Wellengang- seit Wochen eine Bädernachricht an der anderen

So gut wie jede Woche schwappt seit Monaten eine andere Bäderplannachricht durch die Medien

 

Neubauplanung geht voran. Oder doch nicht. Dann doch. Dann Machbarkeitsstudien für Pankow und alles scheint möglich. 50 Meter, zwei Mal 25 Meter und sogar Außenanlagen. Und Schulen. Auf Liegewiesen. Oder auch nicht. Kostet jedenfalls rund 30 Millionen Euro.

 

Und Bebauungspläne für Mariendorf. Kostenidee: 35 Millionen. Nach vielen Jahren Stillstand. Und ein Neubau in Tempelhof.12 Millionen. Bevor das alte Stadtbad weichen soll. Aber nur für Schulen und Vereine. Und Gesundheitskurse. Und dann, oh weh, der plötzlich festgestellte marode Zustand der Schwimmhalle in Friedrichshain und eine Stillegung. Oder vielleicht Abriss. Und Neubau. Auch für 12 Millionen.

 

Die Sanierungen in Marzahn, die dringend nötig seien. Und es dann doch nicht mehr sind. Nur 2 Monate nach einer Pressemitteilung ist alles anders als es geplant war.

 

Das Becken in Marzahn bleibt wie es ist. Sanierung am Hüttenweg und in der SSE. Und die lang angekündigte Sanierung des Stadtbad Tiergarten? Fällt auch 2018 aus. Dafür soll ein Bad, das schon bei dem Ausbau längst ein überholtes Modell war, saniert werden für 15 Millionen Euro. Und die Sanierung des Wellenbads, das 2014 bereits teilsaniert wurde. Und dann doch noch ein 20 Meter Becken außen für Tiergarten. Also das, wofür bereits Geld da war- war das 2013?- und versemmelt wurde.

Der Bedarf ist ja wohl unbestritten.

Und wird in schöner Regelmäßigkeit auch von den BBB bestätigt.

Wetten, die Idee Schwimmbad im Tierpark kommt auch irgendwann wieder auf?


Die neueste Nachricht: die zum dreihundertfünfunddrölfzigsten Mal wiederholte Auflage der Diskussion einer Reaktivierung, sprich Neubau, auf Gelände eines seit Jahrzehnten stillgelegten Bades.

Im Tagesspiegel Newsletter Lichtenberg wird diese Woche die Frage gestellt, was dort zu bevorzugen ist: Kunstrasenfeld oder Kombibad. Baut ein Kunstrasenfeld. Und betreibt die vorhandenen Bäder erstmal bevor ihr mit solchen Nebelkerzen die Welle macht aus der dann nichts als der schale Geschmack von abgestandenem Wasser bleibt.

Grad diese Woche: Schwimmhalle Sewanstraße an drei von 4 Tagen an denen die Öffentlichkeit Zutritt hat: betriebsbedingt geschlossen.

 

Wer 10 Jahre braucht, um zwei (das ist eins plus eins, also 2) Bäder zu bauen, wer 20 Jahre braucht, um einfach nur das zu tun, was die Bezirke vorher taten, nämlich Bäder verrotten lassen, der betreibt Schaumschlägerei. Wobei ich jetzt doch grinsen muss. Schaum gab es ja erst bei der Sichtung in der SSE kürzlich tatsächlich….Die SSE, das Bad, das als letzter Bäderbau von Berlin das modernste sein sollte…

Ich warte schon seit langer Zeit auf eine Verbesserung und es nervt einfach nur noch, dass es nichts zu vermelden gibt über das sich Bäderbesucher einfach mal vorbehaltlos freuen können. Ständig tolle News- allein die Realität sieht anders aus.

 

Neue Bäder? Das wäre echt toll.

 

Ich frag mich, wer die betreiben soll.

Die letzte Woche als Beispiel. In 12 Bädern Sperrungen, Schließungen, Ausfälle. In 12 von 37 Hallenbädern. Von denen derzeit zwei in der Wartung sind, eins in Sanierung, zwei der Öffentlichkeit gar nicht geöffnet. Das heißt im Klartext in einem Drittel der Bäder- und das ist sehr positiv ausgelegt, bedenkt man, dass viele dieser Bäder kaum mehr als zum Frühschwimmen genutzt werden können von zahlenden Besuchern.

