Vergabe von Wasserfläche an private Trainer

"Vergabe von Wasserflächen an private Trainer" ist der Titel einer Kleinen Anfrage von Maren Jasper-Winter (FDP)

 

Kommentar

Die nebenstehende Antwort sollte jeden stutzig machen, wenn man die Antwort auf Frage 6 liest.

Solange der "Größte Bäder Betrieb Europas" sich außerstande sieht, für jede Nutzergruppe eine klar definierte Bahnenauslastung zu bestimmen (kleinere, kommunale und private Bäder und Bäderbetriebe können das, im In- und Ausland), solange ist also eine "Vermietung" abhängig von dem, was ein Badleiter vier Wochen vorher bestimmt? Mal ganz deutlich, die Badleiter machen einen Bombenjob. Die haben wahrlich 'ne Menge zu tun, insbesondere, wenn Bädermanager auch noch von ihnen zum Teil regelrecht angelernt werden müssen. Jetzt sollen sie also auch noch ihren Kopf hinhalten im Bezug auf die Definition Auslastung? Ich frag mich grade, was genau die Badleiter verdienen? Lägen sie weit über dem Salär für Bädermanger, wäre diese zusätzliche Verantwortung natürlich nur richtig.

Die Antwort der Berliner Bäder Betriebe hat nichts mit der klar formulierten Frage von Frau Jasper-Winter zu tun.

Es gibt recht klare Maßstäbe, die ergeben sich aus der Art der Nutzung, vor allem aber exakt dann, wenn in den Bädern abgeleinte Bahnen eingeführt werden unter der Bedingung, diese zu beschildern und entsprechend zu sortieren.

 

Ein (reales!) Beispiel:

Fläche 1

In einem 50 Meter Bad mit 6 Bahnen werden 3 Bahnen abgeleint, hier als 3 Bahnen Fläche ohne weitere trennende Leinen. Auf dieser Fläche findet Schulschwimmen statt. Während der 45 Minuten, in der etwa 30 Kinder( Alter etwa 9-11 Jahre, ohne Hilfsmittel) anwesend waren, waren diese insgesamt etwa 15 Minuten dieser 45 Minuten im Wasser und das noch nicht einmal alle zur gleichen Zeit.

Fläche 2

Durch eine halb hochgefahrene Trennwand und einer Leine längs war auf der anderen Seite eine Fläche von 25 Meter längs und  2 Bahnen Breite entstanden. Dort waren etwa 20 Kinder (Alter ca 7-8 Jahre, alle mit Hilfsmitteln) und mindestens 2 Erwachsene im Wasser.

Fläche 3

Auf der anderen Seite der halb hochgefahrenen Trennwand, war ein Bereich von 25  Meter im Nichtschwimmerbereich. Dort war kein Kind.

Fläche 4

Die so verbliebene Fläche, 1 Bahn, 'mittig' natürlich ohne Leine,  nennt sich "öffentliches schwimmen". Am Beispieltag zunächst 4 Kraulschwimmer, Kreisverkehr, das hat funktioniert. Bis  dann 2 weitere, sich nebeneinander plaudernd im Wasser niederließen und 1 Kraulschwimmer seitlich ausschlagend dazu kam.

 

Fläche 1: keine auch nur annähernde Auslastung

Fläche 2: (zu) hohe Auslastung

Fläche 3: ungenutzt (sinnvoll wäre die ganzen 2 Bahnen für die Gruppe der 20 Kinder)

Fläche 4: Bei der Definition "öffentliches schwimmen" auf 1 einzelnen Bahn, ist diese überlastet, wenn es so wie beschrieben zugeht. Eine abgeleinte, bsechilderte und sortierte Bahn hingegen , kann man wie folgt definieren.

 

Ich bin 1,69 Meter, beim Kraularmzug dann etwa 2,05-2,10 Meter. Rechnet man z.B. einen durchschnittlich großen Mann von 1,80 Meter, hat dieser eine Länge von mindestens 2,25 Meter, eher mehr. Wenn, und nur wenn, sortiert wird wie in den Pool Rules anderer Kommunen durchaus üblich, können auf einer 50 Meter Bahn etwa 10 Nutzer Kraulschwimmen. Kommt nur ein einziger dazwischen, der seitlich ausschlägt und durch seine falsche Technik 3/4 der Bahn braucht, war es das für alle. Das gleiche, wenn auch nur einer grätscht beim Brustschwimmen oder mit den Armen seitlich rudernd auf dem Rücken liegt. Das gleiche gilt für diejenigen,  "ich schaff keine 50 Meter" und dann mitten in der Bahn wenden. Den Unfall, den ich hatte, als jemand während ich in der Einleitungssekunde der Rollwende war und dieser Nutzer quer kreuzte, dürfte vorstellbar sein. Steht einer mittig an der Wand, um seine Gymnastik dort zu machen, haben die 10 verloren. Wer will schon den gestreckten Fuß ins Gesicht kriegen? Jede Wende wird unmöglich, wenn sich 2 an der Wand so blöde positionieren, dass weder die eine Richtung noch die andere in die Wende kann.

