Barrierefreiheit nach Sanierung -Fehlanzeige

Sanierung für mehr als 16 Millionen Euro und Barrierefreiheit Fehlanzeige

 

Das Kombibad Gropiusstadt ist im letzten Jahr nach sehr kostenintensiver Sanierung wieder eröffnet worden.

 

Kein durchgängiger Blindenleitstreifen, Unverbaute Reste liegen rum.

 

 

Rutschige Fliesen. Rost. Was in Gesprächen am Beckenrand immer wieder Thema ist: sehr schlechte Luft seit der Sanierung. 

 

 

Durch die Kostensteigerung dieser Sanierung wurde unter anderem die Sanierung der Schwimmhalle Thomas Mann Straße verzögert.

Die Berliner Bäder Betriebe haben schlicht das für das Schul und Vereinsbad in Prenzlauer Berg vorgesehene Geld in das Kombibad an der Lipschitzallee gesteckt.

Das allein ist schon mehr als merkwürdig.

Ich werde mal recherchieren aus welchen Töpfen die Mittel kamen.

 

 

Ein Blick auf die Details der Sanierung ist erschreckend. Die viel zu großflächigen Fliesen im Nassbereich, sowohl in den Duschen als auch am Beckenrand sind sehr rutschig. Die Paneelen in den Duschen sind derart schlampig aufgesetzt, dass es haarsträubend ist. In einer der Damenduschen beispielsweise haben manche Paneelen fast 10 cm Abstand zur Decke, Kabel gucken raus. Andere sind fast schlüssig an der Decke. Alle rosten bereits massiv. Die Druckvorrichtungen für das Wasser sind bereits wackelig, so dass die Duschen manchmal nicht funktionieren. Der Kontakt passt nicht.

Die Startblöcke sind ebenfalls bereits sehr rostig. Viele Gäste mit denen ich ins Gespräch komme, erwähnen, dass sie nach dem Besuch oder schon währenddessen Kopfschmerzen bekommen. Auch mir fällt deutlich auf, wie schlecht die Luft in diesem Bad ist. Stimmt da irgendwas im Lüftungssystem nicht? Leitern, die schon vorher 40 Jahre im Bad waren und nicht gerostet sind, rosten seit einem Jahr massiv. Ein Blick auf das Ein Meter Brett ist erschreckend. 

 

Das unglaublichste aber ist der Blindenleitstreifen.

Dieser ist weder durchgehend noch sinnvoll. Die nicht verbauten Teile liegen am Bad herum.

 

Mir stellt sich die Frage erneut: wer ist bei den Berliner Bäderbetrieben verantwortlich für Baumaßnahmen? Gibt es überhaupt entweder in der BBB Infra oder in der AöR eine Abteilung Bau? Und ich meine nicht Bau& Technik, sondern eine Fachabteilung die Baumaßnahmen überwacht?

Was genau ist der Grund für die Tatsache, dass eine 2015 eröffnete Schwimmhalle/ Freibad nicht Barrierefrei ist? Gab es- wieder mal- Uneinigkeit zwischen den beiden Betriebsformen?

 

Wer hat entschieden derartige Fliesen im Nassbereich zu verbauen? Ich stelle diese Fragen selbstverständlich der Verwaltung. Mit Antwort ist nicht zu rechnen.

 

Es ist zu befürchten, dass erst reagiert wird, wenn der erste schwere Unfall passiert oder der Behinderten, respektive Blindenverband sich einsetzt. Ich habe beide informiert.

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anonymus (Dienstag, 31 Mai 2016 01:32)

    Was die fehlende Barrierefreiheit in der Halle betrifft, kann ich Ihnen absolut nicht folgen. Vom Eingang bis in die Halle kann man jeden Meter mit einem Rollstuhl befahren. Um ins Wasser zu gelangen, gibt es einen Lift.

    Die meisten anderen Punkte sind unstrittig. In vielen Punkten hat man das Gefühl, das die Planer vom BER waren.

  • #2

    schwimm-blog-berlin (Dienstag, 31 Mai 2016 06:25)

    Hallo Anonymus

    Danke für den Kommentar.
    Stimmt, mit einem Rollstuhl ist das Schwimmbad nutzbar. Barrierefreiheit beinhaltet allerdings auch den Blindenleitstreifen. Und der war zum Zeitpunkt, als ich das geschrieben habe, nicht vollständig. Viele vergessen oft, dass Rollstuhl Freiheit nicht gleich Barrierefreiheit bedeutet.

    Liebe Grüße

    schwimm-blog- berlin