Schwimmhalle Zingster Strasse

Wohnort der Zauneidechse 

Sie steht auf der roten Liste der bedrohten Arten. Zur Zeit wird der Pfuhl in der Nähe der Schwimmhalle revitalisiert um den Lebensraum dieser Eidechse zu erhalten. In Fußläufiger Nähe befindet sich der wunderschöne Malchowsee. Ähm, Moment, es geht ja um die Schwimmhalle und nicht um eine überraschend schöne Umgebung um die Wohnhäuser.

 

Die Schwimmhalle wurde im Rahmen des Wohnungsbaus Neu Hohenschönhausen am 12.11.1988 eröffnet. Das Bad wurde  meines Wissens zuletzt 2009 für 850000 Euro Teil saniert, Fassadendämmung,Umgestaltung des Eingangsbereichs und Erneuerung des Lüstungssystems.   

 

Unfreundliche Schwimmer.

Bei einem Besuch vor einigen Jahren war mir das schon mal aufgefallen, ich glaubte an Zufall. Rempler, pöbelnde möchtegern Schwimmbad Besitzer und rücksichtslose Leute gibt es immer mal wieder. Vor einiger Zeit kam es zu mehreren unschönen Zusammenstößen verbaler Art für die  es nicht einmal einen Anlass gab. Die zusätzliche extrem pampige Art des Personals habe nicht nur ich so empfunden. Dieses Mal schien alles anders zu werden. Bei meinem Anruf letzte Woche hatte ich einen richtig netten Mitarbeiter am Telefon, den ich gefragt habe, was ich mir unter "Spiel und Spassbaden" vor zu stellen habe. Er erklärte mir, dass zwei Bahnen abgetrennt seien, so dass Schwimmer auch auf ihre Kosten kommen.

Die Schwimmhalle ist der gleiche Bautyp, Berlin 83,  wie die Bäder im Ernst Thälmann Park und in Buch. Größer und schöner als die Volksschwimmhallen Typ C in der *DDR* sollten diese Bäder sein.

Bei meinem heutigen Besuch hatte ich irgendwie die Erwartung der einladenden Beleuchtung der Schwimmhalle Ernst Thälmann Park, aber nichts. Grau wie der Regen steht das Bad da so mitten zwischen Hochhäusern. Das Foyer ist austauschbar, ein Snackautomat mit zivilen Preisen für Schokoriegel, ein paar Sitzgelegenheiten, sauber. Vor dem Drehkreuz ein Schild "Schuhe ausziehen". Ja, klar und die Schuhe der Badegäste stehen dann dort zum größten Teil im Foyer. Ich frag mich, was im Falle eines Brandes oder einer Evakuierung da wohl passieren wird. Die Berliner Bäder Betriebe sollten das besser regeln können, Anton Saefkow Platz sag ich nur.

Das Kassenhäuschen ist hinter Glas, zwei Frauen die munter miteinander plauderten. Ich wollte da nicht stören. Wie in vielen Bädern vorn die Herren Umkleiden, dahinter die Damen. Zur Sauna geht es geradeaus. Zwei Sammelumkleiden mit je einer Einzelkabine, 96 Spinde in hellgrau. Viele Spinde waren belegt aber nicht abgeschlossen, überall lagen Handtücher und Klamotten rum, auf der schmalen Sitzbank und auf dem Boden. Ich war Jahrelang mit Krücken unterwegs, deshalb weiß ich wie lästig so etwas sein kann. 

Besonders sauber war es dort nicht, aber noch akzeptabel.

Die Duschen mit dunkelblauen Kacheln finde ich schön, am besten war aber die Tatsache, dass alle funktionierten, mit Reglern und lange genug. Es gibt eine in die Jahre gekommene Ablage in Kopfhöhe und eine Leiste mit 10 Haken von denen vier abgebrochen sind. Es war sauber, genauso wie die Toiletten. Durch den kurzen gekachelten Gang geht es in die Schwimmhalle.

