Schwimmhalle Fischerinsel

Das Bad liegt im hippen Bezirk Mitte, auf der bekannten Fischerinsel.

Das Datum der Eröffnung, das ich recherchieren konnte, ist der 09.10.1979. Als achter Schwimmhallenneubau in Ostberlin folgte sie der Schwimmhalle am Tierpark.

Die Schwimmhalle wurde 2009  saniert und im Herbst 2015 wurde das Foyer umgebaut. Ein Kundenzentrum der Berliner Bäder Betriebe hat nun dort seinen Standort.

 

Mein letzter Besuch war 2016. In den letzten Wochen war ich, aufgrund mangelnder Öffnungszeiten von Hallen die näher sind,  häufiger dort. Die Begeisterung über die Architektur und Sanierung ist geblieben. Die Sauberkeit dort allerdings wohl nicht. Überall Haare auf den Fensterbänken, am letzten Tag meines Besuchs eine eklige Masse im Nichtschwimmerbecken. Schön ist das nicht. Besonders deshalb, weil das Bad völlig leer war und der Dreck mindestens vom Vortag, wahrscheinlich aber noch länger dort wohnt.

Bis auf den letzten Besuch bei dem ich das ganze Becken für mich allein hatte, war es jedes Mal fast schon überfüllt. Die Berliner wollen schwimmen, die Frage ist nur wo. Und weil mehrere Bäder komplett geschlossen sind, fast alle gekürzte Öffnungszeiten haben, wirkt sich das auf die Bäder aus,  die von der  Öffentlichkeit noch genutzt werden können. Hoch ärgerlich die falschen Angaben auf der Webseite des Betreibers, wenn es heißt "öffentliches schwimmen" und damit suggeriert wird, dass die Wasserfläche zur vollen Verfügung steht. Die Realität wird erst nach dem Zahlvorgang sichtbar. Parallelbetrieb, teilweise so unprofessionell gestaltet, dass nur eine Bahn bleibt für die öffentlichen Nutzer.

Das Foyer ist schön hell, einladend, einer modernen Schwimmhalle würdig. Sitzplätze, kleine Tische und, das mag ich, ein offener Empfangsbereich und kein Kassenhäuschen a la 1970 er Jahre. Ein Automat mit Heiß- und Kaltgetränken. Da krieg ich 'ne Krise. Warum gibt es kein vernünftiges Gastrokonzept für Berliner Bäder? 400 Tausend Euro für das Arbeitsumfeld der Kundenbetreuung, die gut untergebracht war im Gebäude am Sachsendamm und jetzt auch keine längeren Öffnungszeiten hat.Null Euro für vernünftige Konzepte die Besucher zu halten, neue locken und Aufenthalt und Sport zu verbinden.

 

Wenn man durch das Drehkreuz geht, beginnt der Barfußbereich. Bei meinem Besuch haben sich alle daran gehalten, respektive wie ich Plastikeinwegschuhe übergezogen. Geht man den kurzen Gang runter, sind dort die Sammelumkleiden Damen vorn, die Herren hinten. Die Treppe runter geht es zur Sauna. Die Fensterfront macht den Gang hell und freundlich.

 

Die Umkleide Damen hat mich erschreckt. Diese Plastikbänke (?) sehen aus, als wären sie verdreckt. Blau waren sie mal, jetzt abgeschubbert irgendwas zwischen gilb und blau. Sie sind aber sauber. Die Spinde sind funktional. Grässlich grau. Was ich toll finde, in der Umkleide befindet sich an der Wand ein großer Spiegel. Es gibt zwei Einzelkabinen, die ebenfalls sauber waren.

Durch die Tür kommt man in die Duschbereiche. Die gleiche Stilwelt wie die Umkleide. Sauber, genügend Ablagen an verschiedenen Stellen mit Haken. Die Duschtemperatur ist regulierbar. Die Fliesen schlimm waren früher mal weiß? Es gibt Schamwände und offene Duschen.

Von den Duschen gelangt man um die Ecke in die Schwimmhalle.

 

Da ist dann wieder das Licht, was schon im Foyer einladend wirkt. Die Deckenkonstruktion finde ich toll für eine Schwimmhalle. Durch die Farben wirkt es modern. Ablagebänke aus Stein (?), sehr schick und sauber. Ich sah in der Halle keine Mitarbeiter, im Häuschen sassen aber immer welche.

