Sommerbad Staaken West

Das ungeliebte Nesthäkchen der Berliner Bäder Betriebe hat etwas, was sonst kein Bad des kommunalen Betreibers aufweisen kann. Ein durch Hecke und Tür abgetrennter Bereich für Familien mit kleinen Kindern inklusive eines liebevoll angelegten Planschbecken, gepflegtem Liegebereich und Rutsche.

 

Seit Jahren, nein gefühlt von Beginn an, als die Berliner Bäder Betriebe gegründet wurden und das kleine Idyll quasi übernehmen mussten, scheint es, als wolle man das Bad los werden. Schon immer völlig unverständlich, besonders jetzt. In unmittelbarer Nähe, im alten +DDR* Kreiskrankenhaus "Georg Benjamin", werden über 700 Wohnungen entstehen. Eine Menge Kinder und Erwachsene, die einen Blick auf das Freibad haben, einen Fußweg von wenigen Minuten.. Und trotzdem geht das Genörgel über fehlende Besucher in die X. te Runde. Ein Bad, das unzuverlässig geöffnet wird, nur ein Beispiel 2016: erst wurde eine Saisoneröffnung um eine Woche vorgezogen, Medienwirksam. Um nach 4 Tagen wieder für 3 Tage zu schließen, immer wieder erst später zu öffnen und auch jetzt wieder. Das Bad ist an diesem Wochenende bereits um 17 Uhr geschlossen, das heißt, Kassenschluß um 16 Uhr. Der Gipfel aber ist die Tatsache, ein Sommerbad- nicht Sommerferienbad!- ausschließlich in den großen Ferien zu öffnen. Und das auch noch anders als z.B. in Kleinen Anfragen der Abgeordneten angegeben. Die Berufstätigen morgens haben keine Chance, das Bad öffnet erst um 10 Uhr. Nur nebenbei, Zuschüsse werden auch aufgrund vorgelegter Betriebsstunden- Personal und Betriebskosten- gezahlt.

 

 

Der Ortsteil Staaken West hat eine der wohl interessantesten, aber auch tragischsten Geschichten die so nur unter den Alliierten und  dem Mauerbau entstehen konnten. Staaken West gehörte zunächst zu Berlin West unter den 3 Westalliierten, wurde dann besetzt und landete schließlich in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ). Ost Staaken hingegen verblieb unter den Westmächten. Die damaligen Grenzen, scheinbar willkürlich, verlief ungefähr in der Mitte des Nennhauser Damm. Die Bergstrasse gehörte zum Westen, die Weidenstrasse zum Osten. Ein schöner Eindruck im Bild ist hier zu sehen, eine gute Beschreibung hier im Tagesspiegel von Andreas Conrad

 

In dem wunderbaren Buch "Bäderbau in Berlin" von Uta Maria Bräuer und Jost Lehne, ist die Eröffnung des Sommerbads mit 1992 angegeben. Das kann so nicht stimmen. Das Freibad existierte bereits zu *DDR* Zeiten wie mir mehrere Anwohner und eine Besucherin erzählte. Das Bad sei"mit einer Folie ausgelegt gewesen und gehörte zum Klinikbetrieb" Ich habe einige Anfragen an Archive gestellt, die noch nicht beantwortet sind.

 

Eingezäunt- Wildschweingefahr?- steht das Bad mitten in einer Art Wald. Nur der Baulärm von der Sportanlage nebenan, die zur Zeit saniert wird und mit dem Bad einen Baukomplex bildet, stört das zwitschern der Vögel. Das Gebäude mutet an wie ein 1960 er Jahre Bau. Weiß angepinselt, Fähnchen davor und eine Fahne an der Wand auf der "willkommen" steht. Ach, ihr von den Bäder Betrieben. Lasst das mal mit euren blöden Gebäude verhängen, stellt lieber vernünftige Hinweistafeln an den Zufahrten und Wegen zu

 

Links betritt man das Bad und hinter dem Drehkreuz ein typisch deutsches Freibad. Links ein Gebäude in dem Duschen und Toiletten untergebracht sind. Am Eingang scharf rechts ein Umkleide Bereich mit Einzelkabinen, daneben ein Imbiss.

