Pressemiteilungen Berliner Bäder Betriebe - Pressemitteilung Trainer

Pressemitteilung Berliner Bäder Betriebe vom 08.03.2017

Zum Thema Einzelschwimmunterricht bzw. Personal Training in den Berliner Bädern sind zahlreiche Falschinformationen im Umlauf. Wir geben auf die wichtigsten Fragen Antwort.

Warum handeln die Bäder-Betriebe jetzt?

In den letzten Monaten haben sich die Beschwerden von Kundinnen und Kunden gehäuft, die sich durch Personal Trainer gestört fühlen. So werden zum Beispiel Bahnenschwimmerinnen und –schwimmer, die auf einer abgeleinten Bahn mit mehreren anderen Kundinnen und Kunden im Kreis schwimmen beeinträchtigt, wenn z. B. Lehrerin/Lehrer und Elevin/Eleve mit Schwimmhilfsgeräten (z. B. Paddles, Flossen) arbeiten oder sich am Beckenrand unterhalten und den Fluss der schwimmenden Gäste behindern.

Ist das Verbot neu?

Nein, es ist in der Hausordnung der Berliner Bäder so geregelt, die bereits seit 1998 gilt. Alle Kundinnen und Kunden der Berliner Bäder akzeptieren mit dem Kauf einer Eintrittskarte diese Hausordnung. Sie dient nicht dazu, einzelne Personen zu verärgern, sondern den Badebetrieb so zu organisieren, dass alle Gäste sich wohlfühlen.

Wie gehen andere Städte damit um?

Genauso wie die Berliner Bäder. Beispiel Hamburg und München: Dort ist eben-so per Hausordnung die Erteilung von kommerziellem Schwimmunterricht nicht gestattet. Auch der Bundesverband öffentlicher Bäder (die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen) empfiehlt, diese kommerzielle Tätigkeit in den öffentlichen Bädern nicht oder nur mit ausdrücklicher Genehmigung zuzulassen.

Unter welchen Bedingungen ist Personal Training möglich?

Derzeit bieten die Berliner Bäder die Möglichkeit an, einzelne abgeleinte Bahnen nach einem feststehenden Tarif zu mieten. Dann ist auf diesen Bahnen Personal Training möglich. Diese Bahnen werden nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Kapazitäten vermietet, damit nicht gleichzeitig mehrere Personal Trainer in den Bädern unterwegs sind und sich die anderen Kundinnen und Kunden gestört fühlen.

Wer mietet solche Bahnen?

Zum Beispiel die Personal Trainer und Schwimmschulen, die sich an die Hausordnung halten und ihre Schwimmstunden anmelden. Auch im Interesse dieser ehrlichen Trainerinnen und Trainer müssen die Berliner Bäder jetzt handeln.

Geht es den Bädern um die Vermeidung privater Konkurrenz?

Nein. Deshalb kooperieren die Bäder-Betriebe auch mit freien Trainerinnen und Trainern und Schwimmschulen. Richtig ist jedoch, dass auch die Bäder-Betriebe Einzelschwimmunterricht anbieten. Die Nachfrage ist groß und steigend. Sie ist daher eine gute Möglichkeit für den kommunalen Dienstleister Bäder-Betriebe, Umsatz zu erwirtschaften, der dringend nötig ist, um die Kosten für den Betrieb der Bädern zu erwirtschaften. Denn: Die Bäder sind ein Zuschussgeschäft, das mit rund 50 Millionen Euro jährlich von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern des Landes Berlin am Leben gehalten wird. Auf den Umsatz aus dem Einzelschwimmunterricht zu verzichten hieße, einen wesentlichen Beitrag zur Kostendeckung nicht zu erbringen. Und diese Ausfälle müssten wiederum die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ausgleichen.

Nutzen die Bäder-Betriebe ihre Marktmacht aus?

