Nutzung von Schwimmequipement kann untersagt werden- Willkür oder gut so?

Nachdem ich in E Mails und über die Sozialen Netzwerke erfahren hatte, dass unter anderem im Stadtbad Lankwitz die Nutzung von Pullbuoy und Brettchen verboten wurde, wollte ich das verifizieren.

 

Ich war heute im Stadtbad und konnte das Minibrettchen benutzen. Das Bad war brechend voll. Zwei Frauen die waagerecht im Wasser  waren, der Rest sprang von der Längsseite rein, besonders ein junger Mann, Mitte 20, Kinder die ohne jede Ermahnung plötzlich erst unter einer alten Dame auftauchten, dann mir direkt vor die Nase paddelten als ich am Rand stand. Erwachsene die schräg durchs Wasser strampelten, einer davon übrigens mit Bauchgurt, der sich fast gar nicht bewegte. Aber nun, es ist jetzt ein "Familien- und Freizeitbad" (Neue Bezeichnung seit der Tarifreform. Vorher Sternebad genannt) und da muss das wohl so sein.

Witzig: Am Rand hängt ein Schild "Sportschwimmen". Aus alten Zeiten. Vermutlich zur Belustigung der Badegäste.

 

Ich habe dort einen Mitarbeiter den ich vom sehen lange kenne und von dem ich weiß, dass er sehr freundlich ist, dann einfach gefragt.

 

Seine Erklärung: in der Badeordnung steht, dass Auftriebshilfen nicht gestattet sind im Schwimmerbecken.

Mein Einwand, dass weder Pullbuoy- für die Unkundigen: den klemmt man sich zwischen Knie oder Oberschenkel- noch Brettchen irgendjemanden stören können, wurde beantwortet.

 

Auszug Hausordnung auf die man sich bezieht.

"Wir haben früher, wenn jemand ein Attest gebracht hat, dass es medizinisch notwendig ist, Ausnahmen machen können. Wenn wir jetzt Ausnahmen machen, will das jeder, wo sollen wir die Grenze ziehen. Mit Schwimmhilfen ist nicht sicher gestellt, dass jemand kein Nichtschwimmer ist..."


Natürlich sagte ich ihm, dass sichtbar ist, wofür jemand einen Pullbuoy nutzt oder ein Brettchen. Es ist absolut sichtbar, ob jemand schwimmen kann oder eben nicht. Wir reden nicht von Schwimmflügelchen oder Bauchgurten (siehe oben!)Ich verstehe, dass Paddles nur in Ausnahmefälllen erlaubt sind, Kurzflossen ebenso. Die Verletzungsgefahr ist erheblich wenn jemand sie nicht richtig benutzt, aber Pullbuoy? Brettchen?Wir reden hier nicht von Rambos in Bädern. Die gibt es, genauso wie Typen, die ständig "aus Versehen" Frauen betatschen. Auch Frauen, die Angst um Make Up und Haarfrisur haben und jeden beleidigen der schwimmt, sind in Bädern. Wir reden von Leuten, die technisch gut schwimmen, damit also am wenigsten Platz brauchen und mit solch Schwimmequipement sogar noch weniger Wasserfläche beanspruchen und nicht von Nichtschwimmern mit Hilfsmitteln im Schwimmerbecken

 

Er sagte, dass die Mitarbeiter das entscheiden. Die möchten nach hause gehen und sicher sein, dass in 'ihrem' Bad nichts passiert (ist).

 

Fazit: es hängt von den MitarbeiterInnen ab, ob sie bereit sind, sich die Mühe zu machen, sich mit BäderbesucherInnen auseinander zu setzen, die der Meinung sind, was ein Schwimmer darf, darf auch ein Nichtschwimmer.

Sorry, Berliner Bäderbetriebe, das ist hanhenbüchen.

Eure MitarbeiterInnen sind nicht schuld an diesem Unfug.Regelt das. Umgehend.

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Farbenfreundin (Dienstag, 27 März 2018 17:22)

    Ganz ehrlich, obwohl Sportschwimmer, bin ich inzwischen auch allergisch gegen diejenigen, die im vollen Becken immer noch auf ihre Bahn, ihr Training und ihr Equipment pochen. Das funktioniert nicht in diesen Spaß-Bädern. Höchstens morgens um 7:00. Fakt ist: Es wurde einfach in den Ballungsräumen versäumt, ausreichend Schwimmbecken zu bauen. Ich lass meine Bretter auch zuhause oder suche mir ein Trainingslager (zum Beispiel Mallorca) Armes Deutschland, aber ich hab auch schon ein Paddle an den Kopf bekommen- das ist nicht lustig. Der Triathlon-Kerl verstand nur leider garnicht was mich stört... Deshalb: Nehmt Rücksicht im Becken!

  • #2

    Tech 11 (Dienstag, 27 März 2018 20:44)

    Das heißt es ist abhängig davon, ob Mitarbeiter gute Laune haben? Das wäre echt typisch. Am Handy spielen und sonst? bloß nicht überarbeiten

  • #3

    Bert Heine (Dienstag, 27 März 2018 23:05)

    Ob ich mir einen Pullbuoy zwischen die Knie klemme oder nicht, lass ich mir von denen nicht sagen. Die sind zu faul richtig hinzugucken, das ist alles.

  • #4

    Herr Ritter (Mittwoch, 28 März 2018 15:35)

    Das Personal täte gut daran, die Arbeit aufzunehmen, für die es eingestellt ist. Aufsicht heißt, dass man mal auf das Becken schaut und nicht Zeitung liest wie ich heute gesehen habe. Die einzige Person in der Halle liest, da ist klar, dass man keine Lust hat, eine Unterscheidung zu machen. Das kostet Aufmerksamkeitt.

  • #5

    Fer.M (Donnerstag, 29 März 2018 15:49)

    Ist das ein Witz? Du schreibst doch " Wenn wir jetzt Ausnahmen machen, will das jeder, wo sollen wir die Grenze ziehen."
    Natürlich liegt das an den Bademeistern. Die haben einfach keine Lust sich die Mühe zu machen, richtig Aufsicht zu führen. Keiner ertrinkt, wenn das der einzige Anspruch ist, ist das ein Witz für ein Dienstleistungsunternehmen das von Steuern finanziert wird

  • #6

    Fischrad (Sonntag, 01 April 2018 23:05)

    In den Bbb Bädern ist es immer so. Bademeister sitzt am Rand, bloß kein Streß