Sommerbad am Insulaner

Sommerbad am Insulaner

 

Ich war mindestens zwei Jahre nicht mehr dort und dachte heute, dass ich nicht wieder so lange brauchen sollte um das Bad zu besuchen.

 

Der Kassierer heute morgen ist einer der freundlichsten die ich kenne. Ich hatte natürlich zur Sicherheit angerufen. Auf Nachfrage, ob sich an der Situation zu verschließbaren Schränken oder Schließfächern sich was getan hat, erklärte er von sich aus alles nötige.

Sehr nett fand ich auch, dass er sagte, dass es grade nicht so voll ist und ich sicher Platz zum schwimmen haben werde. Vor Ort bestätigte sich mein Eindruck. Wir plauderten über alte Zeiten, als er als Kind schon Besucher des Sommerbad war.

Ich mag das ja. Mitarbeiter der Berliner Bäder, die sich mit ihrem Bad regelrecht identifizieren und schwärmen.

 

Kurze Wege, unterschiedliche Lokale machen das Sommerbad beliebt.

Das Sommerbad hat verwinkelte, sehr charmante Liegeflächen. Heute habe ich gut verteilt etwa 20 Leute gezählt auf den Wiesen.

 

Das Bad ist durch Beflaggung der Berliner Bäder von außen schön als solches zu erkennen.

 

 

Das Tor ist typisch 1950er Jahre Stil. Schön,

dass der Schriftzug erhalten ist. Es gibt zwei Kassen und wenn man durch das Drehkreuz ist, sieht man rechts die Umkleidehalle 1. Sie ist vorn gesperrt. Das wird Gründe haben, schade ist es dennoch.

Am Gebäude entlang führt eine Treppe und ein Rollstuhl gerechter Aufgang.

Ich habe, jetzt mit der Geschichte ganz alter Bäder im Kopf, zuerst gedacht „So könnte es im Seebad Mariendorf ausgesehen haben“, auch wenn das natürlich viel früher gebaut worden war.

Mich erinnerte die Art der Anordnung an Bilder die ich von so alten Bädern habe. Die Umkleiden und Spinde sind natürlich nach Damen und Herren geteilt, das ergibt sich schon aus der Tatsache zu welcher Zeit das Bad eröffnet wurde.

Ich wollte erst meine Sachen in ein Schließfach legen, also bin ich bis an die Querseite oben gegangen.

Unsinniger Standort für Schließfächer. Kein Mitarbeiter kriegt so mit, wenn da einer etwas klaut.

 

Kameras im Umkleidebereich "der Datenschutz wird gewahrt" steht auf dem Schild. Aha.

Weil nicht genügend Personal für Aufsicht im Bereich der Umkleiden sorgen kann, werden wir überwacht? 

 

Von dort kommt man durch eine Tür in eine andere Zeit.

Eine ehemalige Umkleidehalle. Ich finde die Architektur charmant und vor allem zweckmäßig. Allerdings das nachträglich eingebaute muss jemand fabriziert haben, der an Geschmacksverirrung litt.

 

Genau so sieht es dort aus. Lange Gänge, mit wahrscheinlich nachträglich eingebauten Einzelkabinen und gegenüber orange Spinde, die, wie ich schätze, aus den 1990 er oder späten 1980er Jahre stammen. Da hat jemand keinen Gedanken an die alte Architektur verschwendet, nur eingebaut, was grad zu kriegen war. Farbästhetik gab es auch 1990 schon. Grässlich.

 

Die Kabinen sind so dunkel, dass ich meine schwarzen Klamotten kaum sehen konnte. Es gibt auch eine Sammelumkleide, die etwas heller ist. Die Spiegel vor den Kabinen kann man sich sparen. Man sieht eh nichts.

 

Will man duschen, muss man aus dem Gebäude raus. Rechts sind die Duschräume.

Die alten Schilder für Damen und für Herren sind noch erhalten. Ich musste schmunzeln.

Die Duschen sind alt, aber es gibt 6 warme Duschen.. Luxus, wenn ich an das Freibad im Kombibad Mariendorf denke.

Die Sauberkeit allerdings ist nicht zu vergleichen mit zum Beispiel dem Freibad am Ankogelweg. Brrr, und es war etwa 11.30 Uhr, also konnten noch nicht hunderte Gäste soviel Schmutz am Tag hinterlassen haben.

Es gibt Spiegel in den Duschräumen. Merkwürdig, aber vielleicht hat das einen tieferen Sinn sich beim duschen selbst zu begucken?

Einige Haken, deren Anordnung besser ist als in den meisten Freibädern, in denen sie hiner der Tür sind.

Die Duschen funktionieren alle und sind richtig warm wenn man will.

Die Toiletten sind absolut nicht empfehlenswert. Bäh.

 

Von den Duschräumen geht man über eine betonierte Fläche, zum Schwimmbecken eine Treppe runter.

Das hat schon Charme. Das Becken wird umrahmt von betonierten, breiten Stufen auf denen Leute lagen und saßen. Gezählt habe ich 14 Leute. Bevor ich ins Wasser ging, waren dort 12 Schwimmer. Als ich rausging noch 4.

 

Das Schwimmbecken ist aus Edelstahl. Nicht wirklich meins, ich liebe Kacheln. Zählen...

Allerdings hatte ich mal den Tipp bekommen, auf das Licht zu achten und das war, bei teilweise Sonnenschein, der Hammer.

Laute kleine und große Kreise, Spiralen auf dem Boden. Ich musste beim Bahnen ziehen sehr aufpassen, dass mich die faszinierenden Lichtspiele nicht ablenken von geraden Bahnen.

 

Die Wassertemperatur war 23,6 Grad. Komma...Eine exakte Angabe. Im Vergleich dazu kriegt man in einem Hallenbad auf Nachfrage nur „so...Grad“.

Die beste Temperatur um Langstrecken zu schwimmen. Genau das habe ich natürlich ausgekostet.

Am Stück. Kein Querschwimmer, weil es eben leer war. Die Wände des Edelstahlbecken sind nicht rutschig, weil sie so eine Art Noppen haben. Also perfekt auch für die Rollwende.

Startblöcke aus Edelstahl, aber alle mit Hütchen, so dass springen nicht ging.

 

Es gibt außerdem eine Sprunggrube, die von einigen Jugendlichen gut genutzt wurde.

Mitarbeiter am Beckenrand habe ich unten teilweise nur einen gesehen. Eine weitere stand oben und an den Duschräumen saß , als ich raus kam, einer, der Streichhölzer kaute. Es liefen außerdem noch (scheinbar) Techniker rum.

 

Ein Nichtschwimmerbecken mit Pilzduschen ist auch vorhanden, eine Rutsche und ein Planschbecken.

 

Wie oben beschrieben, so lange wird es nicht dauern, bis zum nächsten Besuch.

Zum schwimmen ist das Bad ideal vormittags.

 

Das Bad befindet sich

Am Munsterdamm 80

12169 Berlin

 

Das Bad erreicht man mit dem Bus 187, die Haltestelle Planetarium liegt direkt am Bad.

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0