Wenn das Wasser mich umarmt

Wenn das Wasser mich umarmt

geht das so nur im Hallenbad

 

Keine Sonne, die mir auf die Badekappe brennt. Kein Graupelschauer, der sich anfühlt, als würden 4 Kinder gleichzeitig direkt neben meine Bahn springen. Kein Wind, der Wellen macht, die ich selbst bestimmen möchte. Kein aufgeschäumtes Wasser durch Strampler.

 

 

Wenn ich den ersten Armzug über Wasser mache, bestimme ich, wie die Blasen aussehen beim eintauchen. Ganz sanft ins Wasser  

gleiten und wenn die Hand sich am tiefsten Punkt befindet, ist keine einzige Blase zu sehen. Ziehe ich die Geschwindigkeit an, verfolge ich mit den Augen die acht, die die Blasen bilden. Ich fühle, wie ich durch den Druck im Armzug auf Höhe der Hüfte schneller werde ohne außer Atem zu geraten.

Bei mir stellt sich so nach 200, 300 Meter die Gleichmäßigkeit ein, wenn ich nicht von Querpaddlern oder anderen Gestalten, die in einem Schwimmbad alles tun, außer schwimmen, gestört werde. Kein Blick nach vorn, bei dem der Nacken nach einiger Zeit schmerzt. Kein Blick nach hinten, ob irgendein Superschwimmer in der Wende überholen will.

Einfach nur waagerecht im Wasser liegen und schwimmen.

Ich höre meist nach 20 Bahnen auf zu zählen.

Ich denke an nichts, ich bin völlig entspannt, ich bin in voller Anstrengung. Alles gleichzeitig.

Ich fühle das Wasser, obwohl ich es nicht spüre. Ich habe das Gefühl, fliegen zu können.

Schwimmen ist mein Leben.

 

 

In einer leeren Bahn im Kombibad Mariendorf, mit dem besten Wasser der Stadt.

Heute war es mal wieder so weit. Einer dieser Ausnahmetage. Alle zieht es ins Freibad und die Halle war trotz des warmen Wetters geöffnet.

50 wunderbar blaue Meter. Dieses Bild, wenn ich in ein Hallenbad komme und die Wasserfläche ist ganz still, ist mit nichts zu vergleichen.

 

Vorfreude und mit einem (naja halbwegs) richtigen Startsprung ins Wasser eintauchen. Völlig losgelöste Sekunde. Fliegen.

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