Sieben Tage, sieben Bäder, sieben Planeten

Sieben Bäder an sieben Tagen und nichts ist Corporate oder Identity  oder auch nur in dem elementarsten Punkt identisch.

Das betrifft alles. Weder sind die "Kategorien" jeweils in Angebot und Leistung identisch, noch irgendwas anderes. Das Schlimmste, fehlende Öffnung für alle  aka Zugang ohne exklusive Ausweise von privaten Schwimmschulen, Personal Trainer*innen oder Vereinen.

Vier Stadtbäder, drei Schwimmhallen

Reden wir mal über eine Stadtgesellschaft. Oder ein städtisches Volk.

So hießen ein paar der von mir besuchten Schwimmhallen früher, Volksschwimmhallen. Und es gab Stadtbäder. Letzteres ist geblieben. Warum eigentlich?

Für den Berliner Senat, der bestellt, und den Berliner  Bäderbetreiber, der liefert was bestellt wird, besteht die Stadt, respektive das Volk (und wehe irgendjemand macht hier irgendeinen Zusammenhang zu den bekloppten Montagsschreiern während C Maßnahmen auf!) aus einer sehr kleinen Gruppe, wenn es um Nutzungsangebot der Mehrheit der Berliner*innen geht.

Vereinszugehörige, private Trainer*innen und private Schwimmschulen. Ihnen sind in allen von mir besuchten Schwimmbädern die meisten Nutzungszeiten eingeräumt.

(Und natürlich Schulschwimmen, das hat oberste Priorität. Ist aber ein Thema für sich, wenn wochenlang keine Schulen erscheinen...)

 

Ich erinnere an die größte Sportstudie, die es je in Berlin gab.

Spoiler: die allergrößte Mehrheit der Sporttreibenden, unter den Schwimmbad Nutzenden sogar noch größer als beim Landsport, möchte individuell Sport treiben. Außerhalb Vereinen, auf sich gestellt.


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Offizielle Sportstudie des Senats
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Wir reden hier nicht von "Mitgliedern eines Vereins". Deren Zahl wird von denen, die noch mehr Subventionen verlangen, gern angeführt.

Die Zahl der Mitglieder zum Beispiel von den großen Fußballvereinen der Stadt ist hoch. Guckt man sich die der Schwimmvereine und dort diejenigen an, die nicht nur eine temporäre Mitgliedschaft für ihre Kinder haben, sind wir bei völlig anderen Zahlen.

Es geht um aktive Menschen in Schwimm- und Sportvereinen und deren Anzahl ist extrem gering im Vergleich zu denen, die eben einfach das Schwimmbad- Stadtbad, Volksschwimmhalle im Bezirk- so überhaupt noch vorhanden und nicht untergegangen- nutzen wollen. Allein zum Schwimmen, Sportschwimmen, mit oder von Kindern zum baden, planschen, springen, chillen.

Also wer in Berlin ein Schwimmbad nutzen möchte, muss sich erstmal mit Öffnungszeiten, Preisen und Tarifen befassen. Spoiler: das ist längst nicht alles, was dem  Newbie oder Touri in der Berliner Schwimmbad Landschaft so abverlangt wird...

Noch immer völlig unterschiedliche Schließsysteme, Föhngelder. Was man unter "Sportschwimmbahn" versteht ist teilweise einfach nur absurd, manchmal ist einfach nix vorhanden. Also weder Leine noch irgendwas, das Ordnung bringt im Wasser.

Nach nun fast 30 Jahren ist alles wie zu Bezirkszeiten.

Bäder, und ich rede hier mal nur von überdachten Bädern- Freibäder sind noch  mal eine völlig andere Welt. Verpachtete Strandbäder. Aber Kommunale Saunen. Merkt diese Stadt noch was?

Wellness subventioniert, aber Seennutzung im Privatbetrieb.

Ich habe in jedem Schwimmbad die gleichen allgemeinen Fragen gestellt. Natürlich jede*n sichtbaren Mitarbeitende*n gegrüßt, bin 25 Minuten geschwommen, war 35 im Wasser. Ich habe natürlich vorher und nachher geduscht, immer versucht mit den Nutzenden zu sprechen, ganz allgemein. Ich war in jeder zwei Mal.

Stadtbad 1, Kategorie 1: ein Desaster. Die Abort Fliegen Horst und Monika sind noch immer da, die Duschen eine Zumutung, sie laufen nicht mal lauwarm etwa 10 Sekunden. Kaum jemand duscht da vorher richtig.

