Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark SSE

Die Schwimm- und Sprunghalle im Europark, SSE genannt, wurde 1999 eröffnet. Auf dem Gelände war früher die Werner Seelenbinder Halle. Zunächst ein Veranstaltungsort, später eine Sporthalle. Interessant ist der Umstand, dass vor 1950 auf dem Gelände ein zentraler Vieh- und Schlachthof war.

 

Die SSE besteht aus einem riesigen Komplex, der, wie ich finde, eine tolle Idee des Architekten war. Angebunden an die S  Bahn Station, von außen fast unsichtbar dadurch, dass sie 'in die Erde' eingelassen ist. Bombastisch

 

 

das Foyer.Von dort gelangt man gerade aus in die nur Vereinen und Wettkämpfen vorbehaltene Halle mit Tribünen. Eine tolle Sprunganlage, die selten, aber regelmäßig auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Auf der rechten Seite findet man einen Shop mit Schwimmsport Artikel, rechts eine offene Cafeteria. Dort befindet sich auch der Eingang zum öffentlichen Bereich.

Mir gefallen die gut ausgeschilderten Wege, hell, verglast, super sauber.

Geht man in den Bereich, den die Öffentlichkeit nutzen kann, ist dort ein offener Kassenbereich mit den bekannten Drehkreuzen.

Dort ist eine weitere Tür und der Barfuß Bereich.

Die zahllosen Umkleiden, vorne die Damen, hinten die Herren sind auf der rechten Seite. Links die Föhne und ich verspreche, nie wieder über die Föhne in der Schwimmhalle Finckensteinallee zu lästern. Staubsaugerschlauch mit Polsterdüse. Klebrig (vermutlich von irgendwelchen Stylingprodukten, die an den Händen kleben und so Spuren hinterlassen, war der, den ich später benutzt habe, nicht. Aber der erste, den ich versucht hatte, mich ekelt das. Es gibt dort Haken für die Jacken, einige direkt über den dort stehenden Mülleimern. Einige der Föhne kann man im sitzen nutzen. Tolle Idee. 

 

Durch die große Anzahl Gänge, Sammelumkleiden und Einzelkabinen, kann man sich, kennt man sich nicht aus, leicht verlaufen. Für Gäste, die dort nur ab und zu sind: unbedingt ein paar Eckpunkte merken.

Ich war in einer der Sammelumkleiden. Super sauber, obwohl dort kein Mülleimer zu sehen war. Spiegel gibt es nur im Bereich der Föhne.

Die Schilder zur Halle sind für mich zu hoch angebracht. 

Die Duschen waen toll. Regulierbar, jede gewünschte Temperatur und pico bello sauber. Keine Haarbüschel, keine alten Kosmetikartikel. Ich war Mittags dort und es war nicht leer. Die Toiletten ebenfalls klasse und selbst die Mülleimer nicht übervoll.

 

Durch eine etwas schwergängige Tür, es gibt bestimmt leichtere hoffe ich, kommt man in die Schwimmhalle.

 

50 Meter, Alle Bahnen geleint. Himmlisch.

Ein Teil des Beckens ist flacher als der andere, ich schätze 1,20 Meter (?)

Ein Teil an der Seite der Türen zu den Duschen war breiter geleint.

Die Halle wirkt auf mich sehr dunkel. Das Wasser war  beleuchtet. Hübsch.

Ich habe mir den Nichtschwimmer und Planschbereich angesehen, überall war es blitzblank. Ob Böden oder Bänke. Toll in dieser Halle gibt es Schließfächer am Rand. Während die Spinde mit 2 Euro Münzen Pfand zu nutzen sind, kann man dort für 1 Euro Pfand etwas so einschliessen, dass man sehen kann, ob sich dort jemand zu schaffen macht. Super Idee.

 

Ich habe die Schnellschwimmer Bahn gesucht. An der Seite mit den Startblöcken war ein Plakat "Trainings Areal". Allerdings war die Rand Bahn, gegenüber den Eingängen zur Dusche,  voller Poolnudeln, die zweite Bahn mit Brustschwimmern und Paddlern und die dritte ebenso. Ich habe eine Weile geguckt, mich dann aber scheinbar für die falsche Bahn entschieden. Dachte ich.

Ein Mann lief durch den flachen Bereich. Eine Dame grätschte im 'Brustschwimmstil' und ein Mann war sehr langsam. Nicht schlimm, aber ich verstehe einfach nicht, welchen Sinn geleinte Bahnen machen, wenn keine Sortierung stattfindet. Die sogenannte Trainingsbahn war besetzt von ähnlich 'schwimmenden' Gästen.

