Stille Post aus der Umkleide: Folge 1

Stille Post aus der Umkleide

 

Viele Leser meines Blog wissen ja, dass ich oft und gern mit anderen Gästen in Bädern ins Gespräch komme.

Oft sind der Ärger über Schließungen und gekürzte Öffnungszeiten und andere negative Erfahrungen Thema. Es gibt allerdings auch sehr lustige, manchmal auch skurrile Themen. Gerüchte, die sich wie stille Post immer weiter entwickeln. Ich möchte mal in unregelmäßiger Abfolge einige hier aufschreiben. Sie sind harmlos, manchmal etwas bitter, aber es wird dabei auch oft sehr gelacht.

Cocktailbar in Marzahn

 

Gäste erzählen sich, dass in der Schwimmhalle Helene Weigel Platz eine Cocktailbar installiert werden soll.

Was für ein Blödsinn. Die Sauna in der Schwimmhalle ist beliebt, sicher fehlt in Bädern oft eine ansprechende Gastronomie. Bevor man darüber nachdenkt, 50 bis 100.000 Euro in eine Bar zu stecken, muss erst mal die Daseinsvorsorge abgedeckt werden. Solche Investitionen müssen privaten Pächtern von Gastronomie Bereichen überlassen werden. Dazu braucht es aber sowieso erst mal ein vernünftiges Konzept der Belebung der leeren Flächen in Bädern.

 

Allerdings entwickelten sich aus diesen kolportierten Gerüchten sehr amüsante Fantasien.

Der Gast und die Gästin eines kommunalen Schwimmbades mögen sich das mal bildlich vorstellen. Gut gelaunt und schön abgeschwitzt, natürlich in Abend Badehose und  Badeanzug mit Glitzer oder Pailetten und die Herren selbstverständlich mit Smoking Kragen um den Hals, bei Bloody Mary  und edlen Häppchen in einer, von einer wunderschönen Sängerin im Meerjungfrauen Kostüm und einem wunderschönen Sänger im Neptunshemdchen, beschallten Umgebung. Schicke Barsessel in edlem Kachelblau, edler,hellgrüner Tresen, dem man ansieht, er stammt von einem namhaften Designer und an der Wand kostbare Mosaike eines Künstlers dessen Leidenschaft das schwimmen ist.

Man spricht über die gelungene Veranstaltung am Wochenende. Wasserballett der Herren vom Schwanensee o7. Wie elegant diese ihre Körper bewegen konnten und einige Gästinnen kicherten noch über das frivole Neptunspiel. Schon nächste Woche würde das Damen Ensemble von Albatros 01 sicher wieder ein Augenschmaus.

 

Stopp.

Kommunal. Berlin. Bäder.

Gut gelaunt und schön abgeschwitzt, natürlich im schicken Glitzer Badeoutfit...bei Wasser und Salzstangen, während das Kofferradio, netterweise vom Personal zur Verfügung gestellt aus dem Fundraum, die nicht ganz fertig gewordene Bar mit dem einzigen einstellbaren Sender der nur Blasmusik im Programm hat, beschallt.  Plastik Gartenstühle und eine Bank, extra aus der Schwimmhalle Finckensteinallee gespendet, fügen sich farblich ein zwischen den weiß geputzten Wänden. Einzig der edle grüne Tresen hebt sich vom Rest des Mobiliars ab. Nachdem dieser angeschafft und eingebaut war, wurde festgestellt, dass die gesamte geplante Summe ausgegeben war.

 

Heraus gerissen aus diesen wilden  Fantasien jäh von einer der Beteiligten: "Es sei denn, das Bad ist Betriebsbedingt geschlossen, dann gibs nicht mal Salzstangen"

Da sag noch mal einer, Berliner hätten keinen Realitätssinn.

 

Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Plänen der Berliner Bäder Betriebe sind rein zufällig.

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