Gastbeitrag: Zusammenfassung der Aussagen Berliner Bäder Betriebe vs Realität

Diese Zusammenfassung von Aussagen, Versprechungen und Ankündigungen  der Berliner Bäder Betriebe erreichte mich per Mail. Ich habe lediglich soweit anonymisiert, dass der Absender geschützt ist

 

Gastbeitrag

 

Die Bäder gehören allen

Vorneweg möchten wir als Gruppe aktiver Sportschwimmer, Familienväter und Steuerzahler den Organisatoren dieses Schwimm-Blogs für die Transparenz und das Engagement unseren Respekt zollen.

Wie viele andere Nutzergruppen spüren auch wir, insbesondere in den letzten zwei bis drei Jahren, deutlich die Folgen der verfehlten Unternehmenspolitik der jetzigen Unternehmensführung. Kaum Chancen auf durchgeführte Schwimmkurse für unsere Kinder, verschlossene Türen, fehlende Erreichbarkeit, immer die gleichen Ausreden ….

Ein großer Teil von uns stammt aus anderen Bundesländern und wir kennen daher sehr gut viele andere kommunale Bäderbetreiber, auch wenn diese nicht die größte Europas sind. Fassen wir die Publikationen, Geschäftsberichte, Internetauftritt der Berliner Bäder Betriebe (BBB) und die parlamentarischen Dokumente zusammen und ergänzen diese um unsere Erfahrungen und Gespräche mit anderen Kunden und auch Beschäftigten der BBB, kommen wir zu diesem Ergebnis:

Antwort von SenInnSport und den BBB auf die Anfrage von Frau Platta (Die Linke)18 / 10 143

Sommersaison 2016 – ins Wasser gefallen?

„… Das Betriebsergebnis der Berliner Bäder- Betriebe (BBB) wird – insbesondere in der Sommersaison, jedoch mit Auswirkung auf das Gesamtergebnis – sehr stark durch die Wetterabhängigkeit des Badebetriebes beeinflusst. So ist der starke Besucherzuwachs im Jahr 2015 – ebenso wie die geringere Besucherzahl in 2016 – vor allem auf das Wetter im Sommer zurückzuführen, welches im Jahr 2015 im Unterschied zu 2016 außerordentlich gut war. Etwa ein Viertel der Besucherzahlen der BBB erwächst aus dem Sommerbadbetrieb. …“

JEDOCH WURDE AUCH DIE ANTWORT GEGEBEN:

„… Hierdurch konnten die BBB nicht nur dem Bedarf der Berlinerinnen und Berliner entgegenkommen, sondern auch weitere Umsätze aus den Sommerbädern erzielen: In der Saison Mai bis September 2016 zählten die BBB insgesamt 2.096.000 Besucherinnen und Besucher (86.000 weniger als geplant), davon 1.404.000 in den Sommer- und Kombibädern. Allein im Monat September gab es vor allem aufgrund der verlängerten Sommersaison mehr Badegäste sowohl gegenüber dem Plan 2016 (+ 43.000) als auch gegenüber dem Vorjahr (+ 123.000). Die Kombi- und Sommerbäder zählten insgesamt 121.000 Besuche mehr als geplant und 166.000 Besuche mehr als im Vorjahr. …“

Eröffnung Thomas-Mann-Straße am 05.01.2017

„… Im vergangenen Jahr haben 6,1 Millionen Gäste die Berliner Bäder genutzt. Das sind 300.000 weniger als im Jahr zuvor. Den Rückgang erklärt Bäder-Vorstand Scholz-Fleischmann mit der Abhängigkeit vom Sommerwetter. Allein im August 2016 gab es mit 544.000 Besuchern knapp 400.000 weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat (August 2015: 939.000 Besucher). Bis zu 80 Prozent der insgesamt verfügbaren Wasserflächen lägen unter freiem Himmel. "Das ist gut für unsere Hochsommerwochen, wie im August 2015, und weniger gut, wenn das Wetter nicht mitspielt", so Scholz-Fleischmann. Dennoch lasse die Besucherbilanz kein Defizit in den Geschäftsbilanzen der Bäder-Betriebe erwarten. Die leichten Verluste würden an anderer Stelle ausgeglichen. "Aber nicht beim Personal", sagt Bäder-Sprecher Matthias Oloew. …“ (Berliner Morgenpost vom 06.01.2017)

Sportausschuss am 10.03.1017

2016 habe man mit 6 Mio. gegenüber 2015 400 000 Badegäste weniger gehabt. Aber dies sei kein Trend; man sei stark wetterabhängig. …“ (Inhaltsprotokoll Sportausschusssitzung)

Was stimmt nun wirklich? Längere Sommersaison und mehr als geplante Besucher oder weniger Besucher wegen schlechtem Sommer? Offenbar wissen die Oberen nicht, worin die Gründe liegen. Oder – und das ist wahrscheinlicher - sie wollen es nicht ehrlich den Kunden und den Steuerzahlern sagen.

