Multifunktionsbad Mariendorf

Update 15.10.2017

 

Mitte des Jahres präsentierten die Berliner Bäder Betriebe dem Stadtentwicklungsausschuss des Bezirks Tempelhof Schöneberg Pläne des Multifunktionsbads in Mariendorf.

In der Präsentation finde ich keine konkreten Angaben zu Schwimmbeckengrößen und für den Aussenbereich ist das Wort "Option" angegeben.

Der Bezirk muss eine Standortbenennung machen für den Bau einer Unterkunft. Priorisiert werden an 1. Stelle 10 Tausend Hektar auf dem Gelände des heutigen Kombibads. Stichwort "Liegewiese"- hier die Diskussion "Liegewiesen verscherbeln"

Die Präsentation wird derzeit in Papierform verteilt in Mariendorf.

Man kann sie auch hier komplett downloaden.

 

Download
Danke an den/ die anonymen ÜbersenderIn
Präsentiert im Stadtentwicklungsauschuss Tempelhof Schöneberg
Multifunktionsbad, Quelle Berliner Bäder Betriebe 12.07.2017
120717_(TOP 5) Präsentation_Mariendorf v
Microsoft Power Point Präsentation 9.8 MB

Laut Stadtrat Oliver Schworck, SPD, geht er davon aus, dass Schulen und Vereine während Abriss und Bau im Stadtbad Tempelhof untergebracht werden. Das Stadtbad ist, laut Antwort Berliner Bäder Betriebe allerdings komplett belegt.

Update 06.09.2017

Die Antworten des Bezirksamts auf die Anfrage von Martin Rutsch, Die Linke

 

Kommentar: Nichtssagend, ohne konkrete Angabe zum Inhalt nach dem gefragt war. Das erwähnte zweite Gespräch zwischen Bezirksamt und Berliner Bäder Betriebe hat erneut so stattgefunden, dass es niemand mitbekommt. Transparenz scheint unerwünscht. Die Frage ist, wer da die Öffentlichkeit außen vor lassen will.

KLeine Anfrage im Abgeordnetenhaus "Was läuft schief" von Florian Graf, CDU

Update 03.07.2017

Diese Kleine Anfrage (Bezug zur KLeinen Anfrage im Abgeordnetenhaus, s.u.) richtet Martin Rutsch (Die Linke) an das Bezirksamt

Heute im Tagesspiegel heißt es, "anbaden 2022-2024"

Neubauten Multifunktionsbäder

Mit dem Bäderkonzept 2025 wurde seitens des Senats 2014 (Koalition SPD-CDU) festgelegt, dass aus dem Sondervermögen Infrakstruktur der wachsenden Stadt(SIWA) 60 Millionen Euro bereit gestellt werden für den Bau zweier Multifunktionsbäder, eins in Mariendorf, eins in Pankow.

 

Standorte

Umstritten sind bereits die Standorte von Beginn an gewesen. Pankow und Mariendorf, während es in Marzahn Hellersdorf gar kein Freibad gibt und in Zehlendorf nur ein als Schul- und Vereinsbad umgewidmetes Hallenbad von dessen Nutzung die Vollzahler weitestgehend ausgeschlossen sind.

 

Standort Mariendorf- Situation Bäder im Bezirk

In Mariendorf soll ein "Sport ausgerichtetes Bad" gebaut werden als Pilot Projekt, in Pankow soll dann ein "Familien orientiertes Bad" folgen. Diskussionen gab es dann ebenfalls beim Standort des Pilot Projekts in Mariendorf. Die Berliner Bäder Betrieben sollen den Standort Rixdorfer Strasse bevorzugt haben, das Gelände des Sommerbad Mariendorf. Der Senat war der Ansicht, am Ankogelweg, heutiges Gelände des Kombibad Mariendorf sei der bessere Standort.*  Die Größe des Geländes spielte dabei eine Rolle laut Senat. **

Außerdem ist das Kombibad Mariendorf Sanierungsbedürftig, die Investition von etwa 15 Millionen Euro möchte man sparen und das Bad abreissen. Hier nur der Hinweis, dass zwei Kombibäder gleicher Bauweise für je rund 16 Millionen Euro saniert wurden. Das Kombibad Mariendorf wurde zuletzt 2002 Teilsaniert, seither wurde dort nichts mehr investiert. Das Bad ist das einzige im gesamten Bezirk Tempelhof Schöneberg, welches der Öffentlichkeit adäquat zur Verfügung steht und ohne Aufschläge auf den Preis-Bäder mit Aufschlägen sind Warmbäder, zum sportlichen schwimmen nicht geeignet.

