Gastbeitrag: Erfahrungen als Berufstätiger Schwimmer

Mich erreichen immer wieder E Mails mit Erfahrungsberichten. Ich freue mich darüber, wenn ihr sie frei gebt, so dass ich das, natürlich anonymisiert, veröffentlichen kann. Für viele, einschließlich mir selbst, ist es gut, zu lesen, dass man nicht allein ist mit dem immer gleichen und immer größer werdenden Ärger und den Problemen. Wie oft hatte ich vor dem Blog das Gefühl, vor lauter Verzweiflung immer wütender zu werden und den Gedanken, damit allen zu sein.

Je mehr Berichte ich veröffentlichen darf, desto mehr weitere trauen sich, etwas zu schreiben. Ich weiß, dass dieser Blog auch von den Verantwortlichen in den Berliner Bäder Betrieben gelesen wird. Wenn wir mehr und mehr Öffentlichkeit schaffen, übt das Druck aus. Natürlich ist nicht sicher, ob sich damit was ändert, aber weiter jeder für sich allein, das bringt mit Sicherheit nichts. Man muss es einfach immer weiter versuchen.

Einfach mal zum Mut machen: im Durchschnitt hatte der Blog über 3000 Leser im April. Im Vergleich dazu, im April 2016 waren es knapp 500 durchschnittlich. Es sind also immer mehr, die mit bekommen, dass sich Schwimmer in Berlin zusammen tun und sich wehren. 

Gastbeitrag:

Ich hab bei den Berliner Bäder Betrieben (BBB) schon viel mitgemacht und  wäre schwimmen nicht so ein wunderschöner Sport oder gäbe es Alternativen würde ich die BBB meiden. Allemal ist der Verweis auf die Schwimmbäder schön und gut, aber wirklich schwimmen kann man da im Sommer auch nicht ( zu voll) und derzeit haben sie nur bis 20:00 offen, das schaffe ich nach der Arbeit auch nicht immer.

 

Letztens war ich im Stadtbad Schöneberg gegen 19:00 Uhr (eines der wenigen Bäder,das noch bis 22 geöffnet hat) 5 oder 6 Bahnen Becken, davon erst eine dann zwei für Aqua Fitness gesperrt und ca. 10-15 Schwimmer im Becken ( die sich dann 3 oder 4 bahnen geteilt haben.) Zwischenzeitlich kam dem Bademeister dann noch die Idee erst den 1er Sprungturm und dann den 3er Sprungturm aufzumachen. Man konnte de facto dann nur noch 1 Bahn wirklich nutzen- allerdings mit Einschränkungen/ der Gefahr dass einem einer draufspringt. Spaß hat das ganze nicht wirklich gemacht. Man geht schwimmen um sich zu entspannen und abzuschalten. Derartiges schwimmen gleicht Auto- oder Radfahren in der Friedrichstraße zur Rushhour. Nicht nur dass das bei 7,50€ eine Zumutung ist, ist das ganze auch saugefährlich! Man muss wahnsinnig aufpassen, nicht umgeschwommen oder getreten zu werde oder andere zu verletzen, aber die BBB ist ja so sehr auf die Sicherheit ihrer Badegäste bedacht... 
Das ist nur ein Beispiel, aber so sieht es momentan aus.(
Angefangen von den neuen Tarifen vor 2 oder 3 Jahren sehe ich immer mehr die Tendenz, die Vielschwimmer zu vergraulen.
Einführung von Tageskarten, Warmwasserbäder, Freizeitbäder,zeitliche Tarife...Die 45 Minuten Karte ist meiner Meinung nach ein Witz. Erstens gibt es die nicht im ermäßigten Tarif( habe zu meiner Frage warum es einige Eintrittskartentarife nicht ermäßigt gibt bis jetzt keine Antwort erhalten) und zweitens schafft man es mit längeren Haaren im Winter kaum sich innerhalb 10 Minuten umzuziehen, Haare zu kämmen und zu föhnen. Da bräuchte man Turboföhne.* Außerdem schwimme ich meist 60 Minuten ,deshalb kommt das für mich nicht in Frage und habe derartige Zeiten noch nie in anderen  Bädern (außerhalb BBB) gelesen... 
Kenne 2 und 4 h Tarife..  Die Föhne finde ich auch so eine Sache. Jeder Föhn  5 Cent ** und im Wellenbad sind ca. 30% standardmäßig defekt. Aber die Gesundheit u und Sicherheit ist der BBB ein großes Anliegen...

 

Als Ausrede für die derzeitigen Öffnungszeiten habe ich als Antwort den Personalmangel erhalten. Angeblich sollen auch 15 Hallenbäder in Berlin auch Mo,Di,Do nach 19 Uhr geöffnet haben...Auf die Anmerkungen, dass Bezirke wie Marzahn,Lankwitz oder Hellersdorf für mich einfach organisatorisch nach der Arbeit nicht möglich sind wurde nicht eingegangen.

 

Anmerkungen von mir
*Ich kenne viele, inklusive mir selbst, die das auch nicht schaffen.

**Es gibt sogar Bäder in denen föhnen 10 Cent kostet

Danke für die Freigabe dieses Berichts.