Schwimmhalle Helene Weigel Platz

Nach langer Zeit war ich heute mal wieder in der für mich bisher schönsten Schwimmhalle im Osten der Stadt.

 

Und sie ist immer noch die schönste. Sauber, tolle Wegführung, vorbildlich freundliche Mitarbeiter und Bahnen. Aber der Reihe nach.

 

Die Schwimmhalle am Helene Weigel Platz, von den Berliner Bäder Betrieben Helmut Behrendt Schwimmhalle genannt, wurde nach meinen Recherchn im Januar 1986 nach fünfjähriger Bauzeit eröffnet. Sie erhielt am 08.4.1986 den Namen "Helmut Behrendt" Schwimmhalle.  Sie ist nicht, wie viele Schwimmhallen im Osten der Stadt während *DDR* Zeiten als sogenannter Typenbau konstruiert.Als sie geplant wurde, waren Bäder mit mehr als nur funktionellem Charakter modern. Das Bad hat zwar keine Attribute wie Whirlpool, Solebecken oder ähnliches, aber es gab rund herum viele Freizeitangebote. Das Bad wurde 2007 saniert und obwohl die Berliner Bäder Betriebe noch im Dezember des Jahres eine Wiedereröffnung für April 2008 kommunizierten, wurde das Bad erst 2009 fertig.

Schon das sehr einladende

offene Foyer, kein olles Kassenhäuschen, ist schön anzusehen und picobello sauber. 

Und man trifft auch gleich auf eine, meines Wissens nach, einmalige Besonderheit bei den Berliner Bäder Betrieben.

Mit einer Karte, egal ob Sammelkarte oder Premiumkarte kommt man nicht durch das Drehkreuz auf der rechten Seite.

Man muss die Karte an der Kasse vorzeigen und erhält einen Chip am Band.

Ich finde das super, weil die alten Schlüssel beim schwimmen nervig sein können. Allerdings war es gerade leer. Schlange stehen, wenn Kurse sind oder es einfach voll ist. soll ja die wirklich teure Premiumkarte verhinderm.

Natürlich kannte ich die Halle und das Chipsystem, aber um für den Blog zu schreiben, habe ich mich dumm gestellt und gefragt wie das funktioniert. Man merkt schon an der Kasse, dass man hier auf richtig tolle Bademeister, Kassierer und andere trifft. Es wurde erklärt, auf Nachfrage gezeigt, wie man damit den Spind schließt. Geduldig und lächelnd. Wieder einmal frage ich mich, ob solche Mitarbeiter nicht vielleicht mit denen, die Kunden wie Störfaktoren behandeln, üben könnten.

Mir wurde, ungefragt, gesagt, wo ich welche Spinde und Kabinen, respektive Sammelumkleiden finde, aber es ist alles super beschildert. Hinter dem Drehkreuz beginnt der Barfußgang und auf der rechten Seite sieht man die Föhne und anderen Umkleiden. Hinter den Föhnen geht es zum Damenbereich. Der Ausblick links an der sauberen Fensterfront ist klasse. Hilft übrigens auch später, wenn man mit Froschaugen vor dem Spiegel föhnt. Ich hatte das Panorama (Bild) im Spiegel. Super nachgedacht bei der Anordnung.

 

Saubere Umkleiden, blaue Spinde, genügend Sitzgelegenheiten und jede Menge Haken. Von den Umkleiden ist gut ausgeschildert, wie man zu den Duschen und WC kommt. Alles sauber. Als ich in der Dusche war, befanden sich dort gefühlt 20 Kinder. Klar macht das Schmutz. Und? Als die Kinder weg waren, schwupps, kam die Mitarbeiterin und spritze alles sauber.