Es gibt im Bezirk zwei Schul- und Vereinsbäder, Stadtbad Tempelhof und Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. Ersteres liegt im Gebiet des geplanten Wohnungsbaus "Tempelhof Neue Mitte II" und hat derzeit einen Investitionsstau von mehr als 1 Million Euro. In einer Veranstaltung im Februar 2017 wurden die Berliner Bäder Betriebe zitiert mit "Sanierung nicht vorgesehen". Es wird über kurz oder lang verschwinden. Das Bad am Sachsendamm ist ebenfalls marode, man denkt, die Decke stürzt demnächst ein. Auch dort sind keine Planungen bekannt von Investitionen der Berliner Bäder Betriebe. Weitere Informationen zu Bädern im Bezirk Tempelhof Schöneberg

 

Eröffnung 2018, 2021 oder gar nicht?

 

Medienwirksam hatte der damalige Senator Henkel unter anderem von Eröffnung  2018 gesprochen. Im Laufe der Zeit wurden immer spätere Daten genannt. Von 2021 war die Rede, dann davon, dass man "später schöner schwimmen" würde. Mittlerweile ist von den Plänen gar nichts mehr zu hören.

Im August eröffnete der Bäderchef eine Ausstellung erster Ideen Entwürfe in und für den Neubau in Pankow. Die Öffentlichkeit wurde nach ihren Wünschen befragt inklusive Gewinnspiel, dessen Einlösung ich anzweifle.

Eine privat initiierte Umfrage mit 330 Datensätzen, deren Ergebnisse im Herbst 2016 dem Vorstand der Berliner Bäder Betriebe übersandt wurden, hatte Scholz-Fleischmann nicht erhalten wie sich bei erneuter Zustellung am 10.03.2017 im Abgeordnetenhaus Sportausschuss herausstellte.

Ich finde, wenn man zunächst in Mariendorf bauen will, müsste eine solche Ausstellung zumindest auch dort stattfinde, Anwohner informiert werden. Stattdessen: schweigen.

In schöner Regelmäßigkeit wird der jeweils verantwortliche Vorstand der Berliner Bäder Betriebe, unter anderem im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses dazu befragt, zuletzt am 10.03.2017. Die Antworten ähneln sich. Mal ist auf die Frage, wann und ob es voran geht, die Rede von "die Summe anderweitig investieren" (Januar 2016). Ein anderes Mal wird von "wir planen demnächst uns mit dem zuständigen Bezirk zusammen zu setzen" (April 2016),dann heißt es "die Ausschreibung erfolgt in Kürze, im Oktober" (August 2016).

 

Politische Verantwortung des Bezirks

 

Um am Ankogelweg ein Schwimmbad bauen zu können, muss der Bebauungsplan geändert werden. Ein Laie denkt möglicherweise, da steht ja ein Schwimmbad, warum muss das dann sein. Dort ist ein Wohngebiet ausgewiesen und um das zu ändern, braucht es die Bebauungsplanänderung. Hierzu gab es bereits seitens der SPD im Bezirk 2015 eine Große Anfrage durch die SPD.

 

 Komplette Antwort

 

Der Bezirk schiebt die Verantwortung weg statt zu handeln. Seit das Bäderkonzept steht, ist nichts passiert außer viel Gerede wer was warum wann nicht kann.

