Schwimmhalle Ernst Thälmann Park

In Berlin existiert die schönste, abwechslungsreichste Bäder Landschaft die es in Deutschland gibt. Durch die Tatsache der geteilten Stadt gibt es die unterschiedlichsten Bautypen. Kombibäder zum Beispiel  im Westteil, sogenannte Volksschwimmhallen im Ostteil der Stadt. Identischer Bautyp bedeutet noch lange nicht identisches Innenleben. Durch Sanierungen, die mal lieblos unter dem Motto "hau raus die Kohle",  mal durchdacht mit Sinn für Ästhetik erfolgten, unterscheiden sich auch Baugleiche Typen erheblich. Meine Beschreibungen sind natürlich subjektiv. Sie stehen und fallen mit dem, wie ich die Atmosphäre im Bad empfinde. Und die ist für mich in allererster Linie von den Mitarbeitern abhängig. Ich fühle mich unwohl, wenn Menschen unfreundlich sind und bin dann empfänglicher für andere negative Eindrücke. Umgekehrt sehe ich manches negative nicht, wenn ich das Gefühl habe, von freundlichen Menschen umgeben zu sein.  Manche Bäder kenne ich sehr gut, andere besuche ich nur selten. Alle Beschreibungen die vor 2016 entstanden sind habe ich entfernt und werde sie nach und nach erneuern. Die früheren Beschreibungen waren ohne Bilder und teilweise hat sich einiges geändert in den Bädern. Manche sind der Öffentlichkeit nur noch wenig bis gar nicht zugängig. Das jeweilige Datum in Beiträgen wurde so angegeben, dass kein Rückschluss auf den Tag des Besuches möglich ist.

Ein neuer Typ musste her

 

 

Baubeginn der Schwimmhalle war im August 1984 und schon Ende 1985 fertiggestellt, wurde sie 1986 eröffnet. Anfang der 1980 er Jahre wollte die *DDR* nach den Volksschwimmhallen den Schwimmbad Bau modernisieren. Für mehr Gäste Platz schaffen und mit Gründung der Siedlung gleich eine Schwimmhalle integrieren.

Die Siedlung ist auf dem Gelände eines ehemaligen Gaswerks gebaut. Das scheint es öfter zu geben in Berlin.

Die Schwimmhalle wurde meines Wissens zwei Mal (teil)saniert. 2005 und 2009 erneut. Bei der letzten Sanierung wurden für die Dämmung des Dachs und die Fenster 550 Tausend Euro aus dem sogenannten Konjunkturpaket II, in dem 6 Millionen Euro für die Berliner Bäder Betriebe ausgegeben wurden, investiert. Also alles wie immer, statt komplett durch zu sanieren, ein paar Tröpfchen hier, ein paar da. 

 

Update 09.11.2017

 

Bei meinem letzten Besuch war das Wasser im Schwimmbecken so trübe, dass man die Hand kaum vor Augen sieht. Was ist da los? Das nervt gewaltig, besonders wenn man auf die Wand zuschwimmt.

 

Februar 2017

Ich war, nach einigen Enttäuschungen, seit Sommer 2015 nicht mehr in der Schwimmhalle. 

Ich habe mir "das Teil erneuerte Edelstahlbecken" angesehen, von dem die Berliner Bäder Betriebe in ihren Ausführungen geschrieben hatten im letzten Jahr.

Das Bad hatte lange geschlossen von  Mai bis Juni 2016, das Becken war undicht. Der Pressesprecher sagte damals "Chlorhaltiges Wasser, das in die Bausubstanz könnte die Statik gefährden".

 

Kommt man in das Bad, steht man in einem hellen, sauberen Foyer. Trotz Matschwetter sah es dot dieses Mal nicht so aus wie im Sommer 2015. Und das war auch im gesamten Bad so. Aber der Reihe nach. Es gibt im Foyer ein paar Sitzgelegenheiten, allerdings sind diese nicht so einladend. Das mag an meinem persönlichen Geschmack liegen, vielleicht aber auch an den vielen Schildern und Zetteln. Die Berliner Bäder Betriebe haben doch ein Qualitätsmanagement. Eye Tracking, aber das hatte ich den Mitarbeitern in dem Treffen bereits gesagt.

Da ich mein Handy ausschalte, bevor ich in ein Bad gehe, hatte ich zur Uhr gesehen, deshalb weiß ich, ich stand exakt 5 Minuten an dem geschlossenen Kassenhäuschen. Ich wollte fragen, welche Münzen ich für den Föhn und den Spind brauche. Die Mitarbeiter waren in ein Gespräch vertieft. Ich nutzte die Zeit, um mir für den Barfuß Bereich die Plastikhüllen über die Schuhe zu ziehen, bis man für mich Zeit hatte. 

