beispiel in der Wende nicht versucht wird zu überholen. Ich hatte genau aus solchen Gründen mehrfach Unfälle, es gab Leute, die sind mir sogar in die Rollwende gegrätscht. Entschuldigt hat sich keiner, auch dann nicht, wenn ich, wie sehr oft, diejenigen angesprochen habe. Dort, wo ich Schwimmer treffe, die mich lange kennen, wird mir oft gesagt, dass ich ja ganz schön schnell sein kann, wenn es leerer ist. Ja, weil ich dann keine Angst haben muss, dass mir Idioten auf den Kopf schlagen, weil sie meinen ausschlagende Gliedmaßen weisen den nächsten Olympiasieger aus. Mehrfach wurde mir geraten, nicht mehr so defensiv zu sein, weil rücksichtslose Leute dann einfach glauben, sie kämen mit ihrer Unfairness und unsportlichen Haltung durch.

Das stimmt, aber es ist schwierig, zumindest für mich, auf Konfrontation zu gehen, mit dem Risiko von Verletzungen.

Ich rege mich mittlerweile nicht mal mehr darüber richtig auf, oft gehe ich dann. Mir ist klar, das führt wahrscheinlich irgendwann zur Aufgabe des Schwimmsports.

Ich muss üben, nicht mehr defensiv zu schwimmen.

Den Anfang habe ich gemacht. Wenn ich jemanden schon angesprochen habe oder weiß, dass derjenige angesprochen wurde und trotzdem einfach weiter gemacht wird, fange ich mit Absicht an, die Wand zu blockieren. Es sind fast immer diejenigen, die nur glauben, schnell zu schwimmen, die sich schlecht benehmen.  Deshalb schwimme ich auch mal absichtlich im Schneckentempo und da ich grundsätzlich an der Leine oder Seitenwand schwimme, weiß ich, dass derjenige überholen wollen wird. Dann ziehe ich das Tempo so an, dass kein überholen möglich ist. Ich weiß, das ist fies, aber was soll ich tun? Reden hilft bei solchen Leuten ja nicht.

Umsetzung der Sortierung

 

Wie oben beschrieben, es ist nicht das Tempo, das zählt, sondern dass Leute sich an Regeln halten.

Augenmaß

Derzeit wird in Bädern bei Beschwerden fast immer gesagt, das müsse man "untereinander" regeln. Unmöglich.

Beschwert man sich bei der Verwaltung, heißt es von dort, man soll das Personal vor Ort ansprechen.

Jedes Mal, egal wie freundlich, werden Angesprochene aggressiv und oft beleidigend. "Ist das deine Bahn" ist noch die harmloseste Variante. Alles, was es so an Beleidigungen gibt, habe ich schon als erste Reaktion auf "Ist es möglich, dass sie rechts schwimmen" oder "Könnten sie ihre Gespräche vielleicht außerhalb der Bahn führen" und ähnliches gehört. Ich glaube, das kennen viele. Es nützt auch gar nichts, selber unverschämt zu werden. Ich habe mal jemandem, der mich massiv beleidigt hat nachdem ich ihn fragte, ob er bitte rechts schwimmen könnte, empfohlen auf der Autobahn spazieren zu gehen. Unschwer zu raten, dass der Mann dann nach mir zu schlagen versucht hat. Das ist mir echt zu blöd.

Keine Frage, in einer leeren Bahn kann man auch mal zu zweit oder dritt an der Wand hängen, man kennt sich und plaudert. Mach ich auch. Aber ist die Bahn voller, muss das unterbleiben. Ebenso die allseits bekannten, die ihre Dehnübungen, ihre Knutsch- und Fummelarien unbedingt dort abhalten müssen. Auch Eltern, die ihren Kindern das schwimmen beibringen wollen, können das im gesamten Rest des Beckens tun, niemals auf einer geleiten Bahn (es sei denn, dort ist Schwimmunterricht).