 

Stand der Dinge in Mariendorf

 

Während nichts passiert, steigen natürlich Kosten, so auch die für Neubauten von Schwimmbädern. Werden dann die Becken kleiner als angekündigt? Momentan gibt es je ein 50 Meter Becken außen und innen im heutigen Kombibad Mariendorf. Bisher gibt es keine verläßlichen Aussagen zu Beckengrößen, Typ des Neubaus- (Cabrio) überdacht oder ein richtiges Freibad, nur Halle? Es gibt keine Aussagen darüber, welche Ausstattung geplant ist, wer Angebote außerhalb Daseinsvorsorge betreiben soll. 

Aktuell

In der BVV am 15.03.2017 hat der Bezirksverordnete Martin Rutsch, Die Linke, deshalb eine mündliche Anfrage gestellt zum Kenntnisstand des Bezirksamts. Die Antwort des verantwortlichen Stadtrats war für mich ernüchternd. Jörn Oltmann (Grüne) sieht die Verantwortung bei den Berliner Bäder Betrieben. Mit denen habe es ein "eher abstraktes Gespräch"gegeben über "Entwicklungen im Bezirk" (welche, in Tempelhof zum Stadtbad oder tatsächlich zum Neubau Mariendorf, war für mich nicht verständlich)

Wir Besucher sehen ein über die Maßen vom dort arbeitenden Team gepflegtes Bad, in Kürze 42 Jahre am Netz, aber wie es darunter aussieht, kann man nur ahnen. Veraltete Technik, gemeinsamer Wasserkreislauf Hallen- und Freibad, energetisch eine Katastrophe. Über  Rohre und anderes Baumaterial möchte ich lieber nicht nachdenken. 

Kein Bebauungsplan- kein Neubau. Nur ein Abriss oder, was ich befürchte aufgrund des Zustands des Kombibad Mariendorf, eine "intelligente Schließung".***

Im schlimmsten Fall steht dort dann die nächste Schwimmbad Ruine**** in Berlin.

 


Wortprotokoll aus der BVV am 15.03.2017

Mündliche Anfrage des BV Martin Rutsch (DIE LINKE)

Kombibad Mariendorf - was kommt nach dem Abriss?

 

Frage 1

Welchen Kenntnisstand hat das Bezirksamt über die Zeitplanung für den Abriss des Kombibads in Mariendorf (Ankogelweg) und den Bau des Multifunktionsbads in Mariendorf (Ankogelweg)?

Frage 2

Warum ist dafür noch kein Bebauungsplan aufgestellt worden?

Antwort 2

Da bisher im Stadtentwicklungsamt keinerlei Pläne, Entwürfe oder sonstige für die Durchführung eines Bebauungsplans notwendigen Informationen von den Bäderbetrieben vorliegen, ist ein Aufstellungsbeschluss noch nicht gefasst worden. 

 

Antwort zu 1

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Berliner Bäder-Betriebe gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag für das Land Berlin tätig sind. Dementsprechend bestehen für die Bezirke keinerlei Weisungs- oder Kontrollbefugnisse gegenüber den Berliner Bäder-Betrieben. Das Bäderkonzept 2025 wurde folgerichtig vom Berliner Senat beschlossen.

 

Das Bezirksamt hat derzeit keinen aktuellen Kenntnisstand über die zukünftige Planung der Bäderbetriebe für das Kombibad in Mariendorf. Im Stadtentwicklungsamt gab es nur ein Gespräch im September 2015 über die möglichen Bauplanungen der Bäderbetriebe im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Der Inhalt dieses Gespräches war jedoch eher abstrakt über die allgemeinen Entwicklungen im Bezirk und ging nicht über die sowieso allgemein verfügbaren Informationen in der Presse hinaus. Das Stadtentwicklungsamt hatte jedoch schon in diesem Gespräch auf die Notwendigkeit eines B-Planverfahrens im Zusammenhang eines Neubaus des Kombibads am Ankogelweg und die sich daraus ergebenen Zeitabläufe der Verfahrensdurchführung hingewiesen.

 

Nach über eineinhalb Jahren Pause soll es nun noch vor Ostern ein weiteres Gespräch mit den Bäderbetrieben geben. 