Mir war es nach 500 Metern einfach zu blöd. Überholen nicht möglich, weil die Beine von der anderen Seite mir zu gefährlich schienen.

Ich bin dann zu den beiden Aufsicht führenden Mitarbeitern. Sie saßen direkt auf Höhe der Trainingsbahn. Trotz meinem "Hallo" redete der eine weiter über private Dinge statt zurück zu grüßen.

Auch der andere grüßte nicht.

Danke...

Aus einem Sommerbad weiß ich, dass es Mitarbeiter der SSE gibt, die es echt drauf haben. Im Sommerbad wird natürlich (auch) nicht sortiert, aber der 'Bademeister' ist superfreundlich, kriegt seine Pappenheimer mit Strenge und liebevollen Ansagen in den Griff. So muss das.

 

Aber der eine Mitarbeiter reagierte auf meine Frage, wo denn nun das Trainings Areal ist. Er sagte "Dort wo das Schild ist"- Das wohl auf der anderen Seite steht. Sinnvolle Antwort. 

Ich sagte etwa "Das kann eine alte, halbblinde Frau doch nicht sehen, welche Bahn ist es denn"

Er stand dann aber auf und wies auf die Bahn direkt vor meiner Nase. Ich sagte, die sind doch langsam- und Brustschwimmer. "So ist es eben"

Ah. Keine Sortierung.

 

Fazit:

Die Kritik in den Bewertungen im Bezug auf die Sauberkeit kann ich nicht nachvollziehen. Es war wirklich sehr gepflegt. Auch die Kritik an der Bedienung in der Cafeteria ist unfair. Die Frau war sehr freundlich.

Aber als Schwimmerin war ich enttäuscht. Alles geleint, als sportliches Bad ausgewiesen, eine als Trainingsareal ausgewiesene Bahn und dann das. Heute Mittag war es nicht total voll und gäbe es eine Sortierung, wäre die SSE auch Samstag um 12 ein Paradies für Schwimmer. Ich war zuletzt vor etwa 5 Jahren dort. Und  es wird wieder mindestens 5 Jahre dauern. Leider. 

 

 

Die Schwimmhalle ist zu erreichen mit der S Bahn. Station Landsberger Allee. Es ist toll ausgeschildert und man kann sich nicht verlaufen.

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Blindschleiche (Samstag, 15 Oktober 2016 20:44)

    Kleine Ergänzungen einer gelegentlich dort Schwimmenden:
    Umkleiden: Ein Mülleimer steht in den Umkleiden normalerweise in dem großen Mittelteil der Sammelumkleiden. Positiv, dass endlich mal die Frauen nicht weiter laufen müssen als die Männer, und auch, dass Wickeltische und Laufställe zu den normalen Bedürfnissen von Schwimmeltern gezählt werden.
    Positiv: Die Menschen ziehen hier auch fast alle die Schuhe vor Betreten der Umkleidezone aus, zumindest morgens.

    Ich habe mich (beim Frühschwimmen) anfangs versehentlich in die Schüler_innenumkleide begeben, und merkte mein Versehen erst, wenn ich fertig war und unter der Dusche stand. Man kommt in den allgemeinen Bereich nur über den Gang bei den Föhnen oder über die Schwimmhalle.

    Die Duschen...wer hat sich ausgedacht, die einzigen Haken direkt vor der Tür zur Schwimmhalle anzubringen? Man steht dort regelmäßig nackt - wen's in der Halle interessiert, hat freien Einblick.

    Die Bahnen sind normalerweise nach Schnell- und Rücken-, ich glaube auch nach weiteren Bezeichnungen (langsam? Weiß nicht mehr) beschildert, mit Aufstellern an der Startblockseite, was morgens meist auch gut eingehalten wird. Nicht immer, aber meist finden sich die schnellen Schwimmer alle auf dieser einen Bahn zusammen oder machen auch mal Bahnenhopping. Wahrscheinlich wegen BerlinSwim heute anders?

    Eigentlich alles in allem ein sehr gut geführtes Bad und selten von spontanen Schließungen betroffen. Wahrscheinlich ist aufgrund der Größe des Bades der Personalschlüssel so gut, dass der Betrieb nicht gleich zusammenbricht, wenn mal ein Schwimmmeister ausfällt. Und das Bad ist ja noch sehr neu.