Durch das Drehkreuz kommt man in einen kleinen Vorraum, mit einigen Bänken, Spiegeln und Föhnen.

Der Umkleide Bereich ist unisex. Es wird auf Schildern, die sehr deutlich sichtbar sind, darum gebeten, sich in den Einzelkabinen umzuziehen.

Interessiert aber leider nicht alle. 4 Herren hatten ihr Zeug im Kabinengang stehen, zogen sich dort um. Auf der anderen Seite waren 2 Mütter, die ihre Kleinkinder auf Handtüchern auf dem Boden liegen hatten. Und nein, das ist kein Witz. Die Frauen zogen sich ebenfalls auf dem Gang um. Das war beim rausgehen nicht anders, nur umgekehrt. Es waren mehr Frauen, die ihr Zeug im Gang, bis hin zum Areal, von dem es zur Dusche geht, verteilt hatten. Super Idee, wenn jemand Gehbehindert ist. Aber die können vielleicht nichts dafür, weil sie vielleicht nicht lesen können. Piktogramme wären hilfreich.

 

Die Kabinen, soweit ich sie einsehen konnte, waren sauber, ohne Spiegel. Das nervt, besonders hinterher. Die sauberen Spinde sind so groß wie Kofferfächer auf Bahnhöfen und, das befürchtete ich damals ja schon, einen nassen Mantel dort reinzulegen, ist nicht besonders schön. Es gibt Haken in diesen Boxen, aber obwohl ich kein Riese bin, mein Mantel schlupperte auf dem Boden, wo ja noch der Rucksack stehen muss und die Schuhe. Brrr. Die Farbe der gesamten Umkleidebereiche ist hübsch. Irgendwas zwischen Sonnengelb und orange. Das macht die niedrige Decke mit den dicken Rohren wieder wett.

 

Um die Ecke, geht es zu den Duschen, Damen und Herren getrennt. Sauber, genauso wie die Toilettenräume. Erstaunlich und sehr erfreulich, denn das Bad war richtig gut besucht.

Lustig finde ich die Anordnung der, ich glaube 6, Duschen immer noch. Eine Reihe, Hühnchen Feeling inklusive, gegenüber jede Menge Haken. Kleine, sehr saubere Seifablagen. Hallo Tiergarten....so müssen die aussehen.

Was mir nicht ganz einleuchtet, sind die Aufbewahrungskästen im Gang. Eigentlich eine super Idee. Aber, ganz ehrlich, ich renn doch nicht in die Dusche, um mir dann meine Handtücher aus der Tasche zu holen. Die Berliner Bäder Betriebe sollten diese Boxen in den Duschraum montieren (wie z.B. in der Schwimmhalle Allendeviertel)

Die Duschen selbst allerdings sind ein Traum.

Die Temperatur ist regulierbar, von richtig schön heiß bis kalt, außer bei einer. Mit dem Sensor über dem Regler kommt man sicher gut klar, wenn man oft in dem Bad ist. Ein Duschstrahl, mit dem ich in wenigen Sekunden später Shampoo und Duschgel abspülen konnte. Besser sind die Duschen nirgends. Kleines Extra, sogar die Lüftungsdinger sind staubfrei. Für so Allergiker wie mich klasse. Die sind bestimmt nicht leicht zu säubern, trotzdem wird mit gedacht.

 

Durch die Tür kommt man ins Schwimmbad.

25 Meter  Wasser, Edelstahl. Mit Sonnenlicht glitzert das bestimmt schön, auch durch die recht große Fensterfront. 

 

Das Bad wirkt innen hell und größer als es ist. Schön sauber, ob Sitzgelegenheiten oder die, wie ich finde, genialen Ablageboxen an beiden Seiten. Was ich echt ansprechend finde, ist der Rollstuhlfahrer Lift. Mit Smiley. Tolle Idee.

Das Bad hat kein Nichtschwimmerbecken, aber ein blitzsauberes Babybecken. Mit niedlicher Rutsche.

 

Aber ich hatte dieses Mal Pech. Es war richtig gut voll. 2 geleinte Bahnen, mit insgesamt 14 Leuten. 3 strampelten waagerecht, 1 Mann mit Paddles (gehts noch, wenn Bahnen so ausgelastet sind? Manche Gäste sind echt unglaublich Wir reden von 25 Meter Bahnen), 7 sportliche Schwimmer, der Rest bewegte sich im Wasser nach vorn. Im restlichen Becken  habe ich 26 Leute gezählt. Am Babybecken waren einige Erwachsene mit kleinen Kindern.

Ich war etwas ratlos und musste wohl entsprechend geguckt haben. 

Als ein Mitarbeiter  mir zuwinkte, habe ich vermutlich noch verwirrter geguckt. Einer der Bademeister aus meinem Ankogelbad. Verfolgen die mich? Ich musste echt lachen.

