Ergebnis einer privaten Schwimmgast Begfragung

Update: 10.03.2017

Die Umfrage Ergebnisse wurden Andreas Scholz-Fleischmann übergeben. Er sagte (vor Zeugen, unter anderem wurde das vom RBB mit Kamera aufgenommen) dass er die zugesandten Unterlagen- Datensätze und Auswertung- nicht erhalten hatte bisher.

 

Update: Am 10.03.2017 zur Sitzung des Sportausschusses wird die Initiatorin der Umfrage die Liste an Herrn Scholz-Fleischmann übergeben. Sie liegt ihm vor, aber es gibt keine Reaktion bis heute

 

Ersatzneubau für das Kombibad Mariendorf: Sport-Schwimmen darf nicht baden gehen!

 

Ergebnisse einer privaten Badegast-Befragung zum Ersatz-Neubau:

95% der Badegäste am Kombibad Mariendorf wünschen sich für das neue Bad eine Sport-Ausstattung wie bisher.

 

 

Die Tage des Kombibades Mariendorf scheinen gezählt zu sein. Das ist den meisten Dauer-Badegästen in Mariendorf schon zu Ohren gekommen: Schwimmhalle und Freibad sollen abgerissen und durch einen 365-Tage Multifunktionsbad-Neubau ersetzt werden, so die Diskussion bzw. Planung. Demnach soll im Außenbereich (Sommerbad) kein Sportbecken wie bisher mit 50m-Bahnen vorgesehen sein, sondern ein ganzjährig geöffnetes kleineres Becken.

 

Der geplante Neubau wäre damit faktisch kein Ersatzbau, da vorhandene- Wasserflächen im 50m-Format draußen ohne gleichwertigen Ersatz wegfallen. Den sportinteressierten Schwimmern wäre auch dann nicht geholfen, wenn sie dafür ganzjährig draußen, zu vermutlich höheren Spaßbad-Tarifen „baden“ können. Was dabei tatsächlich „baden“ ginge, ist Schwimmen als Volkssport.

Dass Berlin, unterstützt mit Fördergeldern für die Infrastruktur der wachsenden Stadt, neue Bäder bauen will, die Ersatz für sanierungsüberfällige alte Einrichtungen wie das Kombibad Mariendorf schaffen, ist zunächst nicht unerfreulich. Das Ziel sollte doch aber sein, dass die Nutzer und Bürger Berlins - nach einer hinzunehmenden vermutlich längeren Bauzeit - nicht mehr Eintritt für weniger bzw. an den Bedürfnissen der Badegäste vorbei konzipierter Ausstattung zahlen müssen.

Im Interesse eines wirtschaftlichen Betriebes eines öffentlichen Schwimmbades sind die Besucherzahlen jenseits aller Subventionen und Fördergelder nicht ganz unwesentlich. Umso wichtiger sollte es sein, Wünsche der Einrichtungsnutzer zu berücksichtigen. Diese wollten die Bäderbetriebe mit der Aktion der Wunschzettel-Wochen zu den beiden in Berlin geplanten Schwimmbad Neubauten vermutlich ermitteln. Was den Neubau in Mariendorf betrifft, dürfte die Beteiligung an der Aktion allerdings nicht all zu groß gewesen sein, da die Aushänge hierzu sehr verspätet und erst auf Nachfrage ausgehängt wurden. Im Rixdorfer Schwimmbad sogar erst, als das Freibad bereits geschlossen hatte.

Als eine unter den vielen Stamm-Badegästen im Kombibad Mariendorf habe ich versucht, die Wünsche und Ideen der Besucher für den Ersatz-Neubau an diesem Standort mittels Fragebogen stichprobenmäßig zu ermitteln, um sie im Rahmen der Wunschzettel-Wochen einzubringen.


An 13 Tagen während der Verlängerung der vergangenen Freibadsaison, 31.8. bis 18.9.16 haben sich insgesamt 335 Badegäste in die Fragebögen eingetragen, die im Eingangsbereich während der täglichen Öffnungszeit auslagen.

Die Auswertung der Fragebögen zeichnete ein sehr eindeutiges Wunschbild:
Die allermeisten Besucher wollen schlicht schwimmen - nur wenige wollen „baden“:

Von den 335 Teilnehmern haben sich 95 % für eine Ausstattung ausgesprochen, die dem
bisherigen Angebot mit zwei 50m-Sportbecken als Sommerbad im Freien sowie in der Halle entspricht.

 

14% von diesen wünschen sich zusätzlich eine Erweiterung der Ausstattung in
Form eines weiteren Beckens, das ganzjährig betrieben wird.

Übertragen auf die Wunsch-Ausstattung am Standort Ankogelbad bedeutet das in der Kurzformel:
Es soll so bleiben wie bisher - über zusätzliche „schicke“ Erweiterungen würden sich einige freuen - selbstverständlich vorausgesetzt, sie werden nicht durch neue Tarife vom Eintritt abgehalten

 

Die bisherige Kundschaft am Kombibad, die nach den Unterschriftenlisten überwiegend aus der näheren Umgebung zu kommen scheint, bliebe den Berliner Bäder Betrieben  demnach mit einem Schwimmbad-Neubau erhalten, der tatsächlichen Ersatz bietet: Also je ein 50m-Sportbecken im Hallen- und Freibadbereich sowie ein Bereich für Nichtschwimmer draußen.

 

Neukunden, die die Berliner Bäder Betriebe mit dem Neubau aus anderen Berliner Bezirken und dem Umland nach Mariendorf ziehen wollen, ließen sich wohl am ehesten mit einem Schwimmbad erreichen, das in der Berliner Bäderlandschaft gänzlich fehlt: ein ganzjährig geöffnetes Freibad - ähnlich dem Dantebad in München -, in dem Schwimmern an 365 Tagen im Jahr ein 50m-Sportbecken zur Verfügung steht.

Wenn Neubau vor Sanierung geht, dann sollte Berlin für eine wachsende Stadt die Chance nutzen, diese Angebotslücke zu schließen.

 

Im Sinne eines wirtschaftlichen, 

 

Bedarfsorientieren Bauvorhabens bleibt zu hoffen, dass die bei den Berliner Bäder Betriebe eingereichten 56 „Wunschzettel“ mit insgesamt 335 geäußerten Wünschen im Planungsprozess Beachtung und Berücksichtigung

finden und der Neubau je ein 50m-Sportbecken im Hallen- und Freibadbereich sowie ein Bereich für Nichtschwimmer vorsieht. Für das Planungsverfahren wäre wünschenswert, wenn die Bürger und Bürgerinnen im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen am Standort informiert und beteiligt werden.

Den Berliner Bäder Betrieben liegt das Ergebnis seit dem 22.09.2016 zum Ende der Wunschzettelwochen vor. Es gab keine Reaktion bisher

 

R.Schütz

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