    Die Sauberkeit ist wirklich okay, die Rezensionen konnte ich auch nicht nachvollziehen. Und was die Freundlichkeit betrifft, da kann ja jeder mal einen schlechten Tag haben.

  • #2

    Ravistellus (Mittwoch, 19 Oktober 2016 14:32)

    Ich war nur einige Male im SSE, ich fand es weder besonders sauber, noch besonders schmutzig. Aber gerne geschwommen bin ich dort nicht. Zu groß, zu viele Menschen, ein Massenbetrieb. Eigentlich das ideale Bad für mich als sportlicher Schwimmer, aber ich fühle mich einfach immer unwohl dort. Obwohl ich 50er Bahnen lieber schwimme, gehe ich dann lieber in die kleinen Schwimmhallen und nehme 25er Bahnen in Kauf. Selbst im Prinzenbad fühle ich mich im Sommer - obwohl da ja auch einiges los ist - nicht so "abgefertigt" wie im SSE.

  • #3

    Der Aal (Dienstag, 25 Oktober 2016 10:48)

    Sehr schöner Beitrag! ich kann das alles nur bestätigen. Ich schwimme regelmäßig in der SSE. Immer Topzufrieden. Schade, dass das Bad erst um 6.30 aufmacht - so gehen wertvolle 30 Minuten von meinem Tag verloren. Dennoch möchte ich hier nochmal mein persönliches Highlight an dem Bad betonen: Viele bespurte Bahnen, eine Sortierung wird versucht - jedenfalls hat sie (halbwegs) funktioniert, wenn ich dort schwimme.

    Da Ich nicht in der Nähe von dem Bad wohne und es drei Nahe gelegene bzw. besser erreichbare Bäder gibt sprich es umso mehr für das Bad, dass ich den Mehraufwand nicht scheue um ein vernünftig bespurtes und halbwegs sortiertes Bad zu besuchen. (Ich wohne in der Nähe U-Seestr. In der Nähe ist das Paracelsus Bad, Das Kombibad Seestraße und gut erreichbar über die Linie 120 ist das Stadtbad Tiergarten).

    Also: Berliner Bäder Betriebe! fühlt euch angesprochen! Ich wünsche mir in JEDEM Bad (mindestens) zwei (!!) abgetrennte Bahnen. Eine für Schnellschwimmer und die, die sich dafür halten und eine für Schwimmer.
    Achja, und ganz wichtig: Schwimmrichtung beachten!

  • #4

    schwimm-blog-berlin (Dienstag, 25 Oktober 2016 17:31)

    Hallo ihr drei

    ich denke, es kommt auf zwei wesentliche Faktoren an, wie man ein Bad erlebt.
    Als wichtigster: das Personal.
    Und die Gäste, die sich an Regeln halten. Tun sie es nicht, ist das Personal gefragt. Allerdings ist es so, sortieren unsere Bademeister und es gibt eine Beschwerde, habe ich es (mehrfach) erlebt, dass beim nächsten Besuch ein Gast triumphierend eine ihm Recht gebende Antwort dem im Recht befindlichen Personal unter die Nase hält. Manchmal sogar in Form von Kulanzkarten.
    Hätte ich einen Chef, der statt mich zu stützen in meinem Handeln, mir quasi in den Rücken fällt, würde ich (hier) das sortieren auch unterlassen.

    Liebe Blindschleiche, ja, jeder kann mal "einen schlechten Tag" haben. Und den dort lassen, wo er hingehört. Ich bin nicht bereit, mich als Störfaktor in einem öffentlichen Bad behandelt zu sehen. Und, das liest man hier ja, ich erlebe in der Mehrzahl supernette Bademeister. Da muss eine/r schon echt pampig sein, dass ich das erwähne.

    Lieber der Aal (ein Fisch, den ich so anspreche obwohl ich doch Angst vor Fischen habe ;-)

    absolute Zustimmung. Mindestens zwei Bahnen müssen in Bädern zum schwimmen vorgehalten werden zu ausgewiesenen, nicht kurzfristig geänderten Zeiten.

    Lieber Ravistellus

    mir geht es in der SSE ähnlich. Ich denke, das ist echt Geschmackssache, wie man an dem letzten Kommentar ja sieht

    LG
    schwimm-blog-berlin

  • #5

    Blindschleiche (Dienstag, 25 Oktober 2016 20:27)

    Oh, ich meinte die anscheinendpampige Frau von der Cafeteria! Das Benehmen der Schwimmeister bei Deinem Besuch find ich unterirdisch!