Nachfragen:

 

1. Welche realistischen Alternativen können die Berliner Bäderbetriebe den Einwohner_innen in Tempelhof/Mariendorf für das abzureißende Kombibad bieten?

Diese Frage kann nur von den Bäderbetrieben beantwortet werden.

 

2.Hat das Bezirksamt ein eigenes Handlungskonzept für das Kombibad und das Multifunktionsbad?

Nein.

 

 Am 05.04.2017 ist der Antrag

"Bebauungsplan für das Ankogelbad in Angriff nehmen" der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung auf der Tagesordnung

09.05.2017

Phillipp Bertram, Die Linke, hat im Abgeordnetenhaus zwei Anfragen zum Stand der Dinge und zum Weiterbetrieb Kombibad Mariendorf gestellt. Leider wird keine konkrete Summe genannt, die "wirtschaftlich vertretbar" ist, um das Bad weiter zu betreiben.

Die Anfragen samt Antworten sind in der Parlamentsdokumentation noch nicht online, werden aber auch dort veröffentlicht. Hier vorab die gesamten Fragen inklusive Antworten zum Download.

Ich bedanke mich bei Herrn Rutsch und Herrn Bertram für die Info.

Download
Wie ist der Stand zum Neubau Multifunktionsbad Mariendorf
s.A. Multifunktionsbad Mariendorf .pdf
Adobe Acrobat Dokument 221.3 KB

Download
Wie geht es mit dem Kombibad Mariendorf weiter
s.A. Kombibad Mariendorf.pdf
Adobe Acrobat Dokument 205.2 KB

Private Umfrage zum Neubau- über 300 Wünsche werden von Berliner Bäder Betrieben ignoriert

Dokumentation Wartung Kombibad Mariendorf

Der wahre Zustand eines Schwimmbads, für das keine Mittel zur Sanierung eingesetzt werden

Ruine Schwimmhalle Pankow 2016

Erklärungen

*Behauptet wurde eine "gute Infrastruktur", dort hält ein Bus in etwa 5-8 Minuten Fußweg, alle angeblich dort haltenden Busse sind in etwa 15-20 Minuten Fußweg zu erreichen. Die U Bahn ist 6 Busstationen entfernt, etwa 10 Minuten zu fahren plus der erwähnte Fußweg. Ausschlaggebend soll die Größe des Geländes am Ankogelweg gewesen sein.

 

**Die Diskussion um Bebauung der Liegewiesen ist den meisten noch in Erinnerung? In Berliner Bäder Betriebe Sprache: "Nur die Teile, die für den Betrieb eines Bades nicht nötig sind" Kurz: Rasen, Wiese braucht niemand, um ein Bad zu betreiben.  

Beiträge

Finger weg von Liegewiesen

Kleine Anfrage "Verscherbeln die Berliner Bäder Betriebe jetzt Liegewiesen?

 

***Ein Schwimmbad, aus dem man immer mehr Nutzer raus drängt, in Form von geringeren Öffnungszeiten, hat keine Einnahmen. Investitionslücken bei Sanierungen, bei Reparaturen nur die nötigsten, das Bad bleibt in einem maroden Zustand. Geringere Einnahmen, marodes Bad, lohnt nicht. Diesen Kreislauf nennt man unter der Hand "Intelligente/ stille Schließung". 

 

**** Zuletzt in den Medien, das Stadtbad Steglitz. 10 Jahre vergebliches warten beim Senat, während die Käuferin (Preis war 1 Euro) derweil in Marienfelde ein Bad aufgab. Stadtbad Wedding, die oben abgebildete Schwimmhalle Pankow. Weitere verlassene Bäder (unten auf der Seite)

 

Medienauswahl zum Thema Multifunktionsbad

"Experten zweifeln an der Wirtschaftlichkeit des Standorts" vom 06.02.2015 

"Berlin sucht das Super Bad" vom 18.02.2015

"Nur ein Tröpfchen Sanierung" vom 19.02.2015

"Später schöner schwimmen" vom 19.01.2016

 

Aktuelle Beiträge

Archiv (bis 28.02.2017)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0