 

Man sieht eine gepflegte, schön grüne Wiese mit hohen Bäumen, Schatten und Sonnenplätze. Wertfächer sind direkt am Eingang und am Gebäude mit den Sanitäranlagen. Die obligatorische Ein Euro Pfand Münze. Sauber, geschlossene Mülleimer- unbedingt wünschenswert, wenn ich an die Insekten und den Geruch bei Sommerhitze aus den Mülleimern denke. Hinter den Hecken liegt das Schwimmbecken.

 

25 Meter Edelstahl und super sauber, abgeleinte Bahn "für unsere Sportschwimmer". Kein Müll, kein Kaugummi, die gesamte Fläche wie grad geputzt. Und, das ist auch so. Während der wenigen Stunden die ich dort war, wurden die Sanitärräume ausgespritzt obwohl sie schon sauber waren, Müll fand sich nicht wirklich, aber das eine Papier wurde aufgehoben, das Bad sehr regelmäßig inspiziert. Kriegen die da Kilometergeld?

 

Ahhhh, ja. Spandau Nord. Ich habe einige des Personals dort gesehen und damit war klar, die rennen auch hier rum, putzen, sind Ansprechpartner und- wie an dem Tag meines Besuchs- tröstende Sanitäter, Tippgeber und das, was 'Bademeister' sein sollen.

 

Ich guckte natürlich neugierig, wie es wohl hinter den Hecken aussah. Ich hätte mich nicht getraut in den für Familien abgetrennten Bereich zu gehen, einer der Mitarbeiter bot mir an, mir das Areal zu zeigen. Was für ein Service.

 

Ungestörtes Bahnen ziehen, Markierung auf Edelstahl und damit auch für halbblinde wie mich einfach in der Spur zu bleiben.

 

Die 4 Duschen, weiß gefliest, kaum größer als mein Badezimmer, werden ausreichend warm, der Intervall ist etwas kurz, aber im Gegensatz zu denen in der Halle Kombibad Gropiusstadt kan man sie so oft drücken bis das Shampoo abgespült ist. Es gibt leider keine Haken gegenüber oder an der Dusche, die befinden sich nur seitlich unter dem Fenster. 

 

Super saubere Toiletten. Und dann die Suche nach dem Föhn. Ha, dort wo Umkleide dran steht ist einer. Die üblichen 5 Cent.

 

Der Imbiss bietet zu zivilen Preisen bei sehr nettem Service durch die zwei Damen die übliche Freibad Kost, Cola, Kaffee, Bierchen kann man auch dazu haben.

 

Fazit: Ein tolles Freibad für Familien und Schwimmer. Schön gepflegte Grünanlage und blitzsauber mit netten Mitarbeitern.

 

Das Freibad hat noch bis voraussichtlich (argh, Berliner Bäder Betriebe, zuverlässig in schwammigen Ausagen, warum?) 03.09. von 10-20 Uhr geöffnet.

 

 

Ausstattung

 

25 Meter Schwimmbecken

 

Nichtschwimmerbecken

 

Kinderplansche mit Rutsche

 

Kinderspielplatz

 

Tischtennisplatten

 

Imbiss

 


Das Bad erreicht man mit dem Bus M 32, Haltestelle "Am alten Gaswerk" Von Spandau kommend muss man über den Brunsbüttler Damm, dort entlang wo das alte Schild ist

 

Wenn man das sieht, ist man auf dem richtigen Weg

 

Wenn man das sieht, ist man auf dem richtigen Weg

 

Oder neben der Bauruine den kleinen Weg durch das Grüne.Immer geradeaus, etwa nach 5 Minuten steht man vor dem Bad. Der Parkplatz ist vorhanden, aber eine Zumutung. Man kann auch mit dem M 49 bis Buschower Weg fahren, der Fußweg ist dann zwar länger, aber es gibt dort viel zu entdecken aus der Geschichte des Ortsteils.

 

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