Kombibad Spandau Süd Freibad

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Kennste eins, kennste alle- das denkt mancher über die Kombibäder in Berlin. Ganz so ist es nicht und wenn eines der Kombibäder im Gesampaket, Halle und Freibad, ein Schwimmer Paradies ist, dann das in Spandau Süd.

Eröffnet wurde das Kombibad Spandau Süd 1974, das Jahr in dem die deutsche Mannschaft der Männer bei der Weltmeisterschaft alle Staffeln (100 und 200 Meter Freistil und 4 x 100 Meter Lagen) gewannen. Lang ist es her, der Schwimmsport der nur aus einem guten Angebot für Breitensport hervorgehen kann, gerät heute in Deutschland bedauerlicherweise ins Hintertreffen.

4 Jahre nach Eröffnung des Kombibads, fanden die Weltmeisterschaften in Berlin West statt. Der größte Teil der Wettkämpfe fand im Bad am Olympiastadion statt, aber auch im Außenbereich des Spandauer Kombibads wurden einige ausgetragen. Wer auch immer die Legende noch heute kolportiert, Mark Spitz trat nicht an. Die Geschichte, dass er in Berlin Weltrekord schwamm, stimmt, aber das war in der Sport und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm, kurz nach der Eröffnung dort 1967. Spitz hatte nach der Olympiade in München seine Karriere beendet. Im Juli 1986 fanden hier Wettkämpfe im Rahmen der Europameisterschaft der Junioren statt

Betritt man das Sommerbad, ist rechts das geschlossene Kassenhäuschen, bei meinen letzten Besuchen mit einer sehr netten Kassiererin. Den Hinweis, dass das Babybecken gesperrt ist, fand man nur am Bad, nicht auf der Webseite des Betreibers. Durch das Drehkreuz steht man vor den Wertfächern, außerhalb des Blicks aus dem Kassenhäuschen. Ein Euro Pfand. Nach rechts, an einem verdörrtem Bereich entlang der mal eine Wiese darstellen sollte, geht man auf einem Weg Richtung Umkleide- und Duschbereich. Links sieht man die Schwimmbecken, die man aber von dieser Seite nicht betreten kann. Volle Mülleimer, trotz der geringen Besucherzahl und leider auch verteilt auf dem Boden. Das Bad war wenig besucht, was später ein Vorteil war.

Türen sind überbewertet. What the hell...Zieht wie Hechtsuppe. Die Spinde, in typischer Berliner Bäder Betriebe Manier, teilweise mit einem Schließmechanismus, den ich nuicht verstanden habe. Ein weißer Regler, der Hinweis, dass mit einem Schloß..aber wo gehört das rein, wenn keine Haken oder Löcher vorhanden sind? Sind die nur zur Deko? Egal, zum Glück gibt es im anderen Teil- ja, viele Räume, viele Optionen- Spinde mit der obligatorischen Pfandmünze. Ich habe meinen Rucksack dann doch lieber mit ans Becken genommen.

 

Das erreicht man am besten, wenn man quer über das Gelände geht. Leider zu viel Müll überall, von Rasen kaum noch etwas zu sehen. Schade. Aber dann steht man vor

 

50 Meter blau. Mit abgeleinter Bahn. Kacheln. Auch ohne Sonne einladend sauber und leer. Nur später die eine Person, die in dieser Bahn auf dem Rücken liegend mit beiden Armen  quer rudert.Ich frage mich ja, ob der Betreiber die extra dafür engagiert hat, von Bad zu Bad tingeln und sich in die einzig abgeleinte Bahn werfen. Ob das ein lukratives Geschäft ist für die Rückenruderer?

Am Rutschenbecken stand ein Vater mit seinem Kind, die zwei entschieden sich dann aber auch für das Schwimmerbecken. War die Rutsche geschlossen? Ansonsten nur wenig Menschen, aber alles ernsthafte SchwimmerInnen.

 

Auf Nachfrage bei den Mitarbeitern, die am Rand sassen, wurde mir gesagt, dass die abgeleinte Bahn immer drin ist. Es sei denn, das Bad ist richtig voll.

Der Weg zwischen Schwimmbecken und Duschbereich ist nicht so weit wie in Mariendorf, aber bei kühlem Wetter ziemlich unangenehm. Noch unangenehmer ist dann die Tatsache, dass es nur zwei warme Duschen gibt und beide nur mäßig warm wurden. Vergnüglich ist anders. Und wieder die fehlenden Türen. Klasse ist allerdings die Idee, dort eine Bank aufzustellen. Man kann sein Zeug dort ablegen, wenn man es nicht gut sichtbar- erwähnte ich schon die fehlende Tür?- im Vorraum präsentieren will.

Keine Pommes, kein Eis, kein Kaffee. Seit die Sanierung der Halle abgeschlossen ist, gibt es nix mehr. Also jedenfalls habe ich nur die leeren Räume gesehen und keine Bude auf dem Gelände des Sommerbads. Nix ist mit "Snacks" wie angekündigt u.a. im Tagesspiegel

Die Berliner Bäder Betriebe kommunizieren seit einiger Zeit diverse Sanierungen, die geplant sein sollen. Die Summe die im Raum steht: 137 Millionen Euro. Für das Sommerbad im Kombibad Spandau Süd soll das Becken erneuert werden. Am besten sollte dann auch gleich neuer Rasen gesät und ein paar Türen aus dem Baumarkt mit eingeplant werden. Im Ernst, ich verstehe einfach nicht, dass das, was neben dem Pool das wichtigste ist, so sehr aus den Augen verloren ist im "Größten Bäder Betrieb Europas". Der Eindruck von Bädern hängt stark von den Sanitärräumen ab.

Fazit: Das einzige Sommerbad der Kombibäder mit abgeleinter Bahn. Wer braucht schon mehr (naja, bessere Duschen vielleicht) und weil das auch in der Halle bei meinen Besuchen immer zuverlässig der Fall war, ist es für mich eben im Gesamtpaket Kombibad Berlin für Schwimmer das am besten geeignetste.

Ausstattung

50 Meter Becken, Sprunggrube

Becken mit Rutsche und ausreichender Tiefe zum schwimmen

Babybecken

Das Bad erreicht man entweder von der Haltestelle Gatower Strasse/ Heerstrasse, dort halten viele Busse, zu Fuss in wenigen Minuten. Oder vom S - und U Bahnhof Spandau, ebenfalls mit Bussen oder einfach immer nur geradeaus. Die Klosterstrasse wird zur Wilhelmstrasse wird zur Gatower Strasse. Im Gegensatz zu den Wohngegenden in Mariendorf oder auch Gropiusstadt wirkt das Bad ziemlich einsam da am Fuß des Hochhauses, das als Orientierungspunkt dient.

Geöffnet ist es 2017 noch voraussichtlich (Herrjeh, Berliner Bäder Betriebe,zuverlässige Öffnungen sind das A und O für die Wirtschaftlichkeit) bis 03.09. täglich von 7-20 Uhr.

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