Seebad Mariendorf Gedenktafel Adolf Lewissohn Abstimmung  20.09.2017 in der BVV

11.09.2017

Der Antrag auf die Gedenktafel für Adolf Lewissohn wurde letzte Woche im Stadtentwicklungsausschuss einstimmig angenommen und dürfte somit anm 20.09.2017 in der BVV zur Abstimmung kommen.

Antrag auf Gedenktafel für Adolf Lewissohn

 

In der BVV Tempelhof Schöneberg hat Martin Rutsch (Die Linke) einen Antrag gestellt, um mit einer Gedenktafel an Adolf Lewissohn zu erinnern. Es wird sicher erst in entsprechende Ausschüsse überwiesen und nach der Sommerpause zur Abstimmung in der BVV kommen.

Damit ist erreicht, wofür ich mich lange engagiert habe. Die vergessene Familie Lewissohn wird eine würdige Erinnerung im Bezirk erhalten.

 

Einst das schönste und größte Seebad von Groß Berlin

 

Nichts erinnert an Familie Lewissohn, die Begründer des einst schönsten und größten Seebad Berlins. Kein Gedenkstein, kein Grabmal. Nichts.

 

 

Das Seebad Mariendorf

Gründung 1872 durch Adolf Lewissohn

 

24.000qm groß zwischen dem heutigen Mariendorfer Damm und der heutigen und damaligen Rathausstraße im heutigen Tempelhof.

Eröffnung 1876

In den Sommern vergnügten sich im Seebad Mariendorf bis zu 4000 Badegäste. Es galt ab 1920 als die größte und schönste Badeanstalt von Groß Berlin. Vereine trainierten hier und Kinder lernten das Schwimmen.

Es gab ein bekanntes Restaurant in dem große Veranstaltungen durchgeführt wurden.

1912 wurden die Ausscheidungskämpfe der Olympischen Spiele Stockholm ausgetragen.

1933 „arisiert“.

Die Tochter des verstorbenen Gründers, Helene Lewissohn, musste „verkaufen“- neuer Besitzer, der  Gastwirt Paul Hilgner.

Helene Lewissohn bekam den lächerlichen Betrag von 151,25 Mark.

 

Nach dem Krieg gab es zwischen der Witwe Paul Hilgners und dem Bezirksamt einen fünf Jahres Pachtvertrag.

Die enteignete Besitzerin Helene Lewissohn beantragte 1948 einen Verwalter einzusetzen.

 

Das Verfahren zur Wiedergutmachung endete 1952 mit einem Vergleich über mit dem Spottbetrag von 1000 Mark. Die mittlerweile völlig verarmte Helene Lewissohn konnte sich keinen Anwalt leisten, Antrag auf „Armenrecht“ wurde abgelehnt mit der Begründung, die Aussichten auf Rückübertragung seien gering...

Im Gegenteil, man versuchte sogar bei ihr Verfahrensgebühren einzufordern.

Das Bad öffnete noch einmal für eine Saison, dann musste es weichen

1953 wurde es zugeschüttet, für Wohnbebauung.

Heute gibt es noch einen kleinen Teich auf dem Gelände eines Seniorenheims vor Ort.

Frau Helene Lewissohn verstarb vollkommen verarmt 1957.

 

 

 Persönlichkeiten

Adolf Lewissohn, Gründer und verdienter Bürger in Tempelhof

 

Der Badebetrieb im Seebad Mariendorf. Ausscheidungswettkämpfe, Schulen und Vereine als Nutznießer

 

Helene Lewissohn, enteignet, nie entschädigt und vergessen im Bezirk. Schwimmbad Neubau soll Helene Lewissohn Bad heißen

 

Bisheriges Engagement, Unterstüzung und Fortschritte

Wer steckt hinter der Initiative "Erinnerungskultur in Mariendorf"

Unterstützer

 

Medienecho

12.06.2016 Der Tagesspiegel berichtet über meinen Blog. Durch den Artikel wird Frau Dr. Högl, Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion der SPD aufmerksam und unterstützt initiativ das Projekt

08.07.2016 Der Tagesspiegel schreibt über das geplante Sommerfest und titelt "Riesen Wasserbecken in Tempelhof, eine Initiative erinnert" 

09.07.2016 Das Sommerfest unter dem Motto "Seebad Mariendorf" Erste öffentliche Erinnerung an die Familie Lewissohn und das Seebad am authentischen Ort.

10.08.2016 Berliner Woche druckt Zeitzeugenaufruf

 

Zeitzeugenberichte

Zwei Mädchen beim Kaffee am Seebad. Eine alte Dame erzählt von ihrer Freundin, die Tochter des Hausmeisters im Seebad

Mir ist ja Edelstahl lieber. Ein alter Herr, passionierter Schwimmer, erzählt von seinen Erfahrungen im Seebad.

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Alle Beiträge Seebad Mariendorf von www.schwimm-blog-berlin.de sind lizenziert unter www.schwimm-blog-berlin.de - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.