Was wird aus dem Stadtbad Tempelhof?

Zusammenfassung der heutigen Veranstaltung im Bezug auf das Stadtbad und Fazit

 

In der heutigen Veranstaltung, Neue Mitte Tempelhof II, ging es um "Vorbereitende Untersuchungen" zu einem sehr zentralen Areal in Tempelhof, auf dem auch das Schwimmbad seit 52 Jahren steht.

Es ging um "Wohnungsbau, Sanierunungsbedürftige Einrichtungen wie Polizeigebäude, Rathaus, Bibliothek und eben das Bad"

 

In einer Bürgerveranstaltung sollte gezeigt werden, dass am Bürger nicht vorbei geplant wird. Ideen gesammelt werden, Wünsche und Kritik.

Alles hehre Angelegenheiten.

Die Veranstaltung wurde, das merkte ein Besucher auch an, nicht gut sichtbar beworben. Im Bad lagen Einladungskarten, ich habe in den Geschäften und Cafés nichts gefunden. Auf der Seite des Bezirks nichts, nur auf der Seite  der Senatsverwaltung Stadtentwicklung und Wohnen war seit letzter Woche etwas veröffentlicht.

Es soll weitere Veranstaltungen geben.

Das aber nur am Rande. Es waren trotzdem etwa 250 Interessierte dort. Damit schien nicht gerechnet worden zu sein. Es mussten Stühle organisiert werden.

Mitglieder der BVV habe ich gesehen, den Abgeordneten Harald Gindra, Die Linke und einige mir bekannte Persönlichkeiten aus dem Bezirk. Von den Berliner Bäder Betrieben habe ich niemanden entdecken können.

 

Von der Planung bis zu Realisierungen ist ein Zeitraum von 10- 15 Jahren angegeben. Fakt ist, Bad, Polizeigebäude, Rathaus sind marode und die Bibliothek platzt aus allen Nähten. Das Areal ist von Parks gesäumt, Franckepark, Lehnepark und Alter Park, außerdem gibt es dort Kleingatenkolonien.

 

Ich  beziehe mich hier ausschließlich auf Fragen und Antworten rund um das Stadtbad.

Die Frage, warum es gerade um dieses Areal geht, wurde beantwortet damit, dass die drei Gebäude, Bibliothek, Polizei und Bad auf Besitz des Landes stehen.

Nachdem die Dame des Planungsbüros den Ablauf dargestellt hatte, bekam Herr Oltmann, Die Grünen, Stadtrat im Bezirk für (Stadtentwicklung), das Wort.

Herr Oltmann sagte, es besteht seitens der  Berliner Bäder Betriebe kein Interesse das Bad zu sanieren. Man setze auf Neubau.

Das war alles, was zum Schwimmbad gesagt wurde am Anfang.

Im Verlauf der späteren Besucherbeteiligung gab es einige Fragen, die auch das Schwimmbad betreffen. 

Ein Besucher schlug vor, auf dem Gelände des heutigen Stadtbades könnte ein Freibad schön sein.

 

Herr Oltmann sagte, das würde er nicht gut finden, er ziehe Wohnungsbau vor. 

Einige Besucher sagten etwas zu den geringen Nutzungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit.

Es kam die Frage, ob das Schwimmbad weg kommt.

Herr Ditfurth vom Planungsbüro sagte, dass das Bad zum Beispiel am anderen Ende der Götzstrasse Platz finden könnte, man sei aber noch am Anfang. Die Berliner Bäder Betriebe müssen da noch mit einbezogen werden.

 

Es klang so, als würden die Beteiligten, die durch die Veranstaltung führten,  auf den Geländeteilen, auf denen heute die genannten Gebäude stehen, längst der Wohnungsbau bewerben.