 


Es gab Ausfälle obwohl es nach Angaben der Berliner Bäderbetriebe Personaleinstellungen gab. Obwohl der Aufsichtsratsvorsitzende von „einem guten Weg“ spricht. Obwohl der scheidende Staatssekretär offener kommuniziert hat als alle seine Vorgänger. Obwohl ein Parlament sich als kritischer darstellt als die vorherigen. Trotz erhöhter Zuschüsse und Sonderfinanzierungen.

 

Und dann sind da noch die „vereinheitlichten“ Schichten.

Die mal Öffnungszeiten von 6.30-22.30 Uhr gestatten, an anderer Stelle aber nur für 9-15 Uhr Schichten reichen.

 

Die „Verbünde“, eine neue Bezeichnung für alte Muster, die mit der Überführung der Bäder aus den Bezirken in einen Landesbetrieb doch abgeschafft wurden.

 

Abgeschafft? Nein. Stellt einer mal die Frage, wer die Öffnungszeiten der einzelnen Bäder entscheidet? Nö.

Und die Schließungen der Hallenbäder? Blieb wie sie war, bleibt auch 2018 so. Sowohl Sport- und Lehrschwimmhalle am Sachsendamm als auch Schwimmhalle Hüttenweg sind  ab nächsten Montag bis nach den Sommerferien dem zahlenden Besucher versperrt. So wird es weitergehen, Schwimmhalle Baumschulenweg Mitte Mai und so weiter.

Hurra- der Sommerfahrplan steht

Die Sommersaison als Nachricht. Termine für die Freibäder werden genannt. Mal so, mal anders und zwischen den Nachrichten liegen teilweise nur Tage, aber erhebliche Unterschiede bei Dauer und Beginn für die einzelnen Bäder.

Der Größte Bäderbetrieb Europas glänzt mit der Nachricht von Saisonbeginn am 01.Mai. Nur die Tatsache, dass es kein Verdienst der mit erhöhten Zuschüssen ausgestatteten kommunalen Bäderbetriebe ist, wenn verpachtete Bäder pünktlich- oder gar vor eigentlichem Saisonbeginn- öffnen.

Stefan Förster, FDP, bekam auf seine konkrete Kleine Anfrage zum Saisonbeginn völlig andere Antworten als dann in der Pressemitteilung ausgewiesene Öffnungsdaten. Die Antworten datieren 09.04., die PM 13.04.

Hält man den BBB einfach mal zugute, dass die Antworten ein, zwei Wochen vorher gegeben wurden, bleibt dennoch die Frage, wie man auf die Daten gekommen ist.

 

Ein Beispiel und das zeigt sehr schön, was es mit „Verbünden“ die vom Bäderchef in jeder Veranstaltung- ob nun in Kiezen oder auch in Ausschüssen im Abgeordnetenahaus beworben werden- auf sich hat.

Ein Verbund: Stadtbad Lankwitz, Sommerbad Mariendorf und Sommerbad am Insulaner.

Schließung zur Sanierung Stadtbad Lankwitz am 22.05. Öffnung Sommerbad am Insulaner am 02.06Sonntag bis Donnerstag 7-19 Uhr, Freitag und Samstag 7-20 Uhr., Sommerbad Mariendorf am 23.06. , Montag bis Donnerstag 10-18 Uhr, Freitag bis Sonntag 10-19 Uhr.

 

Das heißt also, mit dem Personal des Stadtbad Lankwitz plus Saisonkräften sollen zur Zeit ein Freizeitbad mit besten Öffnungszeiten, 8-22 Uhr betrieben werden, zwei Sommerbäder vorbereitet werden. Im Sommerbad Mariendorf, für das Herrn Förster ein Saisonbeginn 02.06. genannt wurde, haben die Vorbereitungen- die laut BBB 6 Wochen mindestens dauern- nicht einmal begonnen. Wie kann dann dann ein Saisonbeginn angegeben werden, der gar nicht eingehalten werden kann, wenn die Aussagen zur Vorbereitung stimmen? Oder stimmen die gar nicht?

 

Der Effekt dieses „Verbunds“: ein Sommerbad das um 10 Uhr öffnet und um 17 Uhr die Kasse schließt. Nicht nutzbar von der Mehrzahl der Berufstätigen. Ein zweites, dessen Kasse um 18 Uhr schließt. Und dann? „Die Besucherzahlen sind rückläufig“ Also, wenn es nicht das Wetter ist.


Das Sommerbad Staaken West- wieder nur ein Sommerferienbad. Eine Verpachtung- die meiner Meinung nach nur mit Abgabe der Betriebsaufsicht richtig wäre- möchte der Senat nicht. Keine Ahnung, aber vielleicht wird mit „Versicherung“ argumentiert. Was auch immer, statt eine kreative Lösung auf den Weg zu bringen, 6 Wochen. Nach 6 Wochen Vorbereitung- denn dass das intensiv ist, hat der Bäderchef in einem Interview ja erklärt….