Aus den beschriebenen Gründen: nein. Die Bäder-Betriebe sind übrigens kein Monopolist. Es gibt in Berlin z. B. eine Reihe Fitnessstudios, die ebenfalls Schwimmbecken unterhalten. Jedem Trainer, jeder Trainerin, der/die sich nicht an die Hausordnung der Berliner Bäder halten möchte, steht es völlig frei, es bei diesen Anbietern zu versuchen.

Es geht also nicht um die Erwirtschaftung von Profit?

Nein, bei den Bädern geht es, wie bereits beschrieben, darum, die Kosten für den Betrieb der Bäder soweit wie möglich selber zu erwirtschaften, damit das Defizit nicht weiter steigt, das am Ende durch die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ausgeglichen werden muss. Und es geht den Bäder-Betrieben auch um die Kundinnen und Kunden, die für ihren Eintritt eine uneingeschränkte Dienst-leistung erwarten.

Eltern dürfen ihren Kindern weiterhin das Schwimmen beibringen?

Selbstverständlich. Es geht ausschließlich um kommerzielle Angebote.

Welche Lösung gibt es?

 

Mehrere: Es ist möglich, Bahnen zu mieten. Es ist möglich, als freier Dienstleister mit den Schwimmschulen zu kooperieren, die bereits mit den Bäder-Betrieben zusammen arbeiten. Und: Es ist möglich, sich bei den Berliner Bädern als Trainerin/Trainer zu bewerben. Darüber hinaus erarbeiten die Bäder-Betriebe Konzepte, die eine evtl. unbürokratische Möglichkeit für Personal Trainer möglich machen. 

Pressemitteilung der betroffenen Trainer vom 09.03.2017

 

Berliner Bäder-Betriebe schränken Bürgerrechte ein:

Arbeitszwang und Insolvenz für Schwimmtrainer

 

Das Wahlrecht der Berliner Bürger ist leider immer noch durch die Berliner Bäder-Betriebe eingeschränkt.

 

Durch das seit dem 17. Februar 2017 bestehende Verbot von Personal Training in den Schwimmhallen können Berliner nicht mehr frei entscheiden, wo sie ihr Schwimmtraining buchen möchten. Viele Nachwuchssportler und Kinder werden dadurch um ihre Medaillen und Erfolge gebracht, gleichwohl sich Berlin als „Sportmetropole“ der Förderung jeglichen Sporttreibens verpflichtet hat.

 

Durch die konstante Verbreitung von Falschinformationen durch die Berliner

Bäder-Betriebe, zuletzt in der Pressemitteilung vom 8. März 2017,

schaden diese der „Hauptstadt des Sports“ im In- und Ausland. Gerade in Bezug auf das schlech­te Abschneiden bei den letzten Olympischen Sommerspielen sollte es unser gemeinsames Ziel sein, unsere Kinder und damit unseren Nachwuchs bestmöglich zu fördern. Insbesondere Schwimmen als olympische Disziplin hat hier deutlichen Aufholbedarf. Hier ist es nicht zielführend, dass die Berliner Bäder-Betriebe als An­stalt öffentlichen Rechts sich genau diesem Ziel unseres Landes entgegenstellen.

 

Schwimmen zu lernen ist ein elementares Menschenrecht.

Durch das plötzliche Verbot der Bäder-Betriebe wird jeder Berliner Bürger in diesem Recht einge­schränkt, nicht zuletzt, da die Bäder-Betriebe durch die eigenen Kurse und

Angebote den Bedarf gar nicht decken können. Ferner wurden keine Gespräche mit den Schwimmtrainern vor dem Erlass des Verbotes gesucht, gleichwohl diese in den Bädern seit Jahren persönlich bekannt sind. Warum?

 

Immer wieder sprechen die Bäder-Betriebe von Beschwerden gegen Schwimm­trainer und Eintritt zahlende Sportler.