Die Berliner Morgenpost vom 20.04.2017 titelt: Berlins Hallenbäder verlieren drastisch an Badegästen. Auch nach unsere Recherchen und Analysen kommen wir zu dem gleichen Ergebnis wie die Berliner Morgenpost.

Wie die Zahlen 2015 und 2016 der Berliner Bäderbetriebe eindeutig belegen, ist die seit Jahren kommunizierte Schlecht- und Super-Sommer-Wetter-Wette und damit die extrem hohe Wetterabhängigkeit für die Entwicklung der Besucher und der Einnahmen und damit des Ergebnisses der BBB nicht der wahre Grund. Vielmehr bestätigen die Zahlen die Wahrnehmung der Öffentlichkeit über geschlossene Hallenbäder, insbesondere für die zahlende Öffentlichkeit.

In den Sommer- und Kombibädern wurden gegenüber den Planungen 2016 über 10% zahlende Besucher mehr gezählt, wie die Antwort der Bäderbetriebe auf die jüngste Anfrage des Abgeordneten Herr Bertram (Die Linke) nun auch bestätigt. Auch die erzielten Einnahmen sind mit 500 tausend EURO höher als „gewollt“. Die Aussagen des Vorstandes der BBB stimmt, dass gegenüber 2015 in den wetterabhängigen Bädern weniger Besucher die BBB nutzen – vermutlich wegen dem Wetter. Es waren jedoch „nur“ 170 Tausend. Wo fehlen die anderen fast 250 Tausend Besucher. Glaubt man den BBB, dass in 2015 gegenüber 2014 wegen dem Super-Sommer fast eine halbe Million Besucher mehr in den Bädern waren, dann kann der Sommer 2016 nicht so schlecht gewesen sein. Auch was die Einnahmen aus Eintritten zu 2015 betrifft, waren diese „überschaubar“ geringer (650 Tausend EURO).

Einnahmen

Zahlende Besucher

Wie sieht es bei den „wetterunabhängigen“ Hallen- und freizeitorientierten Bädern aus? Die BBB betrachten die Bäder Spreewaldplatz, Schöneberg, Charlottenburg – Alte Halle, Lankwitz, Paracelsusbad und Neukölln als Ihre „Sternebäder“, die besondere Aufmerksamkeit genießen, hoffentlich nicht nur wegen höheren Eintrittspreisen. Auch hier lohnt sich der Vergleich zu 2015 und zu den Planungen. 10% oder fast 250 Tausend weniger Besucher als in 2015, obwohl die Anzahl der Bäder gleich blieb und dank des deutlich höheren konsumtiven Zuschusses von 49 Mio. EURO die Finanzierung des notwendigen Personals, der Neustrukturierung des Kurssystems und der Marketingoffensive (Präsentation Vorständin im Sportausschuss 29.01.2016) durch den Haushalt gesichert wurde. Der Unterschied zu den geplanten Besuchern ist noch gravierender. Insgesamt kamen fast 0,5 Mio. Besucher weniger oder über 15 %. 2,5 Mio. Euro weniger als geplant an Einnahmen. Dank der Kombi- und Sommerbäder konnten die fehlenden Einnahmen auf ungefähr 2 Mio. Eurobegrenzt werden.

Können sich die BBB unter der Vorständin Frau Siering und dem ab April 2016 neu hinzugekommenen Vorstandsvorsitzenden Andreas Scholz-Fleischmann so verschätzen?

Ein Blick auf die Entwicklung der geplanten und der tatsächlichen Wasserzeiten sprechen eine eindeutige und erschreckende Sprache. Über alles wurden knapp 93% der geplanten Wasserzeiten allen Nutzergruppen in 2016 zur Verfügung gestellt, wie im Sportausschuss Mitte März 2017 verkündet. Ein Rückgang zu 2015 von über 3 % - bei Hallenbädern sogar fast 5 %, wie gesagt, die Bäderstruktur blieb die Gleiche. Aber zurück zu 2016. Auch wird deutlich, dass bei Betrachtung der Sommerbäder die geplanten Wasserzeiten sogar übererfüllt wurden, da ja laut BBB die Sommersaison im September verlängert wurde. Für die „wetterunabhängigen“ überdachten Bäder ergibt sich ein Erfüllungsstand von etwas über 91 %. Zieht man die tatsächliche Wasserzeiten 2014 in den Vergleich, obwohl sowohl die Kombibäder Spandau Süd und Gropiusstadt sowie die Schwimmhalle Finckensteinallee noch in der Sanierung waren, wird das Ausmaß der Umorganisation und der Neuausrichtung der BBB nach der Ära der Vorstände Herr Schenk und Herr Dr. Lipinski sehr klar. Höhere Preise, höherer Zuschuss für richtig weniger Leistung der Daseinsvorsorge, sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Schule und Vereine.

