Sommerbad Neukölln

Das Sommerbad Neukölln

 

von vielen noch „Culle“ genannt, wurde 1951 eröffnet und der Entwurf stammt vom gleichen Architekten wie das Sommerbad am Humboldthain.

Finanziert wurde es damals aus einem Notstandsprogramm.

Ursprünglich sah das Freibad ganz anders aus. Viel offener und das nicht nur durch die Tatsache, dass Berlin noch zerstört war und man einen freieren Blick hatte. Wer die Treppen am Beckenrand kennt, diese waren viel größer und dienten als Zuschauerplätze.

 

Wenn ich richtig erinnere, wurde das Sommerbad zuletzt 1989- 1991 umgebaut.

Nicht wirklich zum Vorteil im Eingangsbereich.

 

Der erinnert an Gefängnistore und  

der na sagen wir mal blaue Bau an der Straße ist die Rückwand der Umkleidebereiche.

 

Am Eingang wurde ich, nicht eben höflich, angehalten von einer Frau mit muslimischer Bekleidung, die mich fragte „Hey, Messer dabei oder Glasgegenstände“

Ja. Klar. Mit Premiumkarte in der Hand, aus der sämtliche Daten ersichtlich sind, wenn ich mich einbuche, trage ich grundsätzliche meine gesamte Glasvasensammlung in Schwimmbäder. Und das, während vor mir eine Frau meines Alters mit einer Flasche Orangensaft mit dem dritten Buchstaben des Alphabets aus Glas ging. Und dass die Flasche aus Glas war, hörte ich beim klirren als sie später runterknallte.

Ich bot der Frau am Eingang an, meinen Rucksack zu öffnen. Stattdessen quetsche sie von außen daran rum. Danke, ich wollte schon immer eine zermantschte Banane in Neukölln im Freibad essen.

 

Grundsätzlich halte ich Kontrollen, und zwar aller Kunden, für absolut richtig. Wenn das freundlich und umsichtig passiert. So jedenfalls nicht. Was mir allerdings gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass eine muslimisch gekleidete Frau diese Kontrollen durchführen soll. Das Bad hat viele Gäste aus diesem Kulturbereich.

 

An der Kasse fragte ich, ob sich was geändert hat. Für die Männerumkleiden benötigt man nach wie vor ein Schloss, für die der Damen reicht das Ein Euro Stück als Pfand.

Die Frau an der Kasse war sehr freundlich, bot mir sofort an, zu wechseln. Nicht nötig, ich hab für alle Varianten in Berliner Bädern Schlösser, Geldstück, Bändchen für Schlüssel im Rucksack.

 

Auch wenn der Eingangsbereich nicht einladend ist, das Bad ist wirklich sauber. Da lag weder Müll noch sonst irgendwas. Die Wertfächer sind gleich rechts, hinter dem Eingang am Gebäude mit den Damenumkleiden. Zu denen geht es durch mehrere Eingänge. Die Herrenumkleiden sind auf der linken Seite.

In den Umkleiden sind gefühlt 5000 Spinde. Blitzblank und auch von innen ausgewaschen. Super sauberer Fußboden, keine vollen Mülleimer. Farblich sehr schick, helle Töne und alles passt zusammen.

Die Toiletten waren ebenfalls sauber, genauso wie die Duschen.

Dort findet man eine kuschelige Besonderheit. In der Mitte des (einen, der andere war geschlossen) Duschraums befindet sich eine Dusche mit 5 Duschköpfen. Das heißt, die Damen stehen im Kreis und wenn eine, na sagen wir, mehr Umfang hat und es voll ist, wird es blöd.

Trotzdem, ich finde das richtig schön. Einfach weil es eine sehr ästhetische Lösung ist.

Die Duschen sind alle warm bis zu heiß. Keine kalte Dusche, keine Regulation. Im Duschraum befindet sich eine Ablage, zu hoch bei der deutschen Durchschnittsgröße 165cm. Aber es gibt auch Haken.

