Sommerbad Wilmersdorf

Das Sommerbad Wilmersdorf

 

Lochow Bad wird es von vielen genannt, weil die heutige Fritz Wildung Straße früher Lochowdamm hieß nach einem General im I. Weltkrieg. Angeblich gab es dort einen Eingang zum Bad. Vielleicht weiß jemand mehr darüber?

 

Eröffnet wurde das Sommerbad am 19.05. 1956. Am Eingang und den Gebäuden mit Umkleiden sieht man den Stil der 1950 er Jahre sehr schön.

 

Der Dach des Eingans lässt mich jedes Mal an Raumschiff Enterprise denken. Ich mag das.

 

Leider wurden  

schon teilweise die alten Schilder abgerissen von den Berliner Bäder Betrieben. Corporate Identity ist ja etwas, das ich mir wünsche. Eine Wiedererkennbarkeit macht sich allerdings nicht daran fest, das man Originale zerstört, sondern sie einbindet in das Heute.

 

Als ich heute ankam, dachte ich, eigentlich muss ich die Beschreibung nicht erneuern. Alles wie immer.

 

An der Kasse war es gegen 9 Uhr nicht besonders voll, die Kassiererin ist eine der nettesten der Stadt. Durch nur ein geöffnetes Tor konnte man das Bad betreten.

Ich bedanke mich bei der Person, die für mich auf den Sprungturm geklettert ist. Und das auch noch früh morgens. Ich habe mich ja nicht getraut. 

Links sieht man die Umkleiden und Duschen für Herren. Geradeaus sind die Gebäude in denen die Damen Umkleiden und Sanitärräume finden. Guckt man seitlich, sieht man Schließfächer, die mit ein oder zwei Euro Münzen als Pfand nutzbar sind. Eine weitere Anlage solcher Schließfächer ist seitlich rechts, auf dem Weg zur Damen Umkleide.

 

 

Sehr sauber war der Umkleidebereich, obwohl das Bad bereits zwei Stunden geöffnet hatte. Fußboden ohne Haare, Bänke, auf denen man sitzen mochte. Blau dominiert. Früher orange, innen sieht man es noch, die, wie nenne ich diese gruselig hässlichen Dinger, als Spinde nutzbaren Fächer. Sie sind nur mit einem mitgebrachten Schloss verschließen oder man muss für 7,50 Euro eins kaufen. Heftiger Preis, wie ich finde. Als Stammgast der Berliner Bäder Betriebe habe ich natürlich drei unterschiedlich große Schlösser in der Tasche. Außerdem die Euro Münze und 5 und 10 Cent Stücke für die Föhne.


Ich nehme es vorweg. Im Sommerbad Wilmersdorf kostet ein Föhngang 10 Cent. Unverschämt, denn einer der Föhne lief sehr kurz. Die Dame, die ihn nutzte, war offensichtlich äußerst ungehalten.

 

Toilette und Duschen waren ebenfalls sauber. Die Duschen sind mit Sensor, sie laufen nur, wenn man davor steht. Sehr sinnvoll. Allerdings nervig, dass die Temperatur ständig wechselte.

 

Der Weg zum Schwimmbecken führt über einen gepflasterten Weg und wie überall diese ekligen Fußbecken. Legt die doch endlich mal trocken. In diesem Bad waren sie allerdings zumindest sauber.

 

50 wundervolle blaue Meter. Drei schnurgrade Leinen und, ich fasse es nicht, eine fast perfekte Nutzung. Nur ein Herr, der paddelte und eine Dame deren Frisur wichtiger ist als alles andere.

Was mir auffiel: alles scheint erlaubt. Schwimmer mit festen Paddles, mit Flossen, lang und kurz. Zwei Frauen mit Schnorcheln. Das erstaunt mich.

Es gab keine Beschilderung, wer welche Bahn nutzen soll, also habe ich den Mitarbeiter den ich direkt am Beckenrand sah, gefragt. „Eine Sortierung erfolgt nicht“.

Ok, es schien ja so, als wären nur wirklich Gäste in den Sportbahnen, die sich nach vorn und rechtsseitig bewegten. War nicht so, aber so what. Das Wasser hat eine super angenehme Temperatur. Ich habe nicht geguckt, aber ich schätze, es waren 24,5 Grad. Steht man an der Wand, spürt man die Wasserzufuhr. .

 

Aufgefallen ist mir, dass der Bademeister sehr freundlich war und auf mich zuging, als er sah, dass ich etwas fragen wollte. Auch wenn über die Einhaltung von Regeln einer Sportbahn keine Aufsicht geführt wird, hatte ich deutlich den Eindruck, das mehr Personal in diesem Bad ist als anderswo.

 

Während ich im Bad war, wurde im Sprungebecken ein Werbesport gedreht.

Sehr fragwürdig, dass die Berliner Bäder Betriebe an einem Ferientag, bei 26 Grad ein Becken sperren.

 

Das Bad hat außerdem ein Lehrschwimmbecken, ein Nichtschwimmerbecken, die Sprungrube mit 10 Meter Turm, schöne Liegeplätze, viele Sitzgelegenheiten, ein Restaurant und andere, kostenpflichtige Sportangebote wie Trampolin oder Schach..

Was mir außerdem gut gefallen hat, war der Umgang der beiden Schwimmlehrer mit den Kindern und Eltern.

Der Brunnen mit Bär am Eingang hatte heute leider ein technisches Problem. Ich habe ein Foto vom funktionirenden Brunnen erhalten. Danke dafür. Allerdings war das Grün sehr gepflegt im Gegensatz zu einem anderen, mir bekannten Bad.

 

Für mich, schon aus alter Anhänglichkeit, eines der Sommerbäder, in denen man am ehesten auch sportlich schwimmen kann. Der Mitarbeiter sagte, dass man die Leinen erst raus nähme, wenn es zu voll ist. Meist klappt es aber bis 13 Uhr.

 

Ich hatte das Glück, beim rausgehen auf einen Techniker zu treffen. Dieser Mann kennt sich gut aus und konnte meine Frage, wie viele Leute das Bad aufnehmen kann, beantworten. Der Rekord lag bei 8500 Gästen.

 

Ich bin gespannt, ob der dieses Jahr erreicht werden kann. Zu wünschen ist es dem Lochow.

Das Bad erreicht man von der S Bahn Station Heidelberger Platz zu Fuß in etwa 12 Minuten. Man geht entgegen der Richtung der Autobahnauffahrt die Mecklenburgische Straße runter, rechts in die Forckenbeckstraße. Das erste und einzige Schild ist direkt am Aufgang zum Bad. Schade, denn ein Hinweis bereits am S Bahnhof hätte den zwei Mädchen heute die Frage nach dem Weg erspart.

Parken kostet 50 Cent am Tag.

Ab 29.07. kostet das Parken 5 Euro

Den Weg rauf, links ist das Bad. Man kann schon an dem Zaun vor dem völlig beschmierten Gebäude schmulen und hat einen tollen Blick auf die Anlage.

 

Hier ist eine weitere Beschreibung des Sommerbad von einem Blogger mit einer schönen Schreibe klick 

Die Bilder sind an unterschiedlichen Tagen entstanden. 


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