Erhöhung konsumtiver Zuschuss-Absenkung der Wasserstunden

 

Auf Tauchstation- oder: wo ist das Geld?

 

Im Mai 2016 wurde im Abgeordnetenhaus zu Berlin (AGH) die Finanzierung von 25 weiteren, unbefristeten Vollzeitstellen für die Berliner Bäder im operativen Bereich beschlossen.

 

Seit Jahren wird von den Berliner Bäder Betrieben behauptet, das Wetter sei schuld an Einnahmedefiziten. Je nachdem, was gerade gebraucht wird, ist von Verlusten die Rede. Im nächsten Moment dann "Besucherrekorde"

Statt die tatsächlichen Zahlen zu nennen je Bad, je Wasserstunde, mit Rücksicht auf Schließungen und Unzuverlässigkeiten, kommen regelmäßig "das Wetter", "60% der Wasserfläche sind Sommerbäder" und "der Markt an Fachkräften ist leer" als Argumente. 

 

Zuletzt war im AGH Sportausschuss zum dritten Mal in Folge die Rede von einer "Service Offensive".

Im oben abgebildeten Beschluss des AGH ist deutlich zu lesen, welche Bedingungen an diese zusätzliche Erhöhung des konsumtiven Zuschusses geknüpft sind.

 

Dann gucke ich mir das doch mal genauer an.

Erweiterte Öffnung der Schwimmhallen Holzmarktstrasse und Baumschulenweg

Öffnung der Sommerbäder von 8-20 h

Saison Eröffnung vorziehen

Absicherung Öffnungszeiten durch Personalreserve

 

Schwimmhalle Holzmarktstrasse

 

Mit welcher Begründung wird die Daseinsvorsorge durch das einzige Bad in Friedrichshain in den Ferien seit 2015 eingestellt? Worin besteht die "Erweiterung der Öffnung in den Abendstunden" außerhalb der Ferien? Seit Beschluss: keine Änderung

Schwimmhalle Baumschulenweg

Mit welcher Begründung wird die Daseinsvorsorge in dem einzigen Bad in Treptow in den Ferien seit 2015 eingestellt? Worin besteht die "Erweiterung der Öffnungszeiten in den Abendstunden"?

Das Bad sollte Dienstags bis 21.30 Uhr geöffnet sein, dafür ist das Frühschwimmen nur noch ein 3 Tagen möglich. Seit Januar 2017 wurde Dienstags die Öffnungszeit um 1,5 Stunden gekürzt, ohne Begründung.

Übrigens war das Bad bis 2015 Sonntags geöffnet, für Vereine. Auch das ist weg gefallen.

 

Nebenstehend ein Kommentar zu Kursen in der Schwimmhalle


Öffnung der Sommerbäder 2016

 

 

An den Plänen wurde nichts verbessert. Ach, Moment, doch. Das Sommerbad Staaken öffnete 1 Woche früher als geplant. Um nach 3 Tagen wieder "Betriebsbedingt" zu schließen und während der Saison immer wieder erst ab 12 Uhr oder gar nicht zu öffnen. Das Sommerbad Mariendorf war mitten in der Saison für 3 Wochen zu, um dann die Saison 1 Woche früher zu beenden. Begründung: das Wetter. Und das Wetter war zur gleichen Zeit auch der Grund "einige Sommerbäder aufgrund des schönen Wetters in die Verlängerung der Saison" gehen zu lassen.

Für die Öffentlichkeit wurden Schwimmhallen dafür teilweise für 4 Monate geschlossen

Update, Stand 23.04.2017 für die Sommerbad Saison dieses Jahr

Die Berliner Bäder Betriebe lassen es seit langem so wirken, als würden 60% der Wasserfläche- Sommerbäder auch 60% der Öffnungszeit und Besucher ausmachen. Mal genauer hinschauen.

Das Wetter war, wie so oft, an den Umsatz Einbußen schuld?

 

Realität

Die Angabe- in Stunden- habe ich für die Veröffentlichung gerundet, die genauen Zahlen sind nur im Passwort geschützten Bereich zugängig. Meine Berechnung ist auf Basis von hunderten von Screens der Öffnungszeiten- Ausfälle zustande gekommen und ich stelle die genauen Zahlen auf Anfrage mit Quellen Nennung bei Nutzung zur Verfügung.

 

Deutlich wird, dass der Plan 2016 sogar über erfüllt wurde.

Ebenso wird deutlich, dass die Verluste nicht in den Sommerbädern gemacht werden, sondern in immer weniger Öffnungszeiten für Vollzahler- außerhalb Kursen- in Hallenbädern.

 

In 2014 waren 4 Schwimmhallen weniger am Netz. Das heißt nichts anderes, als dass mit mehr Wasserfläche weniger Wasserzeiten für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

 

Was ist also mit den konsumtiven Zuschüssen passiert? Wo sind die hin geflossen? 

Ich behaupte in die Instand Setzung von Bädern. In Bädern, die immer weniger zur Verfügung stehen. Mittlerweile sind auch Vereine von Kürzungen betroffen, Kurse fallen aus oder werden erst gar nicht geplant.

Ich bin sicher, dass sämtliche Schiebereien der Berliner Bäder Betriebe  von Geldern in Wirtschaftlichkeitsrechnungen zur Bezuschussung legal sind. Sie bringen nur dem Steuerzahler und der Daseinsvorsorge nichts.

 Ich behaupte auch, dass die Erhöhung des konsumtiven Zuschuss unnötig ist. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Sigrun (Montag, 27 März 2017 22:40)

    Was für eine Arbeit von Dir, Wahnsinn! Und was für eine Wahnsinnismisswirtschaft.

  • #2

    Jessica (Sonntag, 07 Mai 2017 20:22)

    Ich kann Sigrun beipflicht. Was für eine Arbeit die du dir machst!
    Je doch finde ichd as gut. So kann man mal klar alle Fakten sehen. Es ist schon sehr schade, dass so ein Schindluder betrieben wird. : (