Berliner Bäder für alle

Lösungsvorschlag zum Verbot von privatem Schwimmtraining

 

In  einem kontroversen Dialog am 27.02.2017 in dem Sozialen Netzwerk Twitter kündigte Anja Schillhaneck, Die Grünen, Mitglied im Abgeordnetenhaus, an, dazu etwas aufzuschreiben. Leider ist Frau Schillhaneck derzeit beruflich sehr stark eingebunden, so dass sie noch keine Zeit hatte. Sobald es dazu etwas gibt, informiere ich hier und verlinke es (nach Genehmigung)

 

Eine betroffene Kundin hat sich Gedanken gemacht und einen, wie ich finde, sehr durchdachten ersten Lösungsvorschlag. 

Gastbeitrag

Berliner Bäder für alle

 

Unsere Bäder sind öffentliche Einrichtungen, von uns allen durch Steuern finanziert. Deshalb sollen alle sie nutzen können - Schnelle und Langsame, Alte und Junge, Leistungssportler und Anfänger. Und auch Menschen, die das Schwimmen neu lernen oder ihre Technik verbessern wollen.  

Seit kurzem hat die letztgenannte Gruppe nicht mehr die Möglichkeit, das mit selbst gewählten Trainern zu tun. Die Berliner Bäder Betriebe haben ein Verbot jeglicher Trainingstätigkeit - gewerblich wie privat - ausgesprochen. Damit ist für viele Schwimmer, die sich einzeln trainieren lassen, ein Training völlig überraschend nicht mehr möglich. Doch unsere Bäder sollen für alle da sein.

Wie kann also eine Lösung aussehen?

 

Schritt 1: Die Berliner Bäder Betriebe stellen für alle verbindliche Regeln für das Verhalten in geleinten Bahnen auf, und orientieren sich dabei an den in diesem Sport üblicherweise geltenden Gepflogenheiten (z. B. Lane Rules in England/USA). Bei der Erarbeitung der Regeln werden interessierte Schwimmer und gegebenenfalls weitere Interessensvertreter einbezogen 

Schritt 2: Die Bademeister erfüllen ab sofort regelmäßig ihre Aufsichtspflicht, überwachen, dass die o.g. Regeln eingehalten werden und schreiten ein, wenn das nicht der Fall ist; rücksichtsloses Verhalten wird konsequent geahndet. 

Schritt 3: Die Verwaltung gibt den Bademeistern ein Instrumentarium an die Hand, mit dem sie konsequent gegen Regelverstöße vorgehen können und stärkt in Konfliktfällen den Bademeistern den Rücken

Schritt 4: Die  Berliner Bäder Betriebe treffen mit gewerblichen und privaten Trainern klare Vereinbarungen zu Nutzungsszenarien: Einzelpersonen und Kleinstgruppen können auf öffentlichen Bahnen (im passenden Segment) trainieren wie alle anderen auch; größere Gruppen mit gewerblichem Trainer (Zahl ist noch zu definieren, Vorschlag: ab 4) müssen vorab für sich eine Bahn reservieren

Schritt 5: Die Berliner Bäder Betriebe treffen mit gewerblichen Trainern eine faire und praktikable Regelung für ein erhöhtes, aber wirtschaftlich für Trainer akzeptables Eintrittsentgelt, z. B in Form Monats- oder Jahrespauschale ; für Konfliktfälle beim Aushandeln der Regelung oder im laufenden Betrieb wird ein Mediator bestimmt

 Schritt 6: Die Berliner Bäder Betriebe richten einen zeitgemäß arbeitenden Kundenbeirat ein, bewerben diesen ausreichend, berichten über dessen Tätigkeit und machen darüber hinaus Angebote zu einem offenen und für alle einsehbaren Forum zum Kundendialog