 

Strandbad Tegel- gesperrt. Und die wirklich freche Antwort auf Facebook, die Reinickendorfer können ja zum Wannsee fahren. Klar, weil das Stadtbad Märkisches Viertel ab nächste Woche dann nur noch Montag bis Donnerstag bis 14 Uhr öffnet und Freitag für die Öffentlichkeit gar nicht. Samstag und Sonntag ist es für alle gesperrt. Das Sommerbad am Humboldthain öffnet aber erst am 02.06. und nur von 10-18 Uhr.

 

Nein. Es liegt nicht allein an den BBB, wie es läuft. Es liegt an einer Politik, die in schönen Reden betont, alle Bäder erhalten zu wollen, aber weder kontrolliert noch sich entsprechend durchsetzt bei Verfehlungen.

Guckt sich jemand die Dienstpläne an?

Vielleicht so: Die BBB werden verpflichtet, jedem Mitarbeiter eine Nummer zuzuordnen. Diese werden dann, z.B. von den Bädermanagern, in die Dienstpläne übertragen die einem Kontrollgremium übergeben werden. Dieses Gremium überprüft, mindestens 14 tägig, besser wöchentlich, welche Mitarbeiter wirklich im Bad waren und wann. Trägt die entsprechenden Nummern ein.

 

So käme man vielleicht auch diesem „N.N“ auf die Spur. Dieser Tausendsassa, der in allen Bädern in Dienstplänen steht. In den Dienstplänen, die 6 Wochen vorher feststehen müssen. Und dann wird der/ die MitarbeiterIn „N.N.“ zum Mitarbeiter des Jahrhunderts gekürt. Ein Einsatz in weit über 30 Bädern, teilweise gleichzeitig- das muss doch mal honoriert werden.

 

Die gute Nachricht

Update 27.04.: Drei Sommerbäder. Das Freibad in Kreuzberg öffnet ab 28.04. 7- 20 Uhr täglich. Dafür wurde die Öffnungszeit im Wellenbad Spreewaldplatz gekürzt. Montags nur für Senioren von 8-10 Uhr und 10-18 h Öffentlichkeit. Donnerstags nur 14 bis 18 Uhr und an allen anderen Tagen 10-18 Uhr, Kassenschluß 17 Uhr

 

Am Wochenende öffnen die ersten beiden Freibäder. Die beide im Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf liegen. Wen interessieren Sozialräume? Interessiert es denn wenigstens jemanden, wie die Qualifikation der Kooperationsfirmen geprüft werden? Waren das ausnahmslos schwimmfähige und vor allem Rettungsfähige Leute im Sommerabd Wilmersdorf letztes Jahr?

Was daran die gute Nachricht ist?

"Bei gutem Wetter öffnen die Sommerbäder der Kombibäder am 28.04."

Update 02.05.2018: Das Sommerbad im Kombibad Mariendorf öffnet am 05.05. um 7 Uhr die Saison

Ich habe die Berliner Bäderbetriebe auf Facebook gefragt, wie "Gutes Wetter" definiert wird. Eine Antwort finde ich dort ebenso wenig wie den von mir geposteten Kommentar...

 

Die Sommermehrfachkarte gilt in beiden Bädern und egal wo sie gekauft wurde, man kann sie dort nutzen.

Aber, es gibt für alles eine APP. Auch für Berliner Bäder.

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Kommentare: 3
  • #1

    Herr Ritter (Freitag, 27 April 2018 22:02)

    Was machen die mit dem Geld der Steuerzahler?

  • #2

    Ferd.Ämpfer (Samstag, 28 April 2018 14:05)

    Das ist doch ein Witz. Die kriegen immer mehr Geld und bringen immer weniger Leistung.

  • #3

    Peer Schmidt (Mittwoch, 02 Mai 2018 17:25)

    Ich war von 1996 bis 2004 Regionalleiter bei der BBB. Bereits ab 2002 war unter den Vorständen Lipinsky und Schenk der Weg ins Elend vorgezeichnet. Ich habe deshalb 2004 entnervt hingeschmissen und das Unternehmen verlassen. Das das Elend jedoch so ausufern würde, hätte ich damals nicht für möglich gehalten.

    Aber in Berlin kommt ja vieles schlimmer als befürchtet.