Ich habe mich mit einigen Stammgästen unterhalten und unisono waren alle zufrieden. Einige, mich eingeschlossen, kritisierte die Duschen. Unwürdig in dieser Halle. Wieder mal bei der Problematik Legionellen- im Sommer war das Bad deshalb mehrere Wochen geschlossen- eine wirklich unästhetische und vor allem unpraktische Variante neuer Duschen eingebaut. Diese Duschpaneele sind die gleichen wie im Kombibad Gropiusstadt (und wie im Stadtbad Tempelhof, die wenigstens noch eine Beschichtung haben), nur (noch) nicht verrostet.  

Muss das sein? Dass die nicht regulierbar sind, ok. Aber obwohl ich momentan nur halblange Haare habe, braucht man Ewigkeiten um sich abzuduschen. Gefühlt sieben Tropfen pro Sensorkontakt. Und der funktioniert leider nur wie er will. Ich habe vier Duschen probiert und auch die zwei anderen Damen spielten Duschhopping. Warm war keine so richtig. 

 

Von der Dusche, die zur Halle hin mit einem Vorhang Sicht geschützt ist. kommt man in die Schwimmhalle.

Wundervolle 50 Meter blaues Wasser

 

Leinen. Schnurgrade. Sitzmöglichkeiten, Haken für Tasche oder Handtuch, links oben ein Aufenthaltsraum in dem es Kaffee und Co gibt. Ein super schönes Planschbecken mit tollen Figuren. Und die Deckenkonstruktion.ist ein Hingucker. Da hat jemand beim Bau und vor allem der Sanierung sich Gedanken um Farben und Formen Funktionalität und Ästhetik gemacht. Ich empfehle Besuchern, sich eine Minute Zeit zu nehmen und sich in der Halle umzusehen. Es lohnt sich.

 

Ein richtiges Schild mit der Aufschrift "Nur Schulen und Vereine" weist den Bereich für diese Nutzer aus. Bitte, das soll auch in anderen Bädern so klar definiert werden. Zum Glück kein Schild mit der Aufschrift "Sportbahn" ,sonst wäre ich da über Nacht geblieben....

 

Ich bin zu den Mitarbeitern, von denen gerade zwei am Aufsichtshäuschen saßen, hingegangen. Einer kam gerade vom Rundgang (ums Becken) zurück und auch wenn mancher sich das kaum vorstellen mag, kam einer mir entgegen und noch bevor ich hallo sagen konnte, hörte ich ein hallo von dem Mitarbeiter und "was können wir für sie tun junge Frau". Gegrüßt wurde ich auch von den beiden anderen Mitarbeitern.

Alle Mitarbeiter guckten in meine Richtung, das nenn ich mal Kundenorientierung. 

Ich musste lachen und bat den  Mitarbeiter, der mich so ansprach, seine Worte zu wiederholen und er sagte "ach, ich bin hier nur der Gärtner, junge Frau". Klar war das ein Witz, aber diese Art von small talk macht den Unterschied zu abgespulten Antworten oder gar keiner Reaktion.

Weil ich mich sehr willkommen fühlte, brachte ich natürlich so etwas wie "Hören se, ich komm aus dem Westen und sie müssen mir erklären, was hier erlaubt ist"

"Bahn 4 für die schnellen zum Beispiel oder Bahn 5, wenn sie etwas wärmer wollen" 

Ich kam aus dem Lachen gar nicht  zu meiner nächsten Frage. Natürlich ist das Wasser eine Bahn weiter nicht wärmer, aber dieser Mitarbeiter kennt 'seine' Gäste. Dazu muß man wissen, dass bei Wettkämpfen der schnellste aus Vorläufen auf Bahn 4 und der zweitschnellste auf der 5 schwimmt.

 

Ich hatte dann zwar gesagt, ich probiere beide, aber auf Bahn 4 (ich Angeberin...lach) war das Bahnen ziehen völlig Störungsfrei, dass ich das völlig vergessen habe. Wenn man sich kennt, gibt es meist mehr Rücksicht auf schnellere, die vorgelassen werden.