Sortierung

 

Im Strassenverkehr gibt es auch Regeln an die man sich halten muss. Das muss es auch im Wasser geben, vor allem, weil das Risiko von Unfällen und schweren Schäden gerade auch sichere Schwimmer treffen kann. 

Leute, die sich nicht an Regeln halten, die natürlich erstmal deutlich sichtbar aufgezeigt werden müssen in Form der bekannten, bebilderten Schilder, müssen vom Personal angesprochen werden. Oder, wenn jemand bittet, unfaire Leute auf ihr Verhalten hinzuweisen, muss das erfolgen.

Ich glaube, ich kenne auch jede dumme und oft sehr unhöfliche, teilweise sogar beleidigende Antwort, die sich das Personal in solchen Fällen anhören musste früher.

Diese penetranten Gäste beschweren sich und oft genug kam es vor, dass die regelrecht triumphierend beim nächsten Mal sich damit brüsteten, eine Freikarte erhalten zu haben.

Das geht gar nicht.

Auch wenn es sicher Personal gibt, dass sich im Ton vergreift, ich habe noch nie erlebt, dass das passierte (früher, als es das noch gab), wenn Gäste in geleinten Bahnen darum gebeten wurden, sich an die auf Schildern ausgewiesenen Verhaltensregeln zu halten.

 

Ich erinnere mich sehr gut an ein Vorkommnis im Stadtbad Tempelhof. Das Bad war zum Geheimtipp unter Schwimmern geworden vor der Umwidmumg in ein Schul- und Vereinsbad. Mit Umsicht, super freundlich, gab es dort Sortierung auf zwei geleinten Bahnen. Eine Bahn für Schnellschwimmer, eine für diejenigen, die mit dem Kopf oben schwimmen statt plaudern wollten. Ein Stammgast, bekannt für Rücksichtslosigkeit, liess sich mit voller Absicht über die Leine, mit dem Hintern zuerst in die Bahn fallen in der ein junger, schneller, sehr guter Schwimmer gerade seine Bahnen zog. Der Bademeister sprach sie an und da ich hinter dem Schwimmer ebenfalls abbremsten musste, hörte ich jedes Wort. Der Bademeister versuchte der Frau zu erklären, dass das nicht geht, weil hier für Sportschwimmer extra die Leine sei. Die Frau fing sofort an rum zu brüllen "Was denken sie, warum sie hier überhaupt einen Job haben, ich zahle ihr Gehalt mit meiner Eintrittskarte". Nein, Kein Witz. Und der Bademeister blieb so freundlich und wiederholte was er gesagt hatte. Laut meckernd verliess die Frau das Bad, obwohl das gar nicht verlangt wurde. Die Beschwerde folgte, aber natürlich habe ich die Situation auch mitgeteilt.

Sanktionen

 

Es reicht, wenn man Leute, die ihr Fehlverhalten nicht einsehen, aus der Bahn, nicht aus dem Bad verweist. Es sei denn, das wird aus anderen Gründen nötig. Aber es muss KOnsequenzen geben.

Das würde übrigens auch dazu beitragen, die jetzige Sicht auf Bademeister zu verbessern.

Seit Jahren hat sich der Eindruck für viele gefestigt, dass "die nur am Beckenrand sitzen und nix tun"

Das stimmt natürlich nicht, sie tun Dinge, die ein Kunde nicht sehen kann. Allerdings gibt es tatsächlich Mitarbeiter in Bädern, die derart unwirsch auf was auch immer reagieren, dass diejenigen, die freundlichen, den Gästen immer ein offenes Ohr bieten und ihren Job vorbildlich erledigen, untergehen.

 

Mein Rückblick auf 2016 ist bitter ausgefallen.

Ich hoffe, dass diese Verbesserung umgesetzt wird und es nicht Theorie bleibt.

Zumindest ist jetzt endlich Hoffnung da. Es muss auch in allen Sommerbädern geleinte Bahnen geben. Zumindest in den ersten Stunden und den letzten. Oder für Sportschwimmer geöffnete Bäder, vernünftig über Sozialräume verteilt.

 


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