Und ich fang jetzt nicht mit denen an, die glauben das Gehämmer mit Paddles auf die entgegenkommend Bahn hätte irgendwas mit schwimmen zu tun. Nutzt ein guter, fairer Schwimmer Paddles, trifft der höchstens seine eigene Nase.

 

Die Definition Bahnenauslastung wird schlicht seit Jahren verweigert in Berlin.

Badauslastung kann man aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten. Die Badauslastung kann dann auch so aussehen, dass 1000 Leute wie die Sardinen im Freibadbecken stehend keine Bewegung machen können.

Man könnte aber auch einen Nutzerfreundlichen Weg gehen und Wasserfläche in abgeleinten, beschilderten, sortierten Bahnen und Flächen regulieren.

Diese Antwort ist merkwürdig. Die Beobachtungen in einem Bad zeigen klar, dass das nicht stimmt. Dort war gut zu sehen, dass eine  Person am Beckenrand und  1 Person im Wasser war. In einem mit "Vereine" ausgewiesenem Bad, der Verein war nicht anwesend. Im gleichen Bad, anderer Tag, eine Frau mit Kind im Wasser, eine Person am Beckenrand und eine Person im Wasser. Die Person (später im Wasser) musste ihren Trainer suchen, der Zeuge stand zufällig hinter ihr und schrieb mir zu dieser Beobachtung eine E Mail. 

Ebenso, in einem anderen Bad, für die Öffentlichkeit geschlossen, gibt es die Beobachtung, die für mich dokumentiert wurde, dass eine Einzelperson mit einem Trainer im Bad war. Völlig ohne Öffentlichkeit.

Offensichtlich rechnen die Berliner Bäder Betriebe nicht damit, dass die Schwimmer in Berlin sich gut vernetzt haben.

 

Interessant ist das Detail "externe" Anbieter in der Antwort.

Das impliziert, Kooperationspartner werden anders behandelt?

Wenn ja: zu welchen Bedingungen, vor allem welchen Anteil der subventionierten Wasserfläche nutzen diese Kooperationspartner? Zum Beispiel im Vergleich der Zeiträume

Juni 2012- April 2013

Juni 2015- April 2016

Juni 2016- April 2017

Je Bad, je Tag, je Betriebsstunde, einzeln, mit Angabe der öffentlich angegebenen Nutzung.

Die nächste Frage ist, mit welchem Vorlauf Kooperationsparter Wasserfläche erhalten?

Nicht zu vergessen, die Frage der Badauslastung bei Vergabe an Kooperationspartner.

Ich weiß unter anderem von Vergabe an Kooperationspartner für wenige (hier 1-3) Personen während das Bad der Öffentlichkeit verschlossen war.

Wo genau finden sich die Ausschreibungen? Wo sind die Vergaben nachzulesen?

Die Ausschreibung für die Kinder Ferienkurse, ist vom 13.06.2017.

Woher wusste die Schwimmschule bereits am 26.04.2017 davon, dass es eine "gemeinsame" Suche nach Trainern gibt?

Wo werden diese Trainer angestellt? Wer hat welchen wirtschaftlichen Ertrag?


Abgleich: Nutzungsbedingungen - Antworten auf die Kleine Anfrage

Es sei denn, die Badleitung entscheidet anders. Steht in den Nutzungsbedingungen (unter wessen Zustimmung sind die entstanden?)

Wo kann der Nutzer einsehen, was genau "Badauslastung" und was genau Gefährdung ist?

Rechtsverbindlich, steht in der Antwort der Berliner Bäder Betriebe.


Ein Blick auf die Aussagen aus der Pressemitteilung vom 08.03.2017 und im Vergleich die jetzt erstellten Nutzungsbedingungen


Wie wird das, was laut Pressemitteilung zum Verbot geführt hat, verhindert ohne "spezifische" Bahn? Heißt das, ein von privaten Trainern trainierter Hochleistungssportler muss gegebenfalls im Planschbecken trainieren? Oder ein Schwimmanfänger im Kreisverkehr den die Öffentlichkeit nutzt?

Ich frage mich seit Bekanntgabe der Nutzungsbedingungen, was genau diese Angabe auf dem Formular zu suchen hat?

Bereits die Aussage in der Pressemitteilung hat nicht nur mich, sondern auch Mitglieder im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses irritiert.

Seit dem Verbot, am 17.02.2017, gab es 8 Anträge zur Bahnen Miete.

Was heißt das genau?

8 Trainer haben je 1 Mal versucht, eine Bahn zu mieten? Oder 1 Trainer hat 8 Anträge gestellt? Oder 4 Trainer je 2 Anträge? Egal wie man es dreht, es sind 8 Anträge. Wie haben die "gehäuften" Trainingsbeteiligten das Problem denn ansonsten gelöst? Sind das alles jetzt Kooperationspartner? Gehen sie einfach mit ihren Schülern ins Wasser, so dass es nicht auffällt(sehe ich in mindestens 4 Bädern)? Wie viele führen jetzt Personal Training in Vereinen durch auf der subventionierten, der Öffentlichkeit versperrten Wasserfläche? Wie wird das gegebenenfalls kontrolliert seitens der Bädermanager und Leiter Betrieb Bäder?

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Kommentar zur "Lösung" Private Nutzung