Wie schaffen es jedoch die BBB als Zuschussbetrieb laut Antwort auf eine weitere parlamentarische Anfrage, ein positives Jahresergebnis 2016 zu erreichen, wenn alleine über 2 Mio. EURO Einnahmen durch die zahlenden Kunden fehlen. Ganz einfach, am operativen Personal in den Bädern sparen. Und zwar richtig. Somit ist die Wahrnehmung der Öffentlichkeit doch keine Falsche. Kein oder nicht ausreichendes Personal, weniger Öffnungszeiten und damit weniger Wasserzeiten. Besucher stehen vor verschlossener Tür.

Seit dem Brandbief des Personalrates 2014 an den damaligen Aufsichtsratsvorsitzender Herrn Henkel ist die Ursache – der Personalmangel und ein fehlendes Personalentwicklungskonzept – bekannt. Und was hört man seit nunmehr über 2 Jahre. Es fehlt am geeigneten Fachpersonal am Markt, trotz aller Bemühungen. Ist das Phänomen neu? Und wenn die Vorständin, zuständig für Personal, seit spätestens 2014 dies weiß, warum erfolgt dann ein ständiger Abbau der eigenen Ausbildungskapazitäten? Fehlendes Fachpersonal?Wohl nicht! Fehlendes Personalentwicklungskonzept!

Laut Herrn Scholz-Fleischmann im Sportausschuss am 10.03.2017 sind in 2016 27 Beschäftigte eingestellt und 10 Azubis übernommen worden. Zu welchem Zeitpunkt? Wieviel haben in der gleichen Zeit die BBB verlassen, weiß mit Ausnahme der BBB keiner. Es überrascht Keinen, dass im Durchschnitt in 2016 noch weniger Beschäftigte tätig waren als 2015.

 

Was ist aus der Umsetzung der Forderung des AGH vom 26.05.2016 über die Schaffung und Besetzung von zusätzlichen 25 unbefristeten tarifgebundenen neuen Vollzeitstellen in den Bädern als Personalreserve geworden, wofür ab 2016 der konsumtive Zuschuss u.a. deutlich erhöht wurde. Und jetzt ist zu lesen, dass nochmals 352 T€ geflossen sind. Hat die BBB diesen Zuschuss vielleicht in 2016 zum Ausgleich der verfehlten Bäderpolitik und damit der fehlenden Einnahmen bekommen, ohne wirkliche Gegenleistung? Wo ist das vom AGH geforderte Personalentwicklungskonzept? Wo ist das Frühschwimmen in den Schwimmhallen Baumschulenweg und Holzmarktstraße? Hat das vielleicht System oder sind die Grundregeln der BBB als öffentliches Unternehmen der Daseinsvorsorge dem seit 2013 neu installierten Vorstand nicht geläufig? Und was macht der zuständige Senat für Sport und der Aufsichtsrat, egal ob unter der Koalition CDU/SPD oder in der jetzigen Zusammensetzung?

 

Zweifellos sind die Bäder nicht überall auf dem neuesten Stand der Technik und es besteht ein Instandsetzungsstau von bestimmt 100 Mio. EURO, die laut Herrn Scholz-Fleischmann bisher kommuniziert wurden. Macht es aber Sinn, viele Millionen Steuergelder in die Sanierung der Bäder zu stecken, unabhängig von der Realisierungsfähigkeit der BBB, wenn im Anschluss diese Bäder für immer weniger Zeit für die Kunden geöffnet werden? Dann könnte der unter der Hand oft zitierte Satz richtig sein. Nur ein geschlossenes Bad ist ein gutes Bad. Kostet trotzdem.

 

Was ist, mit Amtsantritt von Frau Siering und damals Herrn Ole Bested-Hensing, von den Erwartungen 2013 übrig, die Bäderbetriebe in ein modernes serviceorientiertes Dienstleistungsunternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge umzuwandeln.