Sehr freundliche Kasse. Kostenfreie Föhne. All Gender Räume, toll!

Das Schwimmen ist Glückssache. Mal sind Bahnen geleint, da ist sogar ein Schild. Unter Sport versteht man aber das, was Berlin auszeichnet: großes Gelaber, keine Bewegung.

 

Stadtbad 2, Kategorie 2: extrem sauberer Sanitärbereich. Prima Duschen. Sehr unfreundliche Mitarbeitende. Eine völlig allgemeine Frage wurde abgeschmettert mit "Keine Ahnung". Sagt doch gleich: ich habe gleich Feierabend und kein Bock mit zahlender Kundschaft zu reden. Wie kan man so was sagen statt "ich erkundige mich" oder so.

Schwimmbereich: die Krokodilfrau ist immer noch da: sie schwimmt an, wendet mit Kopf unter Wasser vor der Wand, vollkommen egal, ob jemand gerade abschwimmt, steht etc. Rücksichtslose Person.

Auf dem Spiegel im Spindbereich liegt der Staub von mindestens 3 Monaten.

 

Stadtbad 3, Kategorie 3: Sehr sauber. Super Duschen, mitgedacht. Haken, Ablagen.

Desaster in Kommunikation. Während ich die Schuhe auszog, durfte ich hören, dass es Probleme mit den Wasserwerten gibt. HALLO. Gehts noch. Das erzählte die Mitarbeiterin einer Kundin (nicht mir. Sie war so laut, dass ich es hören musste.)

Das Wasser war fast leer, sehr freundliche Mitschwimmerin. Und als die Vereinsmitglieder, zwei mittelalte Frauen,ankamen , waren sie dermaßen am schreien über "..hat das Auto gemietet.." Blubber. Kann man denen mal sagen, dass man in normaler Lautstärke reden kann und nicht jede Interesse hat, ihre Blödheiten und Intimitäten zu hören? Und die Föhne 2 X 5 Cent. Hackts eigentlich?

Schwimmhalle West 1, Kategorie 1 : Extrem laut, weil niemand mal darauf aufmerksam macht, dass man nicht schreien muss über Kabinen und Räume hinweg, unfreundlichste Kasse. Fast keine Frau duscht vorher. Dafür werden Zähne geputzt nachher, Intimrasuren vorgenommen. Im Spiegel in der Kabine schwarze Schlieren seit dem letzten Besuch ne Woche vorher nicht gesäubert.

Dafür recht leer und die langsamsten in der "Fast Lane" wie immer. So kann Mensch nebenan ziehen.

Mitarbeitende waren sehr mit sich beschäftigt. War mir dann zu doof, die anzusprechen und sichtbar zu stören.

Föhn brauchte ich nicht.

Schwimmhalle Ost 1, Kategorie 3: Extrem sauber. Super freundliche Kasse. Tolle Mitarbeitende, die eine allgemeine Frage nicht nur beantwortet haben, sondern mir auch noch "viel Spass" gewünscht haben. Dusch und Sanitärraum riecht komisch, irgendwie als wäre ne Rohrsanierung mal fällig.

Föhne fressen alle 5 Cent Stücke die für eine Woche eingepackt waren.

Schwimmhalle Ost 2, Kategorie 3: Sauber, sehr nette Mitschwimmerinnen. Supertolle Duschen, aber die Spinde sind n Witz oder? Da fehlt die Auffangschale für die Münze und die Hälfte der Frauen kriecht dann auf dem Boden rum.

Mitarbeiterin kann nicht (zurück) grüßen, Mitarbeiter war beschäftigt mit sich und dem Handy. Föhne nicht genutzt.

Schwimmhalle West 2, Kategorie 3: Absolut netteste Kassenperson. Sehr freundlich, Tipps welche Münzen, wo alles ist und "viel Spass". Sauberer Umkleide und Duschbereich.  Absolutes Generve mit den Edelstahlwänden, die das festhalten verunmöglichen. Das nervt mich da jedes Mal. Dafür die absolut leere Bahn. Und eine sehr nette Person die dann dazu kam. Mitarbeitende am Beckenrand? Gab es nicht.

Spiegel im Föhnbereich: äh. Staub der letzten 2 Jahre.

Fazit

Die Kategorie sagt nichts über Komfort, Föhn Kosten oder  Ausstattung Sanitärräume oder Sauberkeit oder Service. Sie sagt auch nichts darüber, ob man sich willkommen fühlt oder Mitarbeitende dem teilweise hohen Preis Rechnung tragen mit zumindest spürbarem Bemühen um Service oder Freundlichkeit.