Fällt Schwimmeinzeltraining ins Wasser?

fragt Stefan Förster, FDP in einer Kleinen Anfrage

 

 

Die Realität vorweg: ja.

 

Hier wird beschrieben, welche  Erfahrungen ein potentieller Kunde gemacht hat. Zusammengefasst: ein paar Stunden, dann kommen andere dran, im Herbst vielleicht.

 

Natürlich antworten die Berliner Bäder Betriebe wieder einmal so, wie es sein könnte. Wären da nicht

 

die nicht genannten Referenzen

fehlende Arbeitsabläufe

fehlenden Ansprechpartner

und vieles mehr.

Meine konkreten Fragen dazu wurden beantwortet mit "Informationen entnehmen sie bitte der Homepage".

In meiner Frage hatte ich dar gelegt, dass dazu nichts zu finden ist und auch in einer Nachfrage darauf hingewiesen.

 

Die Berliner Bäder Betriebe schildern in der Antwort erneut, was bereits in der Pressemitteilung als Lösung angeboten wird. Mit meinen Worten zusammen gefasst: arbeite für uns oder unsere Kooperationspartnern (wer diese sind, wird nicht genannt, auch nicht auf der Homepage), eventuell finden die Berliner Bäder Betriebe auch eine unbürokratische Lösung (und eventuell wird die dann nie gefunden oder gekippt wegen Unzulässigkeit?). Ich nenne das Erpressung.

 

Dann gucken wir doch mal auf einen der Kooperationspartner der Berliner Bäder Betriebe und schauen ein Beispiel etwas genauer an

Bahnen Vermietung z.B. an Samstagen und Sonntagen in einem Stadtbad von 10-12 Uhr. Offiziell zumindest, dieser Kooperationspartner ist länger auf der 50 Meter Bahn.

Das Bad öffnet Samstags und Sonntags von 10-17 Uhr. Zwei von gesamt sieben Stunden ist also der Öffentlichkeit die Bahn 6 versperrt.

Was geschieht dort?

Auf der 50 Meter Bahn waren in den letzten Wochen nur im flachen Teil (wahrscheinlich) Schwimmanfänger. Die gesamte restliche Bahn bleibt also leer.

Wie viele Personen sind auf der Bahn?

Ich habe zwischen 4 und 10 Leuten gezählt, meist aber unter 5.

 

Subventionierte Wasserfläche soll also nicht von " privaten gewerblichen Trainern" genutzt werden. Einverstanden.

Es wäre genauer zu prüfen, in wie fern eine unterschiedliche Behandlung von Marktteilnehmern hier vorliegt. Ebenso ist zu prüfen, was dieser "Kooperationspartner" zahlt. 

 

Kosten - Nutzen Rechnung 

Interessant ist, dieser "Kooperationspartner" hat zu April die Preise um ca. 20% angehoben. Es besteht natürlich kein Zusammenhang  zu der Tatsache, dass die Berliner Bäder Betriebe im Februar das "privat gewerbliche Training" de facto untersagen, es sei denn, die Trainer arbeiten für die in der Pressemitteilung vom 083.2017 und nun in der Antwort an Herrn Förster (namentlich nicht) genannten Kooperationspartner oder warten auf die "unbürokratische Lösung".

Der "Kooperationspartner" bietet Einzel Schwimmtraining nach Absprache.

Pro Stunde kostet das 40 Euro plus Eintritt.

Die Miete einer Bahn kostet 60 Euro. Der von diesem "Kooperationspartner" gestellte Trainer verdient natürlich etwas.

Das heißt also, dieser Kooperationspartner zahlt drauf. Anders geht das nicht. Es sei denn, dieser "Kooperationspartner" erhält einen Sonderpreis. Und zwar zu Spitzenzeiten in dem Bad aus dem dieses Beispiel stammt.

Kostenlos werden die Berliner Bäder Betriebe die Wasserfläche ja nicht zur Verfügung stellen. 

 

 

Vermietung des Bades an die Botschaft

Das Bad ist für die Öffentlichkeit von 10-17 Uhr geöffnet "um eine Vereinheitlichung" zu schaffen im Schichtsystem der Berliner Bäder Betriebe

Das Bad ist nach dieser Zeit an eine Botschaft vermietet. Zu welchem Betrag, mit welchen Fachangestellten für Bäder Betriebe? Die in welcher Schicht arbeiten, wenn Sonntags nur eine Schicht gearbeitet werden soll aus den oben genannten Gründen? Ist die Botschaft einer der Kooperationspartner? 

Natürlich nicht.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: ich bin nicht dagegen, dass Bäder vermietet werden. Mieteinnahmen und die Personalkosten, die vom Mieter getragen werden, sind Einnahmen. Was mich daran ärgert ist die Tatsache, dass für öffentliches schwimmen die Rede von Schicht Vereinfachung ist, dass dieses Personal  dem öffentlichen Schwimmbetrieb fehlt, weil jeder Mitarbeiter eine Wochen Arbeitszeit hat.

Was sagen denn die internen Verfahrensweisen laut Nutzungssatzung dazu?

 

 

Beiträge zum Thema "Privates Schwimmtraining"

Erfahrungsbericht eines Trainers der Berliner Bäder Betriebe

 

Ich musste diesen Kommentar entfernen, weil er mit Echtnamen verfasst wurde.  Der Name und die genauen Kontaktdaten waren leicht zu finden. Beim nächsten Mal bitte ohne Echtnamen. Danke.

Am 16.04. wurde der gleiche Kommentar wieder mit Klarnamen verfasst. Offensichtlich soll so Schleichwerbung gemacht werden. Werbung ist hier nicht gewünscht.  Ein weiterer Versuch zieht eine entsprechende Abmahnung nach sich.

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Kommentare: 1
  • #1

    r.s. (Freitag, 31 März 2017 10:36)

    Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht! Übrigens habe ich vor mittlerweile drei Wochen bei den BBB nach Einzeltraining durch die BBB angefragt über ein Formular. Ich erhielt nur eine automatisierte Eingangsbestätigung, seither habe ich nichts mehr gehört. Ganz klar: Die Trainer fehlen bei den BBB seit die Konditionen sich massiv für sie verschlechtert haben und nun versuchen sie private Trainer in eine Beschäftigung bei den BBB zu zwingen.
    Ich bin gespannt, wann hier endlich etwas passiert!