 

Wie hieß es im Tagesspiegel vom 25.05.2013 unter der Überschrift: Längere Öffnungszeiten der Schwimmbäder in Berlin. „Wenn sich Familien Sonntags zum Schwimmbad-Besuch entscheiden, stehen sie möglicherweise vor verschlossenen Türen, denn einige Bäder sind nur halbtags geöffnet. Nun wollen die neuen Chefs das ändern. … Schnell was ändern wolle man bei den Öffnungszeiten, um Bäder länger zugänglich zu machen – und derweil Eintrittsgelder einnehmen zu können.“

 

Im Geschäftsbericht 2013 heißt es im Vorwort u.a.: “Die Berliner Bäderbetrieb sind in einer unternehmerisch schwierigen Situation:

 

  • der Kostendeckungsgrad ist mit gut 20 Prozent so niedrig wie in keine anderen Großstadt

  • die Besucherzahlen sind seit über 10 Jahren rückläufig

  • die Attraktivität der Berliner Bäder entspricht nicht mehr modernen Standards.“

 

Zusammen mit dem Aufsichtsrat wurde eine erste strategische Überlegung diskutiert, wie das Unternehmen neu aufgestellt werden kann, neben dem Versorgungsauftrag zugleich attraktiver für noch mehr Teile der Bevölkerung zu werden, um durch mehr Umsatz einen höheren Anteil der Betriebskosten selbst zu erwirtschafteten.

 

Auch das AGH hat mitgemacht und die laufenden Zuschüsse ab 2016 auf jetzt 49 Mio. EURO erhöht.

 

Die Besucher- und Umsatzentwicklung der letzten vier Jahre zeigt das Ergebnis der Neuaufstellung der Bäderbetriebe ab 2013 (Internetauftritt BBB). Unter Einbeziehung der Wetterabhängigkeit in den Sommermonaten kann von einem Besucheranstieg, geschweige Umsatzanstieg in Folge einer Steigerung der Attraktivität nicht die Rede sein. Und alle Leser sollten bedenken, dass in 2013 und 2015 die Eintrittsentgelte, unabhängig von der Notwendigkeit, deutlich im Schnitt um 12,5% und nochmals 20 %erhöht wurden.

 

Auch ein Blick in den Geschäftsbericht 2015 lässt die Entwicklung ab 2011 deutlich sichtbar werden.

 

Was erwartet uns Nutzergruppen 2017?

 

Herr Scholz-Fleischmann und Frau Siering als Vorständin für Finanzen und Personal setzen seit September 2016 auf Vereinheitlichung und Harmonisierung der Öffnungszeiten für ein 2-Schicht-System, um nicht von einer klaren Verkürzung zu sprechen, die dann die Verlässlichkeit der Öffnungen der Bäder für alle Nutzer sichern soll. Auf welchem Niveau? Von 2014? Von einem Einsatz einer zentralen Personaldispositionssoftware (als Pilotbetrieb Mitte des Jahres) ist die Rede. Hoffentlich wird im Ergebnis nicht erneut festgestellt, dass Fachpersonal in den Bädern fehlt, anstatt die Verwaltung mit Bädermanager und Disponenten weiter aufzustocken. – Was ist eigentlich aus der elektronischen Dienstplansoftware geworden, die laut Frau Siering im Sportausschuss am 29.01.2016 beschafft und eingeführt werden sollte? - Und eine Service-Offensive, wie im Sportausschuss umfassend vorgetragen. Diese Offensive besteht aus der Vergabe der Marketingaufgaben an eine Full-Service-Agentur, standardisierte Schilder und Aushänge in den Bädern, neue Gastronomiekonzepte* und ein neu aufgestelltes Informationssystem*, u.a. eine aktuelle Webseite, ein Kundenzentrum und ein Callcenter - im normalen Badbetrieb könnten nicht auch noch Kundenanfragen abgewickelt werden. Das ist das Service-Prinzip bei den BBB.

 

Und nicht zu vergessen, dass freie Schwimmlehrer und Personal Trainer, an die sich die Kunden wegen fehlender Alternative wenden, nur noch gegen Zahlung von Bahnmieten, falls genehmigt, die sinkenden Einnahmen ausgleichen sollen.

 

Betrachten wir einerseits die Vereinheitlichung von Öffnungszeiten in vielen Hallenbädern. Die Reduzierung einer halben Stunde früh und abends bei einer ursprünglichen Öffnungszeit von 16 Stunden entspricht genau 6,25 %. Unter Hinzurechnung die täglichen Veränderungen zu den geplanten Öffnungszeiten, die betriebsbedingten Schließungen etc., wird jetzt schon nach den ersten Monaten sehr klar, dass im Vergleich zum Vorjahr die Wasserzeiten (insbesondere für die „wetterunabhängigen“ Bäder) bestimmt um mindestens 5 % erneut niedriger sein werden. Und das sich dies auf die Besucherzahl und Einnahmen niederschlägt, dass wissen wir seit letztem Jahr sehr genau. Und dies liegt bestimmt nicht am Sommer.