Einen Beweis hierfür bleiben diese aber bislang schuldig. Warum wurden bei Störungen die potenziellen Störer nicht direkt angesprochen? Wurde den einzelnen Beschwerden nachgegangen, sodass diese konkret auf Richtigkeit überprüft wurden? Paddels und Flossen werden von vielen Sportschwimmern in allen Bädern und auf allen Bahnen gerne eingesetzt. Dies gehört zu einem Schwimmtraining für viele Badegäste einfach dazu.

Wir privaten Schwimmtrainer nutzen dieses Equipment in den meisten Fällen gar nicht, da es für die meisten Technikübungen und aufgrund von medizinischen Indikationen unserer Sportler fachlich gar nicht zu empfehlen ist.

 

Wollen die

Bäder-Betriebe dies jetzt für alle leidenschaftlichen Sportschwimmer untersagen?

Vielmehr ist es ein willkommener Vorwand, die qualitativ besser arbeitende

Konkurrenz auszuschalten. Durch das gezielte Ausspielen der Monopolstellung der Berliner Bäder-Betriebe werden die legal angemeldeten und Steuer zahlenden Schwimmtrainer konsequent in die Insolvenz getrieben. Auch wenn die

Bäder-Betriebe dies verneinen, wird durch deren Handeln genau das Gegenteil bewiesen.

 

Wir von xray sports warten seit dem 21. Februar 2017 auf die Bearbei­tung unseres „Antrag auf Genehmigung der Durchführung von Personal Training“.

Auch nach mehrmaligem Nachfragen bei Management und Vorstand wurden wir auf unbestimmte Zeit vertröstet bzw. erhalten gar keine Antwort, gleichwohl wir genau nach Vorschrift verfahren. Und genau dies passiert allen Schwimmtrainern, die arbeiten wollen, aber nicht dürfen. Die Bäder-Betriebe spielen ganz

offensichtlich auf Zeit, bis sich der einzelne Schwimmtrainer finanziell nicht mehr in der Lage sieht, sich zu wehren und bei den Bäder-Betrieben als Trainer arbeiten muss. Auch die Forderung der Anmietung einer Bahn für einen einzelnen Sportler hat die gleichen Konsequenzen.

Durch diese Strategie wollen die Bäder-Betriebe dem einzelnen Schwimmtrainer einen Arbeits- und Kontrahierungszwang auferlegen.

 

Wir von xray sports haben den Bäder-Betrieben mehrfach und nachweislich angeboten, sie bei der Durch­führung von Kursen personell zu unterstützen. Unter anderem während des von uns initiierten persönlichen Gesprächs am 21. Februar 2017, welches das Ziel einer gemeinsamen Lösung verfolgte. Wir warten bis heute auf eine Reaktion auf unser Angebot, gleichwohl die Bäder-Betriebe dringend Trainer suchen und selbst Kooperationen als Lösung für Personal Trainer vorschlagen.

 

Es lässt viele Fragen offen, warum die Bäder-Betriebe das Ziel haben, Personal Trainer und mit ihnen die Steuer zahlenden Bürger aus den Bädern zu verbannen.

Obwohl genau diese Trainer viele Menschen gerade zum Schwimmen motivieren und in die Bäder bringen. Oder ist es gar nicht das Ziel, durch mehr Badegäste mehr Einnahmen zu erzielen? Sollen bewusst weniger Menschen schwimmen ge­hen, um dadurch die Öffnungszeiten der Bäder weiter zu reduzieren und letztend­lich Bad für Bad zu schließen?

Eine gemeinsame Lösung ist von den Bäder-Betrieben ganz offensichtlich nicht gewünscht.

Wir Schwimmtrainer sind nach wie vor für Gespräche offen, um eine faire und zeitnahe Lösung zu finden.

 

 

Für Rückfragen oder Interviewwünsche steht Ihnen Alexander Steinhart unter 030 88 060 22 200 zur Verfügung.

 

 

 

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