Ein weiterer Bademeister kam auf mich zu. Ganz anders als im Sommer 2015. Super freundlich. Er erklärte mir, dass es heute ziemlich voll sei und er leider keine Sortierung vornehmen kann. Erwischt. Ich hatte mich wirklich grade gefragt, was der Großteil in Bahnen "für sportlich ambitionierte Schwimmer" macht. Auch in diesem Bad bekommen Mitarbeiter offensichtlich äußerst dreiste Antworten, wenn sie versuchen, Gästen zu erklären, dass es Unfälle verhindert, wenn man sich an Regeln hält. Die Schilder müssen wieder her und Rückhalt für die Mitarbeiter bei Beschwerden, die sich auf eine Sortierung beziehen. 

Der Mitarbeiter gab mir, ungefragt, Tipps zu Zeiten, in denen man besser schwimmen kann. Super! So mag ich das. Der kennt seine Kunden (bei mir am Kneeskin erkannt, lach). 

 

Zur Ehrenrettung derer, die sich in den Bahnen befanden, ich hatte beide Bahnen probiert, es gab keine absichtlichen Rempelarien und bis auf eine durch das Wasser laufende Frau, wurde mir per Handzeichen gezeigt, dass man mich vorbei lässt. Sehr fair. 

 

Ich war im Wasser sehr irritiert durch die grellen Lampen. Das kriegen meine Augen nicht gut übersetzt. Das liegt aber an mir. 

Vielleicht täusche ich mich, aber was genau wurde eigentlich erneuert an dem Becken? Der Boden. Und sonst? Es war sehr viel sauberer als zuletzt. Aber das liegt an den Mitarbeitern.

Bei der Rollwende knallte es so komisch, genauso wie 2015. An den Wänden, den Seitenrändern, der Kante, wurde da nicht saniert?

Wieder nur das nötigste? Schade, denn das Bad ist äußerst beliebt bei den Anwohnern.

Die Föhne, ach, naja. Handföhne, darüber lässt sich streiten, mir sind die Griffe echt zu schmierig. Es gibt gar nicht soviel Personal, Badewärter, die ständig diese Griffe abwischen müssten, weil Kunden sie mit Styling Mitteln beschmierten Hände benutzen, aber sie laufen ausreichend lange. 

 

Fazit: Für Edelstahlfans ideal. Eher für gemütliche Schwimmer geeignet und für Eltern mit Babys. Nach dem saunieren genau richtig mit den 28 Grad Wasser. 

Ausstattung

ein sehr schönes Planschbecken für Kleinkinder

Sauna

Snackautomat

 

 

 

 

Eine Besonderheit, die ich unbedingt fotografieren wollte, aber es waren grade einige Leute im Vorraum, die ich nicht abbilden wollte. Mir ist in keinem Bad bisher ein Hinweis aufgefallen, dass man bei Verlust der Eintrittskarte 30 Euro zahlen soll. Ist das neu? Unterstellt man, dass jemand sich ohne zu zahlen rein geschlichen hat (wie?), Strafantrag.  Ich dachte, was, wenn ich die Premiumkarte verliere oder sie geklaut würde? Deren Neuausstellung kostet 10 Euro. Müsste ich dann im Bad 30 Euro zahlen? Mal nachhaken in der Verwaltung.

Das Bad hat kein Nichtschwimmmerbecken. Ich habe keine Informationen darüber gefunden, ob das Bad vor der Sanierung 2005 ein Nichtschwimmerbecken hatte.

Es existiert jedenfalls heute nur ein Babybecken mit einer Rutsche.

Außerdem gibt es dort eine sehr beliebte Sauna.

Und seit wenigen Tagen steht auf der Homepage der Berliner Bäder Betriebe:

Geleinte Bahnen: 1-bis 2 für sportlich ambitionierte Schwimmer

 

Man erreicht das Bad sehr gut mit der S Bahn, Greifswalder Straße. Von dort nach links, etwa 100 Meter und dann in die Lilli Hennoch Straße. An der Litfaßsäule ist der einzige Hinweis auf das Schwimmbad. Fremde werden so nicht aufmerksam, dass dort ein Bad ist. Weitere Hinweise habe ich nicht gesehen.

 

Einige der Bilder sind an einem anderen Tag entstanden als noch nichts los war im Bad

 

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Kommentare: 1
  • #1

    southgeist (Sonntag, 05 Februar 2017 20:19)

    Kam mir ähnlich so vor. Ich war letztens mal Abends da. Eher voll, eher nur Platz zum gemütlich schwimmen (was mir nach der Arbeit sehr recht war..), unfassbar freundliches Personal - und das durchgehend - auch so vom gesamten Ambiente im Innenraum war ich ziemlich angetan. Für "ich bin komplett k.o. und platt" echt ein super Bad :-)