 

Der Weg von den Umkleiden zum Wasser ist nicht der kürzeste, aber guckt man sich um, lohnt er sich. Superschöne gepflegte Flächen. Ein Gang fast romantisch, mit Bänken. Überhaupt sind im Sommerbad Neukölln viele Sitzgelegenheiten und das finde ich persönlich sehr einladend.

 

Auf der rechten Seite befindet sich das Becken mit einer tollen Rutsche und dort, wo man den 10 Meter Turm sieht, ist das Schwimmbecken.


50 wunderbare blaue Meter und …

Chaos pur. Das konnte ich schon sehen, bevor ich den Versuch machen konnte, zu schwimmen.

Keiner achtete auf den anderen. Ob Bahnenschwimmer, die rücksichtslos wegmähten, was ihnen in den Weg kam oder ob Eltern mit ihren Kindern, die sich paddelnd vorwärts, seitwärts und rückwärts bewegten.

Ansprechbares Personal gab es nicht.

Ich habe zwei Mitarbeiter gesehen, die beide auf ihren Aufsichtsplattformen sassen und die gesamte Zeit meines Aufenthalts nicht herunter kamen. Weitere Mitarbeiter am Becken waren trotz Suche nicht zu finden.

Ach doch, einen Rettungssanitäter habe ich gesehen.

Um es mal deutlich zu sagen, so ein Chaos habe ich in keinem Freibad erlebt zu dieser Uhrzeit. Nach 10 Bahnen, inklusive Nackenschmerzen, zwei Tritten, einem Brüllgast, war Schluß. Das muss ich nicht haben.

Ich bin mit einigen Damen ins Gespräch gekommen, das scheint durchaus oft so zu sein.

 

Das Bad war keineswegs voll. Was mir aufgefallen ist, viele Kinder im schulpflichtigen Alter. Hatten die alle Hitzefrei um 10 Uhr? Naja.

 

Es gibt Föhne, die mit 5 Cent Stücken funktionieren und das so lange, dass meine Haare damit komplett trocken wurden. Warum ist das eigentlich so unterschiedlich in Berliner Bädern?

 

Beim rausgehen musste ich durch diese riesige Drehtür. Probleme vorprogrammiert. Eine Frau mit Gehhilfen ging vor mir. Wie hätte die diese Tür schieben sollen?

Keine gute Lösung, finde ich.

Um anders raus zu kommen, hätte man erst entgegen der (noch) kleinen Schlange an der Kasse gehen müssen. Aber was, wenn es voller ist?

Ich bin dann nochmal zur Kasse, weil ich wissen wollte, wie viele Leute das Bad fasst. Mittlerweile fand ich die „Durchsuchungen“ schon lustig. Das gleiche nochmal. Nur dieses Mal bei zwei anderen Personen. Die zwei Männer wurden nicht angehalten, dafür die Frau mit ihren zwei Kleinstkindern. Macht das so Sinn?

 

Die nette Mitarbeiterin an der Kasse

ist noch nicht so lange im Bad und konnte es mir nicht sagen.

Wie wäre es, Berliner Bäder Betriebe, wenn ihr eurem Personal Infos an die Hand gebt?

 

Fazit: Nicht nochmal. Und das liegt nicht am schlechten Ruf, den das wirklich schön angelegte und blitzsaubere Bad zu Unrecht hat. Das Chaos kann ich in meinem Stammbad haben - ohne geleinte Bahnen. 

 

Das Sommerbad ist erreichbar mit dem Bus 104. Die Haltestelle heißt Sommerbad Neukölln, man kann es also nicht verfehlen.

 

Vielleicht lag es an der Nähe zu den Friedhöfen und der Moschee, aber so viel Polizei wie in den wenigen Minuten am Bus, vom Bus und beim warten, dass ich Fotos ohne Menschen darauf machen konnte, habe ich an keinem Bad in Berlin je gesehen.

 

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Das alte Bild stammt von einer meiner Postkarten, die ich von Schwimmbädern habe.

Es steht nicht drauf, wann das Bild gemacht wurde, ich schätze in den 1950 er Jahren


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