 

25 Meter, leuchtend blau und das liegt an den wunderschönen Lampen unter Wasser.

 

Am Beckenrand der Knaller. An den Startblöcken hängen Zettel mit der Aufschrift „Sportbahn“.

Hallo, warum geht das nicht im Kombibad Mariendorf, Stadtbad Tiergarten und all den anderen?

 

Auf den Blöcken an den 3 geleinten Bahnen (drei!) standen diese Hütchen, springen nicht erlaubt. Schade. Die Startblöcke fassen sich gut an und laden dazu ein.

Der Beckenrand ist flach, schöne Übergänge, man kann gut ins Wasser gleiten.

 

Alle Leuchten funktionierten, da war die Bodenmarkierung schon weniger wichtig. Steht man am Rand, sollte man die Fliesen anfassen. Ideal für die Rollwende. Nicht so glatt und rutschig. Man sieht das Nichtschwimmerbecken und mit den großen Fenstern und dem Mosaik ist das Schwimmbad wirklich gelungen. Den Blick unter Wasser sollte man sich gönnen solange man die Luft anhalten kann. Ich meine, die schönste Beleuchtung in einem Berliner Bad.

Wärmer als viele andere Bäder, aber, so kam es mir vor, nicht mehr so warm wie noch 2016. Zum Glück.

 

Bei meinem letzten Besuch, an einem Tag den das Bad sonst nicht geöffnet hat, war es so leer, dass ich nur sehr schwer aufhören konnte zu schwimmen. Noch nicht im swimmers high habe ich die Kurve gekriegt und war völlig alle nach 2000 Meter am Stück kraulen.

Es war an den anderen Tagen wirklich voll, aber oft dennoch möglich zu schwimmen, wenn auch nicht 1000 Meter am Stück. Einmal musste ich aufgeben. Ich will keine Boxkämpfe mit Vollhonks, die glauben die nächsten Weltmeister zu sein mit 3 Minuten auf 50 Meter und deshalb seitlich ausschlagend mittig planschen, aber auch die gefährlichen Grätscher und Querpendler fehlen in diesem Bad nicht.

 

Nach dem schwimmen finde ich den Spiegel in der Umkleide doof. Chlorbrillenfrosch muss ich nicht sehen. Aber im ernst, da hat jemand mitgedacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Sammelumkleiden in Berliner Bädern, in denen kein Spiegel hängt, ist das praktisch.

Die Föhne funktionieren mit 5 Cent, laufen relativ kurz und wären besser im Umkleidebereich aufgehoben. Diese alten Dinger, die jeder aus Schwimmbädern kennt. Gute Idee sind die himmelblauen Plastikstühle darunter. Ich musste sofort an diese ranzigen, vergilbten Klappplastikdinger in einem anderen Bad denken. Blau geht also auch...

 

Fazit: Ein Schwimmbad, schön, funktional, modern, Sportbahnschilder, geleinte Bahnen und endlich nicht mehr so warm. Gut geeignet für Sportschwimmer, Familien und diejenigen, die ein Bad als sozialen Treffpunkt nutzen zum plaudern.

 

Das Bad erreicht man gut wenn man an der U Bahn Station Spittelmarkt aussteigt.Über die Brücke und quer über den Parkplatz. Am Gebäude lang, dann rechts ist der Haupteingang.

Tolle Bilder findet man hier

 

Beschreibung Schwimmhalle Fischerinsel auf Iberty 

Weitere Schwimmbad Beschreibungen

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Andreas (Montag, 07 März 2016 14:54)

    Danke für den munteren Bericht :). Kritisch und sehr informativ. Ich war auch schon vor Ort und mir hat es gut gefallen. Wer nicht ermäßigt reinkommt, der sollte einen Blick werfen auf den (günstigen) Sauna-Tarif, der auch eine Nutzung des Schwimmbads einschließt.

  • #2

    schwimm-blog-berlin (Montag, 07 März 2016 17:17)

    Hallo Andreas,

    danke für den Tipp. Den werde ich gleich mal weitergeben

    LG
    schwimm-blog-berlin

  • #3

    Jot (Samstag, 23 September 2017 17:41)

    Ja, da ist es immer sehr warm, und zu vielen Zeiten auch sehr voll. Wann warst du da?

    Die viele Haare sind auch leider normal, aber das hat man in vielen Bädern. Obwohl ich Badekappen hasse, glaube ich, dass sie Pflicht sein sollen!