 

25 Meter, zwischen blau und grün. In der Mitte geteilt.

Zwei Bahnen? Ich verstand darunter zwei abgeleinte Bahnen. Gemeint ist, das Bad ist in der Mitte mit einer Leine unterteilt. Rechts spielten Kinder mit Wasserspielzeug, eine ältere Frau schwamm dort rum. Sie gehörte zu keinem der Kinder. Ich finde das völlig dreist. Warum müssen Erwachsene unbedingt dort schwimmen?

Auf der linken Seite waren nur zwei Frauen im Wasser. Die Leine ist eine  der moderneren, schnurgerade, ich dachte, so leer wie das Bad ist, kann ich ohne Probleme an der Leine Bahnen ziehen. Pustekuchen.

Die zwei Frauen, die die ganze Zeit während ich mich umsah am Beckenrand geschwommen sind, schwammen schon nach meiner ersten Bahn mir ständig entgegen. Eine neben einem Kind das gut schwimmen konnte. Zwei Mal fiel mir ein Kind, etwa 13, 14 Jahre direkt vor die Nase, weil es auf der Leine geturnt hatte. Einmal tauchte ein etwa 10 jähriges Mädchen unter der Leine durch und unvermittelt vor mir auf. Niemanden schien das irgendwie zu interessieren. Nach etwa 15 Minuten waren plötzlich kleine Kinder mit Poolnudeln im Becken. Schwimmunterricht. Es ist den Berliner Bäder Betrieben nicht möglich, das konkret anzugeben. Weder in der Ferienplan Änderung noch unter Kursen war dieser Schwimmunterricht angegeben auf der Homepage der Berliner Bäder Betriebe. Ich bin völlig entnervt aus dem Wasser um den Mitarbeiter zu fragen, ob ich jetzt in der falschen Seite schwimme. Er war sehr freundlich und verneinte. Er bot an, seiner Kollegin zu sagen, dass sie darauf achten solle, dass die Kinder mehr an der Außenseite bleiben. Ich sagte ihm, dass sei nicht nötig, da ich nur wissen wollte, ob ich etwas falsch gemacht habe. Nein. Also wieder ins Wasser. Nach weiteren 6 Bahnen habe ich es gelassen. Die beiden beschriebenen Frauen, die genug Platz hatten, kreuzten mit einem grinsen jedes Mal in die 80 cm, die ich brauche um an der Leine lang zu kraulen. Zum Schluss sagte die eine doch tatsächlich "hier wird nicht geschwommen". Ja, nee, ist klar, niemand schwimmt in einer Schwimmhalle. Mit der Dame hatte ich dann in der Umkleide noch einmal das Vergnügen. Sie laberte mich an, warum ich nicht in die SSE gehe. Ich habe demonstrativ den Kopfhörer aufgesetzt. Nicht grade das bequemste beim anziehen sich mit dem langen Kabel zu arrangieren, aber besser als solchen Stänkerlieseln zuzuhören.

 

Fazit

Für Kinder finde ich dieses Angebot mit Spielzeug toll. Bei genügender Rücksicht ist die Unterteilung in zwei Hälften eine gute Lösung. Ohne Sortierung funktionierte sie zumindest heute nicht. 

 

Weitere Ausstattung

Sauna

Solarium

Nichtschwimmerbecken

Weitere Schwimmbad Beschreibungen

Aktuelle Beiträge

Zeitungsmeldung Ausschnitt Neues Deutschland

Die Schwimmhalle ist mit der Strassebahn sehr gut zu erreichen. Ich bin von Tempelhof mit der U Bahn bis Naturkundemuseum gefahren und von dort mit der M 5 bis zur Ahrenshooper Strasse. Das Bad ist in Sichtweite der Haltestelle. Man kann auch am Prerower Platz aussteigen und ein paar Minuten laufen. Hinweisschilder oder Fahnen habe ich wie fast immer nur in Sichtweite gefunden


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