Wohnungsbau, meinetwegen auch dort, ist nötig. Ich hätte nichts dagegen, wenn vor meinen Balkon Wohnungen gebaut würden. Das ist eine Großstadt und wenn die Miete dann gesenkt würde, bitte. Was mich abnervt, ist die Verweigerung der Kommunikation und Beteiligung seitens der Berliner Bäder und  nicht deutlich gesagt wird, dass die drei genannten Gebäude weg sollen. Weg. Mich nervt dieses klein klein. Wirkliche Veränderung der "Tempelhofer Mitte" muss den gesamten Bezirk einbeziehen. Demografie, die älter werdende Gesellschaft, die weite Wege nicht schafft, dezentrale Rathäuser, Bäder, Bibliotheken, Schulen, Kitas, Spielplätze, Begegnungsstätten und so weiter.

 

Mein Gedanken

Erste Aussage der Berliner Bäder Betriebe: keine (grundlegende) Sanierung des Stadtbad Tempelhof vorgesehen. Sie sagten: Neubau. Aber nicht wo.

Es soll den Neubau des Multifunktionsbades in Mariendorf geben. Erstes Projekt von zweien.

Damit wäre der Aussage "Neubau" genüge getan.

Am anderen Ende der Götzstrasse. Finanzierung?  Bebauungspläne ändern?

Wie lange das dauert, bis nichts geschieht, sieht man derzeit an dem nicht vorhandenen Fortschritt im Bezug auf das Multifunktionsbad. Wo ist der Bebauungsplan? Ich find ihn nicht. Wo ist die  Genehmigung zur Ausschreibung der Planung des Schwimmbad Neubau?

Nochmal: Zeitraum Planung- Realisierung für das Areal um das Stadtbad: 10-15 Jahre.

Bis dahin steht vielleicht das Multifunktionsbad im Bezirk.  Und dann baut man ein weiteres Bad in Tempelhof Mitte?

Ich denke, genau auf dem Teil des in Frage kommenden Areals, auf denen Bibliothek, Polizei und Schwimmbad stehen, werden die Wohnungen gebaut werden. Alles andere wird drum herum drapiert. Ein Schwimmbad gehört nicht dazu.

Irgendwann in den nächsten 2-3 Jahren wird also das Kombibad Mariendorf abgerissen. Falls es so lange durchhält. Läuft es gut, ist das neue Bad 2022, 2023 fertig. Ich gehe davon aus, dass es später wird.

Das Stadtbad Tempelhof ist marode. Die Öffentlichkeit wurde sukzessive raus gedrängt. Ausgelastet ist das Bad auch mit Schulen und Vereinen nicht. Lohnt nicht, kann weg. Ein paar weitere "technische Probleme" hier, immer weniger Personal dort, intelligente Schließungen nennt man das.

Und dann werden wir ja das "schöne neue Multifunktionsbad haben für das bis zu 6000 Tagesgäste avisiert sind". Wer braucht da noch ein kleines Schwimmbad? Um die Ecke gibt es die schon lange nicht mehr. Und das mit der Bibliothek in Tempelhof, da war doch mal was? Wowereit und die Idee der Zentralbibliothek Tempelhofer Feld.

Ich frage mich, was im Bezirk für Schwimmer bleibt, während des Neubaus und dem langsam vor sich hin maroder werdenden Stadtbad Tempelhof. Warum gibt es seitens der Berliner Bäder Betriebe keine Veranstaltungen zu Planungen, im Bezirk und darüber hinaus?

 

Privat initiierte Schwimmgast Befragung Kombibad Mariendorf

Wohin mit Schulen und Vereinen bei Abriss Kombibad Mariendorf?

Zur Situation der Bäder im Bezirk

BVV Sitzung im Stadtbad Herbst 2015

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara Jencik (Mittwoch, 01 März 2017 13:27)

    Danke für den Beitrag, ich sehe mit großer Sorge dieser neuen Bebauungsidee entgegen, es wird für uns nichts gutes werden, die WEge länger, die Preise höher, die Mieter steigen. Eine Bürgerbeteiligung sieht für mich anders aus!