Zum ersten Mal dieses Jahr als nicht Stammgast ist es mir passiert, dass Leute ausgewichen sind. Meint, zwei der Herren, die noch auf der Bahn waren, liessen mich an der Wand in die Wende indem sie nicht mittig standen, nicht starteten. Natürlich habe ich mich bei beiden bedankt danach. Und es kommt noch besser: beide fanden das selbstverständlich. Ich würde den beiden Herren gern einige rücksichtslose Gäste zur Schulung schicken.

 

Bevor ich rausging, hat mir die nette Mitarbeiterin noch zwei, drei Fragen, zum Bad, beantwortet. 

 

Ich war vielleicht 80 Minuten im Bad, eher weniger. Als ich mich umzog war die Mitarbeiterin schon wieder dabei, die Duschen zu säubern. Da waren nur ein paar Haare, nicht wirklich schmutzig, aber es sieht so aus, als würde nach jeder größeren Gruppe kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt.

 

Die Föhne laufen mit 5 Cent lange genug um mit einer Münze Haare zu trocknen. Über die Art der Föhne, Modell Staubsaugerschlauch, läßt sich streiten, aber, wie oben beschrieben, im Spiegel das Panorama und auch hier  Blitzsaubere Ablagen, Fußboden, Fenster, was will man mehr. 

 

Es gibt außerdem Saunen. Was mir gut gefällt, sind die einladenden Sitzgelegenheiten im Foyer. 

Das Bad hat übrigens den Public Value Award vor einiger Zeit gewonnen. Ein Preis für ein Bad, das besonders viel für das Gemeinwesen tut. Davon liest man auf der Homepage der Berliner Bäder Betriebe leider nichts.

 

Fazit: ein absolut empfehlenswertes Bad für Schwimmer. Und für Familien mit Kindern, denn auch wenn ich kein Foto machen konnte, das Planschbecken ist liebevoll ausgestattet.

 

Dieses Mal wollte ich unbedingt ein Foto. Man kann zwar von außen fotografieren, aber ich wollte keine Leute ungefragt ablichten.

Also habe ich nach dem Badleiter gefragt. Der ist nicht nur freundlich, man merkt, wie gern er seinen Beruf macht. Er bat mich, eine Fotogenehmigung bei dem zuständigen Verwaltungsmitarbeiter anzufragen. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass ich aus Tempelhof bin und nicht so oft in Marzahn, hat er den Mann in der Verwaltung kurzerhand angerufen und ich durfte von oben Fotos machen. So ist alles korrekt gelaufen und doch unkompliziert.

Ich hatte versprochen, keine Personen kenntlich zu machen, Ehrensache.

Ich bedanke mich bei Herrn D. für die Hilfe und bei  Herrn T. in der Verwaltung für diese schnelle und unbürokratische Erlaubnis. 

 

 

Das Bad erreicht man gut mit der S Bahn, Station Springpfuhl. Auch hier gibt es wieder keine Wegweiser zum Bad. Schade. Zugegeben, durch den langen Tunnel am Abend ist es etwas unheimlich und auch die Gegend scheint nicht einladend. Aber unmittelbar am Bad ist ein hübscher Park mit Pfuhl. Bei schönem Wetter sehr einladend.

Für Ortsunkundige nicht so einfach zu erkennen, auf welcher Seite es liegt, wenn man am Ausgang Richtung  Helene Weigel Platz rauskommt.

Steht man mit dem Rücken zur S Bahn  geht man geradeaus. Auf der linken Seite halten,  an einem Spielcasino vorbei. Der Weg ist etwas Bergauf, links ist das Bad. 

 


 

Weitere Schwimmbad Beschreibungen

Suchfunktion auf der Homepage der Berliner Bäder : umständlich, irritierend

Berliner Wetter Betriebe: Optimierungen, keine Enttäuschungen. Läuft. Nur nicht für Kunden

Erfahrungsbericht: Trainer bei den Berliner Bäder  Betrieben

Kleine Anfragen zum Thema Berliner Bäder im Abgeordnetenhaus

Zur Startseite

Kommentar schreiben

Kommentare: 0