Für unsere Freiheit

wählen zu können, haben Menschen ihr Leben eingesetzt. Wir sind es ihnen schuldig, diese Freiheit zu nutzen.

Seit ich denken kann, gibt es immer wieder rechte Parteien die rassistisches, homophobes, antisemitisches, sexistisches Gedankengut versuchen in der Gesellschaft salonfähig zu machen.

In den letzten 3, 4 Jahren wurde sichtbar, es braucht diese Parteien gar nicht. Es gab schon immer, nur leiser, latente Homophobie, Antisemitismus, Sexismus, Rassismus in Teilen unserer sogenannten Mitte.

Hörbar für jeden brüllt eine Minderheit und  Medien sorgen dafür ihnen Podien zu geben. Der Eindruck wird vermittelt, die laute Minderheit sei konsensfähig. Man will alle Meinungen zu Wort kommen lassen.

Der Unterschied zwischen "zu Wort kommen lassen" und hetzen scheint zu verschwimmen.

"Meinungsvielfalt. Wir müssen das aushalten."

Nö. Lügen, hetzen, hassen. Meinung ist was anderes als das.

 

Sich offen rassistisch äußernde Personen dürfen ihre Lügen als Fakten verkaufen. Aus Lügen werden "fake news" die mit Fakten zu widerlegen nur dort gelingt, wo nicht gebrüllt wird, nicht auf den Lügner eingegangen wird, sondern die Fakten gelebt werden.

Stereotype Wiederholungen von immer gleichen Methoden. Eine Behauptung aufstellen, eine strafwürdige Aussage treffen und, bei Kritik, mit dem Finger auf den Kritiker zeigen und sich als Opfer stilisieren. War, ist und bleibt Handlungsweise derer, die weder Argumente aufgrund von Fakten vorweisen noch Lösungen für Problem anbieten.

Viele fragen, was man gegen diese Lügen tun kann. Nichts. Wer in seiner eigenen Realität lebt, der ist mit Fakten, Argumenten nicht zu erreichen. Wer permanent damit beschäftigt ist, sich gegen Lügen zu wehren, tappt in die Falle. Meinungsdiktatur will ja genau das erreichen. Alles dreht sich um die eine, laut gebrüllte Lüge. Die immer und immer wieder gebrüllt, den Anschein erweckt, dass sie weit verbreitet ist. Geht man darauf ein, wird die nächste Lüge gebrüllt. Die Lügner wollen keine Argumente. Sie wollen recht haben. Blenden alles aus, was ihrer Lüge zuwider läuft.

Lügen, hetzen, all das hat nichts mit Meinung zu tun.

 

Und die demokratischen Parteien? Erst wurde ignoriert, dann sich erschreckt und dann... mit Lügnern und Hetzern in Diskussionsrunden. Nicht kapierend, dass sie unter Diskussion einen Meinungsaustausch verstehen und die Hetzer nur eines wollen: ihre Meinungsdiktatur verbreiten.

 

Alle schon so weit entfernt aus der Lebensrealität von Otto und Else Musterfrau? Nee, hilflos. Statt zukunftsfähiger Politik und Ideen. Das Monster scheint groß. Die Hilflosigkeit in Aufforderungen verpackt. An uns. Die Wähler.

 

Und wir,die Bürger?

Bei jedem rassistischen, homophoben, sexististen, antisemtischen Dreck, kommt einer (in sozialen Netzwerken) um die Ecke, kopiert entsprechende Parolen und erkennt "jetzt, jetzt aber sieht man, dass es Nazis sind"

Wie schön. Für die Rassisten, Homophobiker, Antisemiten, Sexisten, kostenlose Werbung durch Verbreitung. Wieder wirken sie größer als sie sind.

9,  12, 20 Prozent. Widerlich. Ja. Aber schon immer da, nur nicht sichtbar. Sie wirken groß, sind es aber nicht.

Wir sind 91, 88, 80 Prozent.  In einem freien Land. Mit einer freien Presse. Und wir haben die Wahl. Die wir gewinnen.

Wir, die Demokraten.

Es ist Aufgabe jedes Einzelnen eine Lüge von Fakten unterscheiden zu lernen. Das ist schwerer geworden. Wer es trotzdem nicht tut, der macht es sich bequem. Zukunftsfähige Politik ist nicht allein Aufgabe der Politiker. Und Zukunftsfähige Demokratie speist sich nicht daraus, dass man ihren Gegnern mit deren Mitteln begegnet.

 

Ich habe schon gewählt. 

 

 

Vielen fällt es schwer, sie sind unentschlossen wie nie. Das geht mir seit Jahren so und es wird nicht leichter.

Jeder kann für sich Prioritäten setzen. Es wird nie eine Partei geben mit der man 100 Prozent einverstanden ist.

So wie es nie eine Partnerschaft geben kann, in der man ständig einer Meinung ist.

Ich warte immer noch darauf, dass jede demokratische Partei auflistet was sie vor der Wahl im Programm hatte und was konkret umgesetzt wurde.

Ich hoffe immer noch, dass Politiker aller demokratischen Parteien aufhören sich wie  im Sandkasten zu benehmen in der Auseinandersetzung.

Ich habe in meinem Bezirk den/ die   BewerberIN gewählt, deren/ dessen Partei  am meisten für Schwimmbäder zu tun scheint auf Bezirksebene. Ich kam mir blöde vor, gibt es doch Bereiche die Lebenswichtiger sind. Ja, auch für mich. Aber ich musste wählen. Ich habe geguckt, was die Kandidaten sonst noch so tun außer Parteipolitik. 50 und mehr Nebenbeschäftigungen? Nein danke. In die unmittelbare individuelle Lebensentscheidung mit Parolen eingreifen? Och nö, echt nicht. Ignoranz auf Schreiben von Bürgern im Bezirk? Kann weg. EinE KandidatIn ist mir völlig unbekannt, kein Stand, kein Flyer, kein nix. Da kann ich ja gleich in ein Wasserloses Schwimmbad gehn. Nö.

Und, trotz des Risikos, jemanden im Bundestag zu belassen, den/ die ich dort absolut nicht will, habe ich das zweite Kreuz so gesetzt, dass ich dazu beitragen will,  den Stillstand einer großen Koalition zu beenden.

Das einzige, was mir leicht fiel, war die Entscheidung beim Volksentscheid. Für Umwelt, Ruhe, Wohnungen,Zukunft.

 

Geh wählen. Jede Stimme für die Demokratie zählt. Und wenn du dich nicht entscheiden kannst, mach den Stimmzettel ungültig. Hetze ist keine Meinung.

Und wenn du am Sonntag merkst, du hast Briefwahlunterlagen, dann schnapp sie dir und guck hier

 

Dieser Text stand unter dem Titel "Warum ich am Sonntag nicht wählen gehe.

Am Ende stand "Weil ich schon gewählt habe"

Der Titel sollte provozieren und zeigen, wie leicht wir uns von Schlagzeilen in die Irre führen lassen.