 


 

Quo vadis?

 

Im Koalitionsvertrag steht:

 

  • Berliner Bäder sollen wohnortnah in den Bezirken erhalten bleiben

  • geeigneten Maßnahmen die Zufriedenheit der Kund*innen steigern und die Zahl der entgeltpflichtigen Eintritte erhöhen

  • bezahlbare Preise, verlässliche Öffnungszeiten und ein zuverlässiges und gut erreichbares Bäderangebot

  • Angebot an Hallenbädern sollte in den Sommermonaten erweitert werden

  • die Koalition überarbeitet das Bäderkonzept

  • Mittel für Investitionen in Höhe von 10 Mio. Euro jährlich bereitstellen

  • die BBB-Nutzungssatzung wird in Bezug auf die unentgeltliche Nutzung überarbeitet

  • die Tarifsatzung wird nach sozialen Kriterien ebenfalls überarbeitet

 

Der Vergleich mit der BVG im Kommentar der Berliner Morgenpost hat uns dazu bewogen, kurz abzuschweifen und uns zu fragen, was würde das Land Berlin als Gesellschafter von städtischen Wohnungsbaugesellschaften machen, wenn Berlin aus öffentlichen Mitteln einen zu 100% finanzierten Wohnkomplex an eine seiner Gesellschaften (z.B. Stadt und Land) überträgt und ein Jahr später die Geschäftsführung berichten, dass nur 93 % des Bestandes vermietet sind, weil das Wetter und das Personal…..

 

Das Bäderkonzept 2025 und die Tarifsatzung einschließlich der personellen Entscheidungen sind von der alten Koalition aus SPD und CDU und dem Aufsichtsrat unter Vorsitz von Herrn Henkel getragen worden. Der Koalitionsvertrag spricht eine klare andere Sprache.

 

In der Berliner Morgenpost vom 24.04.2017 wird Frau Ilona Schulze zitiert: „Wenn man mittlerweile für das Badeerlebnis so viel bezahlen darf wie für ein komplettes Mittagsmenü im Restaurant, ist es nun wirklich nicht verwunderlich, dass die Badegäste wegbleiben. Trotz seit Jahren rückgängiger Besucherzahlen scheinen die Berliner Bäder-Betriebe alles daranzusetzen, ihre zahlende Kundschaft nur noch mehr zu vergraulen. Da werden Tarife beschlossen, die insbesondere Familien, Berufstätige und Geringverdiener gehörig diffamieren, da wird einfach mal ohne Vorwarnung tageweise das Bad geschlossen, und die Kunden schauen in die Röhre. Dass sich all das auf Dauer keiner gefallen lässt, versteht sich doch von selbst. Man fragt sich wirklich, was für Menschen da im Vorstand sitzen, die trotz Millionenzuschüssen vom Senat es nicht auf die Reihe bekommen, einfach mal im Sinne eines einfachen Kunden zu denken.“

 

Die Koalitionspartner und der zuständige Senat müssen jetzt entscheiden, ob der im Koalitionsvertrag formulierte Anspruch mit dem jetzigen Vorstand, der anteilig schon über 4 Jahre Zeit hatte, die Bäderbetriebe in ein modernes serviceorientiertes Dienstleistungsunternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge umzuwandeln, wirklich umgesetzt werden kann.

 

Und es reicht eben nicht, dass das Unternehmenskonzept allein daraus besteht, seit Jahren nur nach mehr Steuergeld zu rufen, um es in die vom Vorstand im Sportausschuss beschriebene Service-Offensive zu stecken. Für uns bestätigend, jedoch andererseits sehr erstaunt haben wir die Aussagen der Vorständin für Finanzen und Personal bei der Pressekonferenz zur Sommersaison in den Medien gehört, dass Dank des höheren konsumtiven Zuschusses die Folgen von Wetterschwankungen im Sommer ausgeglichen werden können.

 

Herr Müller als Regierender Bürgermeister und damaliger Aufsichtsratsvorsitzende hat nach der Regierungsbildung der neuen Koalition beim BER klar gehandelt.

 

Nicht zu vergessen ist, dass wir Steuerzahler, alle Nutzergruppen und auch unsere Kinder über kurz oder lang nicht nur zahlende Öffentlichkeit sind, sondern auch Wähler.

 


*Anmerkung durch mich:  Gastronomiekonzept nicht existent, Informationssystem eingeschränkt